Auf Rastplätzen kann es oft zu Diebstählen direkt aus dem Frachtraum kommen. - Symbolbild: O|N-Archiv

REGION Fokus auf Lkw-Ladungen

Hohe Diebstahlschäden stellen Wirtschaft vor große Herausforderungen

30.04.26 - Lkw-Ladungsdiebstahl ist keine Randerscheinung, sondern ein massives Problem für die gesamte Breite der hessischen Wirtschaft – von Verladern über Spediteure bis hin zu Transportunternehmen. Darauf wies Christoph Schäfer, Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), anlässlich eines Fachgesprächs hin.

Beim Fachgespräch im Haus der Wirtschaft Hessen diskutierten Vertreter aus Logistik, Versicherungswirtschaft, Sicherheitsbranche und Polizei die Auswirkungen des Kriminalitätsphänomens sowie mögliche Gegenmaßnahmen. Die Schäden entlang der Wertschöpfungskette seien immens und reichten vom Wert des gestohlenen Frachtguts bis hin zu Produktionsausfällen in der Industrie. Ziel sei es, gemeinsam mit Branche, Versicherern, Sicherheitsexperten, Polizei und Politik Lösungen zu finden, um die meist organisierte Kriminalität zurückzudrängen.

Polizei aktiv - "Phantomfrachtführer" stehen im Fokus

Insbesondere der Diebstahl von LKW-Ladungen stellt die Wirtschaft vor ein großes ...Symbolbild: Pixabay

Thorsten Hölser, Geschäftsführer des Speditions- und Logistikverbands Hessen/Rheinland-Pfalz (SLV), betonte, dass die Polizei in Hessen bereits sehr aktiv sei. Allerdings spiele der Föderalismus Kriminellen häufig in die Karten, etwa beim sogenannten Planenschlitzen auf Rastanlagen. Unterschiedliche Zuständigkeiten erschwerten die Strafverfolgung über Landesgrenzen hinweg. Daher brauche es eine engere länderübergreifende Zusammenarbeit sowie erweiterte Befugnisse für die Polizei, etwa bei der Funkzellenüberwachung.

Auch das Phänomen der "Phantomfrachtführer" müsse stärker in den Fokus rücken, wobei neue Befugnisse wie die Vorratsdatenspeicherung die Aufklärungsquote erhöhen könnten. Täter geben sich unter falscher Identität als Transportunternehmer aus, übernehmen Transportaufträge und entwenden die ihnen übergebene Ware. Häufig kommen gefälschte Dokumente oder E-Mail-Adressen zum Einsatz. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) lag der Schaden im ersten Halbjahr 2025 bereits bei rund 17,5 Millionen Euro – deutlich mehr als die rund 5 Millionen Euro im gesamten Jahr 2023.

Klaus Poppe vom Fachverband Güterkraftverkehr und Logistik Hessen (BGL Hessen) unterstrich die Bedeutung von Aufklärung und Prävention. Neben der Strafverfolgung seien insbesondere technische Lösungen zur Verifizierung von Transportunternehmen und Fahrern ein wichtiger Ansatz, um Identitätsmissbrauch zu verhindern. (pg/pm) +++


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