Die hessische Landesregierung plant einen deutlich verschärften Umgang mit Wölfen. - Symbolfotos: Mathias Schmidt

REGION Wolfsmanagementplan steht in der Kritik

Hessen plant Abschuss von bis zu 40 Prozent der Jungwölfe!

01.07.26 - Die hessische Landesregierung plant einen deutlich verschärften Umgang mit Wölfen. Nach einem 19-seitigen Entwurf von Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU) sollen künftig bis zu 40 Prozent der Jungwölfe eines Gebiets zum Abschuss freigegeben werden, um das Wachstum der Population stärker zu kontrollieren. Jungwölfe sind dabei Tiere im ersten Lebensjahr. Der sogenannte "Revierübergreifende Wolfsmanagementplan für Hessen" wurde am Dienstagnachmittag veröffentlicht.

Zusätzlich sollen sogenannte Problemwölfe – also Tiere, die etwa Nutztiere wie Schafe oder Ziegen reißen – leichter entnommen, also erlegt werden können. Die mögliche Abschussquote reduziert sich dabei um Wölfe, die anderweitig sterben, etwa durch natürliche Ursachen oder bereits genehmigte Abschüsse. Der Plan knüpft an eine schon länger angekündigte härtere Wolfs-Politik der CDU an. Seit der Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht in Hessen (Oktober 2024) liegt der Umgang stärker in landespolitischer Verantwortung, zuvor war unter anderem das Umweltressort zuständig.

Nach einem 19-seitigen Entwurf von Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU) sollen ...Archivfoto: O|N/Carina Jirsch

Zusätzlich sollen sogenannte Problemwölfe – also Tiere, die etwa Nutztiere wie ...Archivfotos: O|N/ Marius Auth

Hintergrund ist die wachsende Wolfspopulation in Hessen: Anfang 2026 wurden mindestens drei Wolfspaare mit Nachwuchs nachgewiesen, insgesamt jedoch mehr einzelne Tiere (bis zu 15 im Zeitraum zuvor). Gleichzeitig wurden 22 bestätigte Risse mit mindestens 113 betroffenen Nutztieren registriert. Die Landesregierung begründet den Plan mit dem Schutz von Weidetieren und der besseren Steuerung der Wolfspopulation. Zudem verweisen sie auf EU-Entscheidungen, die den Schutzstatus des Wolfs bereits gesenkt haben sowie auf die Einschätzung, dass die Population inzwischen als "günstiger Erhaltungszustand" gelten könne.

Der Vorstoß ist stark umstritten: Jäger und Teile der Weidetierhalter unterstützen ihn, während Naturschutz- und Tierschutzverbände ihn klar ablehnen. Kritiker warnen vor einer pauschalen Dezimierung einer noch jungen und schutzwürdigen Wolfspopulation in Hessen. (ms) +++


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