19.05.26 - Die CONCERT BAND FULDA hat am Sonntagabend im Kulturzentrum Kreuz eindrucksvoll gezeigt, wie sich musikalische Vielfalt und regionale Verbundenheit zu einem stimmigen Ganzen verbinden lassen. Unter dem Motto "Von Fulda in die Welt – A Musical Journey" nahm das sinfonische Blasorchester sein Publikum mit auf eine abwechslungsreiche Reise durch Film, Musical, Jazz, Pop, Rock und sinfonische Originalkompositionen. Mit stilistischer Sicherheit, klanglicher Präsenz und großer Spielfreude gelang dem Ensemble ein überzeugender Konzertabend.
Als Rückgriff auf das vergangene Jahreskonzert eröffnete die Band den Abend unter der musikalischen Leitung von Stefano Corino mit Back to the Future von Alan Silvestri. Die Moderatoren Jonas Klug und David Sander führten mit Charme und Sachkenntnis durch das Programm. Sie erläuterten dem Publikum im gut gefüllten Saal des Kreuz, dass an diesem Abend keine Reise mit einer Zeitmaschine, sondern eine musikalische Weltreise zu den Partnerstädten unternommen werde, die immer wieder nach Fulda zurückführe. Anschließend folgten Auszüge aus Johan de Meijs Symphony No. 1: The Lord of the Rings mit Gandalf der Zauberer und den Hobbits, bevor mit dem Largo from The New World von Antonín Dvořák ein erster lyrischer Höhepunkt gesetzt wurde. Auch die Komposition Downstream des Nüsttaler Komponisten Yannik Helm erhielt eine differenzierte und packende Interpretation, die den musikalischen Fluss des Werks überzeugend nachzeichnete.
Mit The Godfather gelang der Band ein ausdrucksstarker Moment von großer Eleganz, ehe das erste Konzertdrittel mit Ausschnitten aus dem Musical Medicus fortgesetzt wurde. Die Songs Die Zeiten sind hart, Für Leib und Seele, Mein Weg, Kilmarnock, Ein Arzt in der Familie, Wenn die Sterne mit uns sind und Ala Schah wurden in einem Arrangement des Dirigenten mit hörbarer Hingabe und eindrucksvoller Bühnenwirkung dargeboten. Nach der Pause setzte das Orchester mit Les Misérables einen emotional dichten Akzent, bevor Schostakowitschs Waltz No. 2 mit feinem Schwung und eleganter Ironie überzeugte.
Besonders eindrucksvoll war die Breite des Programms, das Fulda über musikalische Brücken in viele Richtungen führte. Mit Birdland zeigte die Band rhythmische Präzision und spielfreudige Leichtigkeit, während beim Musical Robin Hood die musikalische Dramaturgie und der große melodische Bogen zur Geltung kamen. Die Songs Wie ein wahrer Loxley, Für Gott und den König, Ich weiß nicht, wer du bist, Du bist nicht allein auf dieser Welt und Freiheit für Nottingham wurden mit viel Ausdruck und Energie präsentiert. Das von Stefano Corino für diesen Abend arrangierte Musical erlebte damit eine eindrucksvolle konzertante Umsetzung.
Auch der Blick zurück auf den Hessentag 1990 mit dem Medley NENA! sorgte für beste Stimmung im Saal. Die Titel 99 Luftballons, Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann, Leuchtturm und Nur geträumt wurden vom Orchester mit großem Gespür für den unverwechselbaren Popcharakter dieser Songs umgesetzt. Zum Abschluss folgte mit Tribute to Roxette ein weiterer Publikumsmagnet, in dem Joyride, Listen To Your Heart, It Must Have Been Love und The Look noch einmal für einen gelungenen Schlusspunkt sorgten und bei manchem Zuhörer bereits Vorfreude auf den Hessentag weckten.
Unter minutenlangem Applaus erklang als Zugabe schließlich ein Deep Purple Medley mit Burn, Highway Star und Smoke On The Water, das den Abend rockig und wirkungsvoll abrundete. Gerade dieser Schluss zeigte noch einmal, wie selbstverständlich die CONCERT BAND FULDA auch in unterschiedlichen Stilistiken agiert, ohne ihre orchestrale Qualität zu verlieren. Das Publikum erlebte einen Abend, der Fulda musikalisch weit über die Stadtgrenzen hinausdachte und zugleich die starke regionale Verankerung der Band betonte.
Insgesamt war das Konzert ein überzeugendes Statement für die Vielseitigkeit der CONCERT BAND FULDA. Das Orchester spielte präzise, klangbewusst und mit spürbarer Leidenschaft, sodass die musikalische Reise von Fulda in die Welt nicht nur thematisch, sondern auch künstlerisch voll aufging. (
ems/pm) +++