10.06.26 - Beim diesjährigen Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Regensburg konnte ein Schüler der Musikschule der Stadt Fulda einen beeindruckenden Erfolg erzielen: Der Schlagzeuger Konrad Kaffanke aus Großenlüder erreichte gemeinsam mit seinem Duo-Partner David Valentin Kersten aus Niddatal 24 Punkte und einen 1. Preis in der Kategorie "Besondere Besetzungen: Neue Musik". In einem Interview berichten die Jugendlichen, die beide in der Instrumentenrubrik Mallets/Percussion angetreten sind, über die Vorbereitungen, Herausforderungen und musikalische Erfahrungen.

Gemeinsam mit seinem Duo-Partner erspielte sich Konrad Kaffanke einen 1. Preis auf ...Foto: Stadt Fulda
Konrad, du warst bereits mehrfach beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" dabei. Was hat dir diesmal besonders geholfen?
Konrad Kaffanke: "Der diesjährige Bundeswettbewerb war bereits meine dritte Teilnahme, nachdem ich 2024 im Percussion-Ensemble und 2025 als Solist teilgenommen hatte. Der diesjährige Wettbewerb hat sich stark von den bisherigen unterschieden: Zum einen trennen meinen Duopartner und mich 1,5 Stunden Fahrtzeit mit dem Auto, was die Zusammenarbeit erheblich erschwert. Es erfordert mehr Planung, genauere Arbeit zu Hause und effektive Zusammenarbeit in der gemeinsamen Probenzeit. David und ich hatten viel telefonischen Kontakt und haben uns über knifflige Stellen schon vor dem ersten Zusammenspiel ausgetauscht. Zum anderen war die Kategorie "Neue Musik" für uns neu. Wir mussten erst klären, was das überhaupt bedeutet und welche Literatur wir spielen möchten."

Der Großenlüderer Konrad Kaffanke zählt erneut zu den erfolgreichsten Nachwuchsmusikern ...Archivfoto: Alexander Mengel für Landesmusikrat Hessen
Konrad und David, wie habt ihr euch gemeinsam vorbereitet?
David Valentin Kersten: "Natürlich ist es nicht einfach, gemeinsam effektiv zu proben, wenn man über eine Stunde auseinander wohnt. Deswegen haben wir uns hauptsächlich in Einzelarbeit vorbereitet, um das ,Puzzle" am Ende gemeinsam zusammenfügen zu können. Dazu haben wir uns an insgesamt vier Wochenenden über den gesamten Wettbewerb verteilt getroffen und intensiv geübt. Dabei hat uns musikalisch hauptsächlich mein Lehrer Lars Rapp (hr-Sinfonieorchester) betreut. Zusätzlich haben wir eine Stunde bei ChingYun Lin an der HfMdK Frankfurt sowie eine Stunde bei Lukas Böhm an der HfMT Köln genommen, wodurch nochmal einige neue Ideen in die musikalische Ausgestaltung der Stücke geflossen sind. Die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Faktoren, da Außenperspektiven entscheidend sind und am Ende verschiedene Ideen zu einer musikalisch runden Gesamtversion führen."

Archivfotos: Privat
Konrad und David, was hat euch in der Kategorie "Neue Musik" besonders begeistert?
Konrad: "Mich haben die besonderen Klänge bei unserem Set-Up-Stück ,360" beeindruckt. Wenn man den Dreh raus hat, wie man mit einem Bogen aus einem Becken den effektivsten Klang holt oder wie sich das Drehen mit den Sticks in der Tom ohne Fell zusammensetzt, ist das einfach spannend. Auch das Spielen mit dem Tape hat Spaß gemacht, weil es aus akustischen und elektronisch generierten Klängen besteht."
David: "Die Idee, in der neuen Kategorie mitzumachen, kam ursprünglich von Konrad, ziemlich direkt nach dem letzten Bundeswettbewerb in Wuppertal, an dem wir beide jeweils in der Solo-Kategorie teilgenommen hatten. Unser Grund ist ganz simpel der, dass der Großteil des heutigen Schlagzeugrepertoires die Anforderungen der Kategorie sehr gut abdeckt. Was für Konrad und mich anfangs eine Herausforderung war, ist das Zusammenspiel mit dem sogenannten Tape, also einem Audio, welches die Grundlage eines unserer Stücke bildet, mit dem wir also permanent synchron spielen müssen."
Welche Rolle spielte die Ausbildung an der Musikschule?
Konrad: "Seit nun 13 Jahren habe ich Unterricht bei Klaus Schenk, der mich von Anfang an für die Vielseitigkeit der Percussion-Instrumente begeistert hat. Was mit klassischem Drumset begann, entwickelte sich schnell zu Mallets und weiterem Schlagwerk. Die vielen Auftritte durch Musikschule und andere Institutionen – im Ensemble, Orchester oder als Solist – haben meine musikalische und persönliche Entwicklung stark geprägt und meine Motivation weiter gesteigert." (pm/cb) +++