22.05.26 - Alle Anwohner in und um Neuhof, aber auch die Pendler, die die A 66 in den Main-Kinzig-Kreis und nach Frankfurt nutzen, können jetzt aufatmen: Die bis Donnerstagnachmittag gesperrte Tunneldurchfahrt ist seit 16 Uhr freigegeben worden, der Verkehr rollt wieder. Wegen der Sperrungen wurden die Autofahrer über die U47 durch Kalbach, Büchenberg, Zillbach und Döllbach sowie weiter über die B279 zur A-66-Anschlussstelle Fulda-Süd umgeleitet. Der Umweg ist eine echte Zumutung für die Fahrer, aber vor allem für die an der Strecke Wohnenden.
"Genau deshalb wurde der Tunnel ja gebaut, um diesen belastenden Durchgangsverkehr loszuwerden", sagt uns eine Anwohnerin. Wegen der vielen Sperrungen fühlt es sich mittlerweile wieder genau so an wie vor zwölf Jahren, als wir alle hier noch dauernd über Lärm und Abgase, vor allem der vielen Laster, gestöhnt haben. Aber zum Glück sind die Schäden im Tunnel ja zu beheben und wir haben dann wieder mehr Ruhe."

Endlich wieder freie Durchfahrt am Donnerstagnachmittag. Foto: Marvin Myketin

Im A66-Tunnel bei Neuhof hat am Mittwochmorgen ein Lkw Teile der Decke abgerissen ...Fotos: Marvin Myketin

Dichter Rauch, flüchtende Menschen und ein brennendes Auto im Neuhofer Tunnel hatten ...Fotos: O|N-Archiv
Feuerwehrübung, verheerender Fahrzeugbrand und Deckenabriss durch Autotransporter
Seit über einem Monat müssen alle Autofahrer, die diese Strecke nutzen, damit leben, dass die gewohnte Abkürzung durch die beiden Tunnelröhren immer wieder gesperrt ist. Und durch die Umleitung bilden sich während der Stoßzeiten natürlich auch immer wieder Staus. Diesen Monat war es wie verhext, eine Havarie folgte der nächsten. Der folgenschwere Brand eines Pkw mitten im Tunnel machte am Sonntagnachmittag des 11. Mai den Anfang. Starke Rauchentwicklung und zu Fuß aus dem Tunnel Flüchtende lösten einen der größten Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdiensten der vergangenen Monate im Landkreis aus.

Rund 100 Menschen konnten den Neuhofer Tunnel während des Brandes über die Notausgänge ...
Trotz der dramatischen Bilder lief der Großeinsatz vergleichsweise glimpflich ab, sicher auch, weil erst wenige Wochen vorher genau dieses Szenario bei einer groß angelegten Tunnelübung von den Einsatzkräften trainiert worden war. Der Fokus hatte dabei auf Rauchentwicklung, Rettungswegen, Evakuierung und der Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen gelegen. Doch natürlich musste auch für diese Katastrophenschutzübung der Tunnel voll gesperrt werden. Der Pkw-Brand hatte aber auch zur Folge, dass rund 18 Quadratmeter Asphalt, die durch den Brand beschädigt wurden, instand gesetzt werden mussten, was erneut Umwege für den Durchgangsverkehr bedeutete.

Immer wieder bildeten sich an beiden Ausgängen lange Staus
Dann der bislang letzte Akt des Tunneldramas: Am Mittwochmorgen räumte ein Autotransporter die an der Tunneldecke angebrachten Brandmeldeanlagen und die Sicherheitstechnik mit seiner zu hohen Ladung ab, die Trümmer lagen überall herum. Auch dieser Unfall hatte zwangsläufig eine neue Vollsperrung zur Folge, der Reparaturaufwand und die Kosten des Schadens sind erheblich. Um den Durchgangsverkehr nicht weiter zu belasten, werden die noch ausstehenden Reparaturen aber hauptsächlich nachts stattfinden. Erstmal heißt es wieder freie Fahrt auf der A66 bei Neuhof. (ci)++ 