Am Mittwochmorgen fand im Petersberger Schulviertel eine Blitzeraktion statt. - Fotos: O|N / Marvin Myketin

PETERSBERG Aktion gegen Elterntaxis

Zitronen statt Knöllchen: Schüler sorgen für mehr Sicherheit im Schulviertel

22.04.26 - Hohes Verkehrsaufkommen, gestresste Eltern und gefährliche Situationen für Kinder: Im Petersberger Schulviertel spitzt sich die Lage besonders zu den Stoßzeiten am Morgen immer weiter zu. Mit einer kreativen Aktion wollten Gemeinde, Schulen und die Kreisverkehrswacht am Mittwochmorgen nun gegensteuern.

Bürgermeisterin Claudia Brandes war auch dabei.

"Wir stellen fest, dass immer mehr Eltern ihre Kinder am liebsten bis vor die Haustür der Schule fahren", erklärt die Bürgermeisterin von Petersberg (Kreis Fulda), Claudia Brandes, vor Ort. Die Folge: volle Straßen, Zeitdruck und riskantes Verhalten. "Es kommt immer wieder zu Gefahrensituationen, wenn Kinder die Straße überqueren oder Busse nicht durchkommen."

Kreative Maßnahme: süß-saure "Strafzettel"

Genau hier setzt die Aktion im Watscheweg an, einem verkehrsberuhigten Bereich. Statt klassischer Kontrollen gab es am Mittwochmorgen jedoch eine besondere Maßnahme: "Wir blitzen, verteilen aber keine echten Strafzettel, sondern Zitronen, weil wir sauer sind", so Brandes.

Fotos: O|N / Marvin Myketin

Gerhard Brink von der Verkehrswacht. Wer zu schnell fuhr, erhielt eine Zitrone - langsame ...

Die Idee dahinter: Schülerinnen und Schüler greifen selbst ein. Im Unterricht hatten sie eigene "Strafzettel" gestaltet und verteilten diese nun an Autofahrer, die sich nicht an die Regeln hielten. Wer sich vorbildlich verhielt, wurde hingegen mit einer Rose belohnt.

Vier Schulen, viele Autos - Anwohner schlagen Alarm

Dass Handlungsbedarf besteht, bestätigt auch Pressesprecher Sebastian Kircher. Im betroffenen Gebiet befinden sich gleich mehrere Schulen, darunter die Lutherschule, die Rauschenbergschule sowie das Kompetenzzentrum für Sprache und Erziehung. "Diese kleinen Anwohnerstraßen sind dafür eigentlich nicht ausgelegt", so Kircher. Vor allem zu Bring- und Abholzeiten komme es zu starkem Verkehr, Falschparkern und teils blockierten Wegen.

Beschwerden aus der Nachbarschaft hätten sich zuletzt gehäuft – sogar Unterschriftenlisten wurden eingereicht. Die jetzige Aktion sei daher ein erster Schritt: "Wir wollen auf freundliche Weise etwas erreichen und die Eltern sensibilisieren."

Verkehrserziehung bei Eltern entscheidend

Auch die Kreisverkehrswacht sieht vor allem die Eltern in der Verantwortung. "Viele bringen ihre Kinder mit dem Auto, weil sie glauben, dass das sicherer sei", erklärt der Vorsitzende Gerhard Brink. Tatsächlich passierten jedoch viele Unfälle genau in diesem Zusammenhang. Sein Appell: Kinder sollten möglichst zu Fuß zur Schule gehen. "So werden sie selbstständiger, erleben ihren Schulweg bewusster und kommen oft sogar fitter an."

Ob die Aktion langfristig Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Die Gemeinde denkt bereits über weitere Schritte nach. Möglich seien unter anderem bauliche Veränderungen wie Schwellen, Poller oder neue Parkregelungen. Für Bürgermeisterin Brandes steht vor allem eines im Vordergrund: "Wir wollen mehr Sensibilität schaffen – damit die Sicherheit der Kinder nicht hinter der Eile der Eltern zurücksteht." (ems) +++

Die Buslotsen der Konrad-Adenauer-Schule, angeleitet von Cathleen Kress-Herget.


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum
Cookie-Einstellungen anpassen

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Whatsapp
Instagram
TikTok

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön