Positive Bilanz in unsicherer Zeit: VR-Bank NordRhön blickt optimistisch voraus. - Fotos: Bernd Vogt

HÜNFELD Rund 300 Delegierte bei Vertreterversammlung

Positive Bilanz in unsicherer Zeit: VR-Bank NordRhön blickt optimistisch voraus

21.05.26 - Volles Haus im Kolpinghaus: Zur 165. Vertreterversammlung der VR-Bank NordRhön eG kamen am 19. Mai zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter, Mitarbeitende, Verbundpartner und Gäste zusammen. Insgesamt rund 300 Teilnehmer verfolgten die Veranstaltung, bei der die Genossenschaftsbank auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurückblickte und zugleich die Herausforderungen der kommenden Jahre in den Fokus rückte.

Aufsichtsratsvorsitzender Christoph Priller eröffnete die Versammlung und begrüßte die Gäste in der gut gefüllten Stadthalle. Neben den klassischen Tagesordnungspunkten wie der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat standen auch Wahlen zum Aufsichtsrat sowie Änderungen der Satzung und Wahlordnung auf dem Programm. Bereits Anfang Mai hatte die Bank außerdem langjährige Mitglieder für ihre 50-jährige Zugehörigkeit geehrt. "Wir sind dankbar, dass diese Mitglieder unserer Genossenschaft über so viele Jahrzehnte hinweg die Treue gehalten haben", betonte Priller.

Zwischen geopolitischen Krisen und starken Geschäftszahlen

Vorstandssprecher Walter Mengel ordnete zunächst die wirtschaftliche Lage ein. Trotz der weiterhin schwächelnden deutschen Wirtschaft und zahlreicher globaler Unsicherheiten hätten sich die Finanzmärkte zuletzt vergleichsweise robust gezeigt. Besonders Edelmetalle wie der klassische "Krisenwert" Gold, aber auch Silber, Platin und Palladium hätten an den Rohstoffmärkten neue Rekordhöchststände erreicht – auch als Folge geopolitischer Spannungen und eines allgemein schwächeren US-Dollars.

Gleichzeitig verwies Mengel auf die stabile Entwicklung der genossenschaftlichen Banken insgesamt. Volks- und Raiffeisenbanken hätten ihr Kredit- und Einlagengeschäft 2025 weiter ausbauen können. Auch die VR-Bank NordRhön selbst zeigte sich mit dem Geschäftsjahr insgesamt äußerst zufrieden. "Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 war für unsere Bank ein alles in allem doch sehr erfolgreiches Jahr", erklärte Mengel. Man habe die eigenen Planungen in vielen Bereichen übertroffen und sei sowohl im Kredit- als auch im Einlagengeschäft weiter gewachsen.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bank seien weiterhin "geordnet", die betriebswirtschaftlichen und aufsichtsrechtlichen Zielvorgaben seien erreicht oder sogar übertroffen worden.

Bilanzsumme steigt deutlich an

Auch Vorstandsmitglied Steffen Roth zog eine positive Bilanz. Die Bilanzsumme der Bank stieg im Geschäftsjahr 2025 um rund 67 Millionen Euro beziehungsweise 4,3% an. Damit habe die Bank über die vergangenen sechs Jahre hinweg ein solides, durchschnittliches Wachstum von etwa vier Prozent pro Jahr erreicht.

Besonders erfreulich entwickelte sich aus Sicht der Verantwortlichen die Mitgliederzahl: Während bundesweit viele Genossenschaftsbanken mit rückläufigen Zahlen kämpfen, konnte die VR-Bank NordRhön 2025 einen Zuwachs von 360 Mitgliedern verzeichnen. Zum Bilanzstichtag gehörten der Genossenschaft exakt 22.563 Mitglieder an.

"Das ist ein Zeichen dafür, dass unser genossenschaftliches Geschäftsmodell funktioniert", sagte Roth. Das Handeln der Bank werde sich auch künftig konsequent an den Bedürfnissen der Mitglieder und Kunden orientieren.

Kampf um junge Kunden gegen Neobroker

Ein zentrales Thema des Abends war die Digitalisierung des Bankensektors. Mengel machte deutlich, dass sich die Bank zunehmend im Wettbewerb mit digitalen Finanzplattformen wie Trade Republic oder Scalable Capital befinde – diese erfreuten sich insbesondere bei jungen Kundinnen und Kunden besonderer Beliebtheit.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, habe die VR-Bank NordRhön gezielt ein eigenes Jugendmarktkonzept aufgebaut. Junge Beraterinnen und Berater sollen dabei helfen, frühzeitig Vertrauen bei der jungen Generation aufzubauen und langfristige Kundenbindungen zu schaffen.

Zudem setzt die Bank verstärkt auf digitale Kommunikation. "Wir wollen als moderne, nahbare und kompetente Bank wahrgenommen werden", erklärte Mengel. Deshalb habe man die Präsenz auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und LinkedIn weiter ausgebaut.

Wahlen und Satzungsänderungen beschlossen

Neben den wirtschaftlichen Themen standen auch formale Beschlüsse auf der Tagesordnung: Die Vertreterversammlung entlastete Vorstand und Aufsichtsrat und beschloss den Jahresabschluss für 2025.

Turnusgemäß fanden außerdem Wahlen zum Aufsichtsrat statt. Wiedergewählt wurden Rudolf Engel, Frank Wiegand und Thomas Ziegler. Neu in das Gremium gewählt wurde Steuerberater Silvio Lieber.

Auch Änderungen an Satzung und Wahlordnung wurden erläutert und schließlich mit der erforderlichen Mehrheit beschlossen.

Dank an Mitglieder und Mitarbeitende

Zum Abschluss der Vertreterversammlung dankten Vorstand und Aufsichtsrat allen Vertreterinnen und Vertretern für das entgegengebrachte Vertrauen und das Engagement für die Genossenschaftsbank. Besonders hervorgehoben wurde dabei erneut die Bedeutung der Mitarbeitenden, die laut Roth "Tag für Tag dazu beitragen, unsere Werte erlebbar zu machen".

Die Vertreterversammlung zeigte damit nicht nur stabile Geschäftszahlen, sondern auch den Anspruch der VR-Bank NordRhön, sich zwischen Tradition, Digitalisierung und regionaler Verwurzelung zukunftsfähig aufzustellen. Wie üblich sorgte das Kolpinghaus über die gesamte Versammlung hinweg für eine reichhaltige, kulinarische Bewirtung. (Marvin Hucke) +++


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