20.05.26 - Zum ersten Mal 1396 erwähnt, feiert der Hof Engelsburg in Neuhof (südlicher Landkreis Fulda) in diesem Jahr das 630-jährige Bestehen mit einem Hoffest. 1902 kaufte Ferdinand Vogel aus Dorfborn den Hof, mittlerweile arbeitet die 5. Generation der Familie auf dem landwirtschaftlichen Betrieb am Ortsrand. Und die 6. Generation läuft auch schon zwischen Kühen und Schweinen umher.
"Ich sehe mich als Unternehmer der grünen Branche", erzählt Landwirt Michael Vogel im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Er übernahm den Hof 1994 von seinem Vater. Ursprünglich wollte er nicht Landwirt werden, als er sah, wie wenig freie Zeit seine Eltern hatten. Daher sieht er sich auch vor allem als grünen Unternehmer, nicht nur als Landwirt. Für Samuel Vogel, den Jüngsten von drei Söhnen, stand hingegen schon sehr früh fest, dass er den Familienbetrieb weiterführen möchte. 2024 ist er dann selbst aktiv in den Betrieb eingestiegen. Vor einem Jahr wurde Samuel selbst Vater. Ob sein einjähriger Sohn Toni als sechste Generation den Familienbetrieb selbst weiterführen wird, ist natürlich noch nicht gewiss. Allerdings fühlt er sich auf dem Hof schon sichtlich wohl.

Drei Generationen auf dem Hof
"Der schönste Beruf der Welt"
Pfingstmontag lädt Michael Vogel nun zu einem großen Hoffest ein. Gefeiert werden 630 Jahre Hof Engelsburg. Gleichzeitig soll auch der neu gebaute und hochmoderne Kuhstall präsentiert werden. "Es wird ein schöner Mix aus Hof- und Gartenfest", so Vogel. Mit einem Pfingstmontaggottesdienst startet der Vormittag, bei dem auch ein Kreuz für die Stalleinweihung gesegnet wird, gefolgt von einigen Grußworten. Der Innenhof des alten Vierseithofs wird in einen großen Biergarten verwandelt.
Michael Vogel und Sohn Samuel bieten im Anschluss Führungen durch den neuen Stall an, erklären den Aufbau, den neuen Melkroboter und vermitteln den Besuchern, warum sie den für sich schönsten Beruf der Welt haben. Auch die am Bau beteiligten Firmen werden vor Ort sein und an Informationsständen über Melktechnik, Strom und Solarspeichermöglichkeiten sprechen, wobei gerade Letzteres sowohl für Berufskollegen als auch für Privatleute spannend wird.
"Das Highlight für das leibliche Wohl ist standesgemäß ein Engelsburger", verspricht Michael Vogel im Interview mit O|N. Livemusik, Fassbier, ein Bauernhofcafé sowie ein abwechslungsreiches Programm für Kinder werden keine Langeweile aufkommen lassen.
Hightech im Stall

Der neu gebaute Kuhstall

Samuel Vogel neben dem neuen vollautomatischen Melkroboter
Für die 70 Kühe des Landwirtes wurde im vergangenen Jahr ein neuer, moderner Stall gebaut. Errichtet in einer besonders emissionsarmen Bauweise und mit der Möglichkeit, die Seiten zu öffnen oder zu schließen, um so für die Kühe immer das ideale Klima zu schaffen, damit diese sich wohlfühlen. "Der neue Stall muss von einer Person betrieben werden können", daher wurde ein Roboter zum Melken angeschafft. In diesen gehen die Kühe nach kurzer Eingewöhnung von allein, das Euter wird 3D-gescannt und ein Roboterarm kümmert sich um Melkvorgang und Reinigung. Per App-Anbindung kann alles jederzeit überwacht werden. Bei Auffälligkeiten erhalten die Landwirte einen Alarm auf ihr Smartphone. Landwirtschaft im Jahr 2026, aber schon Ferdinand Vogel war 1902 offen für Innovation und Investitionen in die Zukunft.

Familie Vogel & Angestellte Foto: Adams/LW Hessenbauer
124 Jahre Familienbetrieb, dieses Gefühl spürt man auf Hof Engelsburg. Man ist stolz auf das Werk von Generationen und möchte das nicht nur weiterführen, sondern mit Technologieoffenheit in die Zukunft bringen. Zum Hoffest am Pfingstmontag hat jeder Besucher die Chance, einen Einblick in den Familienbetrieb Vogel zu bekommen.
(fw) +++