17.06.26 - Auf der A4 in Fahrtrichtung Kirchheimer Dreieck ist es am Dienstagabend zu einem folgenschweren Lkw-Unfall gekommen. Zwischen Friedewald und Bad Hersfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) musste die Autobahn aufgrund des Unfalls vollständig gesperrt werden. Die Aufräum- und Reinigungsarbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden.
Nach bisherigen Erkenntnissen war ein 52-jähriger Fahrer aus Bulgarien mit einem mit Autoteilen beladenen Sattelzug auf der A4 unterwegs. Gegen 20:20 Uhr befuhr er das Gefällstück vor dem sogenannten "Sorgaer Loch", als in diesem Bereich ein heftiger Regenschauer niederging. Nach Angaben der Polizei verlor der Fahrer aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit auf regennasser Fahrbahn und eines Fahrfehlers die Kontrolle über seinen 40-Tonner.

LKW-Alleinunfall auf A4 sorgt für Sperrung und Stau. Fotos: Marvin Myketin
Der Sattelzug geriet vom rechten Fahrstreifen in Richtung Fahrbahnmitte und walzte dabei rund 30 Meter Mittelschutzplanke nieder. Durch den Aufprall wurde der Dieseltank des Lastwagens aufgerissen. Rund 600 Liter Kraftstoff befanden sich im Tank.
Diesel verteilt sich über mehrere hundert Meter
Der Fahrer konnte den beschädigten Lastwagen noch auf dem rechten Fahrstreifen zum Stehen bringen. Der austretende Dieselkraftstoff verteilte sich jedoch über beide Fahrspuren. Durch den nachfolgenden Verkehr und die nasse Fahrbahn wurde der Kraftstoff über mehrere hundert Meter auf der Autobahn verteilt. Die Fahrbahn verwandelte sich zeitweise in eine spiegelglatte Rutschbahn.
Durch die Sperrung bildete sich ein rund zwei Kilometer langer Rückstau.
"Wir sind zu einem Verkehrsunfall mit E-Call eines Lkw alarmiert worden, der hier in die Mittelschutzplanke eingeschlagen ist und sich dabei den Dieseltank aufgerissen hat", erklärte Zugführer Christian Bärmann. Um eine weitere Verunreinigung zu verhindern, wurde die Autobahn zunächst voll gesperrt. "Wir binden den Diesel, pumpen den Dieseltank ab und sichern die Kanaleinläufe. Der Löschzug Solztal setzt gleichzeitig Ölsperren auf der Solz", so Bärmann weiter.
Diesel gelangt in Breitzbach und Solzbach
Neben den umfangreichen Arbeiten auf der Fahrbahn mussten die Einsatzkräfte auch Maßnahmen zum Gewässerschutz ergreifen. Der ausgelaufene Dieselkraftstoff gelangte über Kanaleinläufe in den Breitzbach und den Solzbach. Mehrere Feuerwehren errichteten deshalb Ölsperren, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Die Fahrbahn wurde zunächst mit Bindemitteln abgestreut. Anschließend kamen eine Kehrmaschine sowie Spezialfahrzeuge zur Reinigung der Autobahn zum Einsatz. Aufgrund der langwierigen Arbeiten entschied die Polizei, eingeschlossene Pkw-Fahrer entgegen der Fahrtrichtung bis zur Anschlussstelle Friedewald zurückfahren zu lassen. Der letzte Pkw konnte die Autobahn gegen 00:15 Uhr verlassen.
Nach bisherigen Erkenntnissen wurde bei dem Unfall niemand verletzt. Auch der 52-jährige Fahrer blieb unverletzt. Die Feuerwehr geht derzeit davon aus, dass nach dem Abpumpen des Diesels und den Reinigungsarbeiten die Einsatzmaßnahmen abgeschlossen werden können.
Der entstandene Sachschaden wird von der Polizei auf mindestens 100.000 Euro geschätzt. Nach Angaben der Autobahnmeisterei Hönebach sollten die Reinigungs- und Aufräumarbeiten noch bis Mittwochmorgen gegen 07:00 Uhr andauern. (pm/nk/cb) +++