Erfolgreicher Einsatz: Finn Küllmer bewahrt ein Rehkitz vor dem Mähtod. - Fotos: privat

FULDA Schutz vor qualvollem Mähtod

Mit der Drohne auf Rettungsmission: Finn Küllmer geht auf Rehkitzsuche

16.06.26 - Während andere um diese Uhrzeit noch gemütlich in den Federn liegen, sind Finn Küllmer und sein Team längst draußen auf den Feldern im Einsatz. In den frühen Morgenstunden lässt der 24-Jährige aus Fulda seine Drohne aufsteigen, um junge Rehkitze vor dem qualvollen Mähtod zu bewahren. Seit drei Jahren engagiert sich der Jäger ehrenamtlich. Gegenüber OSTHESSEN|NEWS erklärt er: "Es ist immer eine emotionale Sache. Man kennt natürlich die schrecklichen Bilder. Es ist ein gutes Gefühl, genau solche Szenarien zu verhindern."

In der Regel beginnen die Rettungsaktionen in der letzten Aprilwoche und dauern bis Mitte bzw. Ende Juni an. "Wir sind kein Verein, sondern selbst Pächter mehrerer Jagdreviere - in Fulda‑Oberrode/Malkes sowie in Landenhausen im Vogelsbergkreis. Wir unterstützen mit unserer Arbeit aktiv heimische Landwirte aus der Region."

Mit der Drohne wird das Feld abgeflogen.

Neben Rehkitzen werden auch Junghasen sowie vereinzelt Rebhühner geschützt. Rebhuhngelege werden markiert und gesichert, damit beim Mähen ein ausreichender Abstand eingehalten wird. In diesem Jahr wurden bereits 26 Tiere gerettet, im Jahr 2025 waren es insgesamt 26.

Rettungsaktionen starten in den frühen Morgenstunden

Immer ein schönes Erlebnis, die Tiere zu retten.

Die optimale Suchzeit liegt zwischen 4 und 6 Uhr morgens, solange die Temperaturen niedrig sind. Dank Wärmebildtechnik erkennt die Drohne die Tiere zuverlässig. Zwei bis drei Helfer sind immer an seiner Seite. Einige Dinge gibt es dabei zu beachten. "Alle Kitze werden mit Einweghandschuhen und Gras aus der Wiese getragen, um menschlichen Geruch zu vermeiden, da die Kitze sonst von der Mutter nicht mehr angenommen werden", stellt Küllmer heraus. "In seltenen Fällen kann auch das Kitz mit einer Kiste an der Fundstelle liegen bleiben. Der Vorteil ist, dass das Tier nicht berührt und bewegt werden muss und die Mutter es nach dem Mähen schneller finden kann." Nach dem Mähen werden die Kisten dann entfernt und die Mutter holt das Kitz ab. "Die Zeit, die die Kitze in der Kiste verbringen, sollte maximal 30 bis 60 Minuten dauern, damit die Mutter es dann wieder zeitnah mit Milch versorgen kann."

Rechts ist die normale Kamera in der man das Kitz sieht. Links ist genau im grünen Kreuz ...

Für Küllmer ist ganz klar: "Mit dem Jagdschein verpflichtet man sich zum Tier- und Naturschutz und deshalb ist es für mich auch eine Selbstverständlichkeit, den Tieren zu helfen." Die Dankbarkeit der Landwirte sei groß, denn durch den Drohneneinsatz sparen sie viel Zeit beim Absuchen der Wiesen und können mit gutem Gewissen mähen. Und wenn man wenige Tage später die Ricke mit ihren Kitzen über die Wiese springen sieht, ist das immer ein Moment, der tief berührt. "Jeder, der einem Tier schon einmal das Leben gerettet hat, kennt dieses Gefühl." (mkr) +++


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