Rettungsmaßnahmen für Buckelwal "Timmy". - Foto: picture alliance/dpa | Philip Dulian

WISMAR Rettungsaktion für Buckelwal

Wettlauf gegen die Zeit: "Timmy" soll über Kanal in die Freiheit

24.04.26 - Seit 25 Tagen liegt er in der Wismarbucht vor der Insel Poel: Der Buckelwal "Timmy". Es gab bereits mehrere Rettungsversuche, die bisher nur kurze Erfolge versprachen. Anfang der Woche schwamm der Wal zunächst selbstständig los - doch kurz darauf kam er wieder zum Erliegen.

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, arbeiten Einsatzkräfte aktuell daran, einen rund 110 Meter langen, zehn Meter breiten und zwei Meter tiefen Kanal zu graben. Dieser soll den Weg vom aktuellen Liegeplatz des Wals bis ins tiefere Fahrwasser ermöglichen. Ein Teil der Strecke ist bereits geschafft - etwa 40 Meter wurden ausgehoben, weitere Abschnitte sollen folgen.

Der Wal selbst liegt derzeit in einer künstlich geschaffenen Kuhle, die ihm etwas mehr Raum verschafft. Hintergrund ist der zuletzt niedrige Wasserstand: Ohne diese Maßnahme drohte das Tier durch sein eigenes Gewicht Schaden zu nehmen. Trotz seines geschwächten Zustands zeigt "Timmy" weiterhin Lebenszeichen – er atmet regelmäßig und stößt sichtbare Wasserfontänen aus.

Foto: picture alliance/dpa | Philip Dulian

Auch politisch sorgt der Fall für Aufmerksamkeit: Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) machte sich am Freitagmorgen selbst ein Bild vor Ort, wie die BILD-Zeitung berichtet. In einem gelben Trockenanzug ließ er sich mit einem Boot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zu dem Tier bringen und stieg sogar ins eiskalte Wasser.

So ist der Rettungseinsatz geplant

Der geplante Rettungseinsatz ist komplex: Nach aktuellem Stand soll der Wal mit einem Netz angehoben und mithilfe eines speziellen Lastkahns, einer sogenannten Barge, in Richtung Atlantik transportiert werden. Dieses Schiff ist jedoch noch nicht vor Ort und muss zudem für den Einsatz entsprechend angepasst werden.

Ziel der Helfer ist es, den Wal am Wochenende oder Anfang der kommenden Woche zu befreien. Allerdings gibt es noch Hürden: Das Konzept der privaten Rettungsinitiative ist bislang nicht vollständig genehmigt. Nach Angaben der Beteiligten wird derzeit noch an Details gearbeitet, um grünes Licht von den Behörden zu erhalten.

Bis Sonntag muss das Tier durchhalten. Foto: picture alliance/dpa | Jens Büttner

Währenddessen kümmern sich Helfer direkt vor Ort um das Tier, halten es feucht und beobachten seinen Zustand genau. Klar ist: "Timmy" muss noch mehrere Tage durchhalten, damit die Rettungsaktion überhaupt eine Chance hat. (ems) +++


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