In dieser Woche soll das Kampfhubschrauberregiment Fritzlar wieder nachts im Training sein. - Archivfoto: O|N/Marvin Myketin

REGION Tiefflug bei Dunkelheit

Rotoren über Osthessen: Was steckt hinter den nächtlichen Tiger-Übungen?

23.04.26 - Wenn in Osthessen nach Einbruch der Dunkelheit plötzlich das Dröhnen von Rotorblättern über den Himmel zieht, sorgt das bei vielen Anwohnerinnen und Anwohnern für Unruhe. Auch in dieser Woche soll das Kampfhubschrauberregiment Fritzlar wieder nachts im Training sein. Doch wie notwendig sind diese Übungen - und wie geht das Regiment mit der Lärmbelastung um? OSTHESSEN|NEWS hat nachgefragt.

Vorab hieß es bereits: "Bis Donnerstag wird der nächtliche Tiefflug mit dem 'Tiger' im Raum zwischen Alsfeld, Marburg, Allendorf, Korbach, Göttingen und Bad Hersfeld geübt. Teilweise geht es unter 100 Fuß tief, heißt es - umgerechnet also rund 30 Meter. Das könnte mancherorts bei Bürgerinnen und Bürgern den nächtlichen Schlaf stören."

Bis Donnerstag wird der nächtliche Tiefflug mit dem "Tiger" im Raum zwischen Alsfeld, ...Archivfoto: O|N/Marvin Myketin

"Nachtflüge sind ein normaler Teil unseres Jahresprogramms"

Hauptmann Michael Meysing, Presseoffizier der Bundeswehr, macht gleich zu Beginn deutlich, dass die nächtlichen Trainingsflüge kein Ausnahmezustand sind, sondern ein fester Bestandteil der militärischen Ausbildung: "Die Nachtflugübungen sind ein normaler Anteil des Jahresflugprogramms und unseres Ausbildungs- und Trainingsbetriebs. Wochentags wird grundsätzlich täglich geflogen."

Die Übungen werden bewusst angekündigt, um die Bevölkerung vorzubereiten. "Nachtflüge werden nur zur Information der Bevölkerung bekannt gegeben, um die Geräusche während der Dunkelheit vorab zu klären", erklärt Meysing. Hintergrund sei vor allem die Pflicht der Besatzungen, regelmäßig bei Nacht zu trainieren, um ihre Fluglizenzen zu erhalten. Dabei sorgen besonders Tiefflüge unter 100 Fuß immer wieder für Diskussionen. Doch das Regiment versucht, die Belastung zu verteilen. "Wir wechseln die Regionen und fliegen nicht von Montag bis Donnerstag an den gleichen Orten", betont der Presseoffizier gegenüber O|N. So sollen einzelne Gemeinden nicht dauerhaft betroffen sein.

Archivfoto: O|N/Rene Kunze

Die Übungen werden bewusst angekündigt, um die Bevölkerung vorzubereiten. ...Archivfoto: O|N/Marvin Myketin

"Wir wechseln die Regionen und fliegen nicht von Montag bis Donnerstag an den gleichen ...Symbolfotos: pixabay

Aktuell verfügt die Bundeswehr über 51 Kampfhubschrauber vom Typ Tiger. Zum technischen Zustand kann Meysing keine Details nennen. Die Einsatzbereitschaft sei jedoch gewährleistet: "Da die Ausbildung wie geplant stattfindet, ist die Einsatzbereitschaft nicht gefährdet." Die Tiger-Besatzungen müssen jedes Jahr eine bestimmte Anzahl an Flugstunden in verschiedenen Szenarien absolvieren. Diese Stunden sind an den persönlichen "Flugstunden-Zeitraum" gekoppelt – vom Geburtstag des Piloten bis zum nächsten. Nachtflugphasen finden laut Meysing "meistens ein bis zwei Wochen statt und dann immer wochentags von Montag bis Donnerstag".

Die Besatzungen müssen trainieren - und die Bundeswehr versucht zugleich, die Belastung ...

Damit die Bevölkerung nicht überrascht wird, setzt die Bundeswehr auf transparente Kommunikation. "Die Pressemitteilungen werden vor Nachtflügen versendet und ein Bürgertelefon wird für diesen Zeitraum eingerichtet", so Meysing. Darüber können Bürgerinnen und Bürger Fragen stellen oder Hinweise geben.

Am Ende bleibt es ein notwendiger Balanceakt: Die Besatzungen müssen trainieren - und die Bundeswehr versucht zugleich, die Belastung für die Menschen am Boden so gering wie möglich zu halten. (mis) +++


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