
Für den Großteil des Personals in Großenlüder steht eine ungewisse Zukunft bevor. - Archivbild: O|N / Marvin Myketin
GROßENLÜDER/FULDA
147 Arbeitnehmer betroffen
Stellenabbau bei Langgroup: Unternehmen setzt auf Fusion und Umbau
20.05.26 - Nachdem die familiengeführten Unternehmen Technolit GmbH und Lang Service GmbH aus Großenlüder sowie die Fuldaer Firma Iwetec im Dezember einen Insolvenzantrag gestellt haben (OSTHESSEN|NEWS berichtete bereits ausführlich), gibt es für die Beschäftigten nun zumindest vorerst Planungssicherheit: Den 147 betroffenen Mitarbeitern wird der Wechsel in eine zur Langgroup gehörenden Transfergesellschaft ermöglicht.

Simone Lang, geschäftsführende Gesellschafterin der Langgroup. Foto: LANGGROUP
Simone Lang, geschäftsführende Gesellschafterin der Langgroup, erklärte im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS am Dienstag, dass dieser Schritt angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage und zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Unternehmensgruppe notwendig geworden sei. Die Reduzierung der Personalkosten sei dabei unvermeidbar. Gleichzeitig betonte sie jedoch die soziale Verantwortung des familiengeführten Traditionsunternehmens gegenüber seinen Beschäftigten. Durch die eingerichtete Transfergesellschaft müssen die betroffenen Mitarbeiter nicht unmittelbar in die Arbeitslosigkeit wechseln", so Lang. Die Beschäftigten erhalten dort für einen Zeitraum von bis zu fünf Monaten rund 85 Prozent ihres bisherigen Nettogehalts. Zusätzlich sollen gezielte Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen dabei helfen, neue berufliche Perspektiven zu schaffen und den Einstieg in andere Unternehmen zu erleichtern.
Der geplante Stellenabbau betrifft überwiegend Arbeitsplätze am Hauptstandort in Großenlüder. Lediglich ein kleinerer Teil der Stellen soll am Standort Fulda wegfallen.

Christian Ihrig ist seit 2024 Geschäftsführer der Gruppe. Foto: LANGGROUP
Transformation zu einem neuartigen Händler und Dienstleister als Ziel
Auch Christian Ihrig, Geschäftsführer der Langgroup, sieht in der Umstrukturierung einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Unternehmens. Nach seinen Angaben sei die Zustimmung der Mitarbeiter zum Wechsel in die Transfergesellschaft bislang hoch. Konkrete Zahlen nannte er gegenüber unserer Redaktion jedoch nicht. Im Zuge der Neuausrichtung sollen die Tochterunternehmen künftig stärker zusammengeführt werden. Ziel sei es, einen modernen Händler- und Dienstleistungsverbund zu schaffen, der Kunden ein deutlich erweitertes Angebot bietet. Neben einem größeren Produktportfolio sollen künftig verstärkt Service-, Prüf- und Beratungsdienstleistungen angeboten werden. Darüber hinaus soll der technische Service ausgebaut werden, damit Kunden vom gebündelten Know-how aller Gesellschaften profitieren können.

147 Mitarbeiter sind betroffen, davon die meisten in Großenlüder Archivbild: O|N / Marvin Myketin
Zuversicht für einen erfolgreichen Sanierungsweg
Der aktuelle Sanierungsplan sieht vor, die drei betroffenen Tochterunternehmen enger zusammenzuführen beziehungsweise zu fusionieren. Laut Simone Lang seien die Prüfungen über den weiteren Sanierungsweg bereits weit fortgeschritten. Bereits im März war der bisherige Geschäftsführer der LSG, Christian Ihrig, zusätzlich auch zum Geschäftsführer von Technolit und Iwetec bestellt worden. Dieser Schritt solle während der Übergangsphase für Stabilität in der Unternehmensführung sorgen und gleichzeitig die geplante Zusammenführung der Unternehmen weiter vorantreiben. (mis/no) +++