Mit einem furiosen Auftakt sind die Sportler des Kanu-Club Fulda (KCF) in die Saison 2010 gestartet. Mit 13 Hessenmeistertiteln wurden die Domstädter ihrem Ruf als erfolgreichster hessischer Verein der vergangenen Jahre erneut gerecht. Dabei wussten bei den 41. Fulda-Kanu-Rennen vor allem die Schüler und Jugendlichen ihren Heimvorteil auszunutzen und mischten ganz vorne mit. Insgesamt 37 Vereine aus sechs Nationen hatten zu den internationalen Kanu-Rennen auf der Fulda gemeldet und mit ihren Sportlerinnen und Sportlern für über 750 Starts an den beiden Wettkampftagen am 13. und 14. März gesorgt. Gewertet wurden die Wettkämpfe im Rahmen des Deutschland-Cups, als Jugend-Ranglisten-Rennen und als Hessische Meisterschaft auf der klassischen Distanz (Strecke Eichenzell-Ziegel).
Bereits am gestrigen Montag hatte "osthessen-news" mit einem Bericht und großer BILDERSERIE über einen Teil der Wettbewerbe unter dem Link http://www.osthessennews.de/beitrag_G.php?id=1179242 berichtet - heute folgt eine Abschlußbilanz und eine zweiten große BILDERSERIE, diesmal mit Aufnahmen von Peter J. Kirsch vom Classic-Rennen auf dem Streckenabschnitt zwischen Ziegel und dem Löschenroder Klärwerk.
Im besonderen Blickpunkt standen die Beiden neu für Fulda startenden Geschwister Jil-Sophie und Jasper Eckert: Vor dieser Saison wechselten sie aus Hamburg zum Barockverein um das Team zu verstärken. Und dem hohen Erwartungsdruck hielten beide Stand: Jil-Sophie gewann sowohl ihr Sprint- als auch ihr Classicrennen bei den Schülerinnen A in überlegener Manier. Das Schülermannschaftsrennen dominierte sie mit ihren Vereinskameraden Joshua Piaskowski und Jonathan Gescher und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. Bruder Jasper stand seiner kleinen Schwester in nichts nach und siegte ebenfalls auf beiden Strecken. Damit gehört er wieder zu einem der Topfavoriten auf einen Startplatz bei der Junioren-EM diesen Sommer in Serbien.
Ebenfalls Chancen auf eine Teilnahme dort hat der Jugendfahrer Julius Stark. Auf seiner geliebten Strecke, dem Sprint, fuhr er einen ungefährdeten Sieg ein. Und in der nächst höheren Altersklasse, bei den Junioren, kam er auf einen hervorragenden zweiten Platz. Damit hat er hervorragende Chancen auf eine Teilnahme bei der Jun-EM, wenn er diese Leistungen bei den Qualifikationsrennen bestätigen kann. Dabei stand hinter dem Start von Stark lange Zeit ein großes Fragezeichen: „Ich konnte den ganzen Herbst und Winter kaum paddelspezifisches Training absolvieren, da ich vom Verletzungspech verfolgt und von Schulterproblemen geplagt wurde. Erst eine intensive Behandlung und gemeinsames Training mit meinem Physiotherapeuten Michael Franz von der Physiotherapie-Praxis „Zentrum Mensch“ in Eichenzell ermöglichten mir die Teilnahme“, so Stark, der jetzt darauf hofft, dass „ich mich auf den weiteren Verlauf der Saison konzentrieren kann“.
Einen an Spannung kaum zu übertreffenden Wettkampf lieferten sich Jonathan Gescher und Joshua Piaskowski im Rennen der Schüler A. Im Sprintrennen am Samstag lag Piaskowski nach dem ersten Lauf auf Rang drei. Direkt in Schlagdistanz zu ihm Jonathan Gescher (vierter).Im entscheidenden zweiten Lauf wollten beide voll auf Angriff fahren, um noch ganz oben mitzumischen. Gescher erwischte einen phänomenalen Lauf und fuhr mit Bestzeit auf den dritten Rang vor. Damit verdrängte er seinen Teamkameraden auf den undankbaren vierten Rang. Mit viel Frust und Wut im Bauch ob der verpassten Medaille startete Piaskowski Sonntag in sein Classicrennen. Mit Bestzeit im Ziel sah es lange Zeit nach einem Sieg aus. Nur der letzte Starter im Rennen konnte Piaskowski noch die Goldmedaille streitig machen und verdrängte ihn auf Rang zwei.
Ein gutes Wettkampfwochenende erwischten Johannes Baumann und Lars Walter im Canadier Zweier: Nach langer zeit das erste mal wieder zusammen im Boot sitzend erreichten sie im Sprintrennen einen dritten Rang. Sonntag im Classicrennen klappe es dann noch einen Ticken besser und sie konnten sich auf den ersten Rang platzieren. Auch sie haben Chancen, dieses Jahr bei einem internationalen rennen zu starten: der WM im spanischen Sort.
Harald Piaskowski, KCF-Cheftrainer, zeigte sich glücklich über die Ergebnisse seiner Schützlinge: „Gerade im Schüler und Jugendbereich haben wir hervorragende Ergebnisse erreicht. Der Doppelsieg durch Michel Zentgraf und Christopher Massini bei den Schülern B freut mich natürlich besonders. Aber wir konnten ja auch bei den Schülern A und den Jugendlichen überzeugen und vorne mitmischen.“ Lediglich bei den Herren konnte man nicht die Ergebnisse aus dem Vorjahr bestätigen. Begeister ist Piaskowski darüber, „dass wir in diesem Jahr mit Julius Stark und Jasper Eckert und dem C2 Baumann-Walter auch in diesem Jahr wieder mehrere Asse im Ärmel haben, die bei der Junioren EM bzw der Senioren-EM stechen können.“ Nur mit dem Wasserstand und dem Wetter haderte der Organisationsleiter der Fulda-Kanu-Rennen etwas: „Beides hat uns nicht so in die Karten gespielt, aber ansonsten lief die Veranstaltung problemlos über die Bühne.“
Mitverantwortlich dafür war der Caravan- und Reisemobil-Hersteller Dethleffs: Aufgrund der instabilen Wetterlage hatten wurde dem Organisationsteam von Dethleffs ein Wohnmobil zur Verfügung gestellt, dass als Orga-Zentrale diente und somit mitverantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung war. Alle Ergebnisse gibt es im Internet unter: www.kanu-club-fulda.de +++