
Präsentation der Ergebnisse des Barriere-Checks mit Bürgermeister Florian Fritzsch (3. v. l.), Stefan Hartung, Vorsitzender des Inklusionsnetzwerks (6. v. l.), Bad Salzschlirfs Bürgermeister Peter Klug (8. v. l.), Laura Albrecht von der "antonius : gemeinsam leben gGmbH" (3. v. r.) und Großenlüders Ortsvorsteherin Lena Vogel (2. v. r.)
- Fotos: Gemeinde Großenlüder
GROßENLÜDER
"Bunt wie wir!"
Parcours, Handabdrücke und Begegnungen: Aktionstag macht Inklusion erlebbar
27.05.26 - Bunte Handabdrücke, Gespräche über Barrieren und viele neue Perspektiven: Beim Aktionstag "Bunt wie wir!" in Großenlüder stand am Samstag das Thema Inklusion im Mittelpunkt. Anlass war der bundesweite Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Gemeinsam hatten das "Inklusionsnetzwerk – Leben & Arbeiten in Großenlüder", der Verein "Miteinander-Füreinander Großenlüder" sowie die "Bürgerstiftung antonius : gemeinsam Mensch" zu einem besonderen Nachmittag in den Amtshausgarten eingeladen.
Zwischen Mitmachaktionen, Gesprächen und Musik wurde der Marktplatzbereich zu einem Ort der Begegnung. Unterstützt durch die Aktion Mensch verwandelte sich der Garten des Stiftskapitularischen Amtshauses für mehrere Stunden in eine offene Plattform für Austausch, Kreativität und gemeinsames Erleben.

Organisation und Kuchen-Verkauf durch den Verein "Miteinander-Füreinander Großenlüder ...
"Inklusion ist kein Projekt, sondern eine Haltung"
Ein zentrales Element des Tages war ein sogenannter Barriere-Check durch den Kernort von Großenlüder. Dabei wechselten Teilnehmer bewusst die Perspektive und erkundeten Teile des Orts im Rollstuhl. Ziel war es, selbst zu erleben, mit welchen Schwierigkeiten Menschen mit Behinderung, Rollator-Nutzer oder Eltern mit Kinderwagen im Alltag konfrontiert werden. Auf mehreren Routen wurden Hindernisse dokumentiert – darunter hohe Bordsteine, zu enge Gehwege oder durch Mülltonnen und parkende Autos blockierte Bereiche.

Vier Routen (rot, grün, gelb und lila) führten durch den Kernort. Mit roten Fähnchen ...

Stefan Hartung, Vorsitzender des Vereins "Inklusionsnetzwerk – Leben & Arbeiten ...
Bürgermeister Florian Fritzsch machte in seinem Grußwort deutlich, dass Inklusion nicht nur ein politisches Ziel, sondern eine dauerhafte gesellschaftliche Aufgabe sei. "Inklusion ist kein Projekt, das man abschließt, sondern eine Haltung, die wir Tag für Tag in unserer Gemeinde leben müssen. Für den schrittweisen Abbau baulicher Barrieren stellen wir jährlich 30.000 Euro im Haushalt bereit – die Erkenntnisse aus dem heutigen Barriere-Check werden uns dabei helfen, die richtigen Schwerpunkte zu setzen."
Besondere Aktionen an einem besonderen Tag
Parallel zum Barriere-Check gab es zahlreiche kreative Aktionen für Kinder und Erwachsene. Besonders beliebt war das Basteln von bunten Schmetterlingen – den sogenannten "Viel-Faltern" – als Symbol für Vielfalt. Außerdem entstand gemeinsam eine große Fahne mit farbigen Handabdrücken, die künftig als sichtbares Zeichen für Inklusion in Großenlüder dienen soll.Auch Vertreter anderer Inklusionsvereine aus Bad Salzschlirf, Eichenzell und Neuhof waren vor Ort und stellten ihre Arbeit vor. Laura Albrecht von antonius erklärte: "Wir möchten Inklusion nicht nur erklären, sondern erlebbar machen. Die Aktionen heute haben gezeigt, wie viel Freude im gemeinsamen Tun liegt – und wie viele Menschen bereit sind, sich auf neue Perspektiven einzulassen."
Zum Abschluss zog auch der Vorsitzende des Inklusionsnetzwerks, Stefan Hartung, ein positives Fazit. Die Ergebnisse des Barriere-Checks sollen nun ausgewertet und der Gemeinde konkrete Verbesserungsvorschläge vorgelegt werden. Für die Veranstalter war der Nachmittag damit weit mehr als nur ein Aktionstag – sondern ein sichtbares Zeichen für gelebte Teilhabe in Großenlüder.
(pm/cb) +++