22.05.26 - Bewerbungsgespräche, Berufsberatung, KI-Vorträge und kostenlose Pizza: Im "Welcome In Wohnzimmer" in der Robert-Kircher-Straße in Fulda fand am Donnerstag erneut eine etwas andere Jobmesse statt. Bereits zum vierten Mal lud der Stadtteiltreff gemeinsam mit zahlreichen Partnern zur kostenlosen Veranstaltung ein – und stieß dabei erneut auf große Resonanz.
Internationale Studierende, Menschen mit Migrationsgeschichte, Berufseinsteiger und Jobsuchende kamen im Laufe des Abends mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedenster Institutionen ins Gespräch. Mit dabei waren unter anderem die Agentur für Arbeit, das Kreisjobcenter, die Hochschule Fulda, die IHK sowie die Kreishandwerkerschaft. Dabei stand vor allem eines im Mittelpunkt: ein möglichst unkomplizierter Zugang zu Beratung und Unterstützung.
"Einzigartig in Fulda"
Denise Otto von der Industrie- und Handelskammer Fulda zeigte sich begeistert vom Konzept der Veranstaltung. "Hier kommen viele Akteure vor Ort sehr komprimiert und niedrigschwellig zusammen – das ist in Fulda wirklich einzigartig", erklärte sie. Tatsächlich unterschied sich die Atmosphäre deutlich von klassischen Jobmessen in großen Messehallen: Statt steriler Messestände erwartete die Besucherinnen und Besucher eine offene, lockere Umgebung mit Getränken, Pizza und direktem Austausch auf Augenhöhe.
Auch moderne Themen spielten eine wichtige Rolle. So gab es unter anderem Einblicke in die Nutzung von KI bei der Jobsuche sowie virtuelle Berufseinblicke mithilfe von VR-Technik. Was Letzteres konkret meint? Ganz einfach: VR-Brille aufsetzen und den Flair des angestrebten Berufs hautnah in der Virtuellen Realität erleben!
Positive Resonanz im vierten Jahr
Für Jochen Kohlert, Leiter des Stadtteiltreffs Fulda Innenstadt, hat sich die Veranstaltung längst als feste Anlaufstelle etabliert. Bereits zum vierten Mal fand die Jobmesse im "Wohnzimmer" statt. Besonders wichtig sei dabei die niedrigschwellige Ausrichtung. Viele Menschen hätten Hemmungen, sich bei klassischen Institutionen oder großen Messen beraten zu lassen. Im "Wohnzimmer" wolle man bewusst eine offenere Atmosphäre schaffen, in der Gespräche unkompliziert möglich seien.
Auch der Andrang bestätigte dieses Konzept erneut. Die Resonanz sei positiv gewesen, berichteten die Veranstalter. Besonders die bunt gemischte Gruppe internationaler Studierender und junger Menschen habe gezeigt, wie groß der Bedarf an persönlicher Orientierung und Unterstützung weiterhin sei.
Peer-Projekt soll Integration stärken
Mit vor Ort war auch das Projekt "Peer Power", das von Christoph Kümpel begleitet wird. Das Projekt hatte sich im April 2025 bei der Deutschen Fernsehlotterie beworben und wird nun über drei Jahre hinweg mit rund 200.000 Euro gefördert worden. Die Idee dahinter: Menschen mit Migrationshintergrund, die bereits erfolgreich in Fulda angekommen und integriert sind, unterstützen andere Neuankömmlinge bei Sprache, Orientierung und Alltagsfragen. Dazu gehören unter anderem Sprachcafés und persönliche Austauschformate. Ein großartiges Konzept, um vielen Leuten den Start in Fulda zu erleichtern!
Die Veranstalter hoffen, dass durch solche Projekte langfristig noch mehr Menschen den Weg in Ausbildung, Studium oder Arbeit finden.
Handwerk wirbt um Nachwuchs
Auch die Kreishandwerkerschaft nutzte die Messe, um für Ausbildungsberufe zu werben. Dabei wurde deutlich, dass sich die Ausbildungslandschaft verändert hat – eigene Ausbildungsplattformen und Ausbildungszentren seien in den vergangenen Jahren vielerorts geschrumpft, wodurch viele Auszubildende zum Pendeln gezwungen seien.
Umso wichtiger sei es deshalb, frühzeitig mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen und die Chancen im Handwerk sichtbar zu machen.
Unternehmen willkommen!
Neben Institutionen und Bildungseinrichtungen waren auch interessierte Unternehmen eingeladen, sich einzubringen. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Verein "Welcome In Fulda", der sich seit Jahren für Integration und gesellschaftliche Teilhabe engagiert.
Die Veranstalter zeigten sich am Ende zufrieden mit dem Verlauf des Abends. Die Mischung aus persönlicher Atmosphäre, konkreter Hilfe und direktem Austausch habe erneut gezeigt, dass innovative Formate dieser Art in der Barockstadt auf großes Interesse stoßen. (Marvin Hucke) +++