01.07.26 - Die Arbeitslosigkeit in Ost- und Waldhessen ist im Juni gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda liegt zum Ende des Monats bei 8.133 und somit um 57 niedriger als im Mai. Die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 4,2 Prozent (Vorjahr: 3,9 Prozent). Sie ist noch immer die niedrigste in Hessen (Hessendurchschnitt 5,8% Prozent).
Beim Vergleich zum Vorjahr wird die schwächere Konjunktur sichtbar: Die Anzahl der arbeitslosen Personen stieg gegenüber dem Juni vergangenen Jahres insgesamt um 482, bzw. 6,3 Prozent an. Bei der Agentur für Arbeit nehmen derzeit 3.426 Menschen die Leistungen ihrer Arbeitslosenversicherung in Anspruch – das sind 552 mehr als vor einem Jahr (+19,2 Prozent). Die Jobcenter der Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg zählen mit 4.707 erwerbslosen Personen 70 weniger als vor einem Jahr (-1,5 Prozent).

Katharina Henkel Fotos: Agentur für Arbeit Bad Hersfeld - Fulda
Die Arbeitslosigkeit stieg gegenüber dem Vorjahresmonat nahezu in allen Personengruppen. Prozentual am stärksten war das Plus bei Personen unter 25 Jahren (+16,1 Prozent). Lediglich bei Menschen ohne deutschen Pass ist die Arbeitslosigkeit gesunken.
In beiden Landkreisen stellen zugewanderte Menschen auch eine feste Größe auf dem Ausbildungsmarkt dar. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den Landkreisen verlief allerdings etwas unterschiedlich.
Der Arbeitsmarkt im Juni 2026 im Landkreis Fulda
Die Arbeitslosigkeit in der Region Fulda ist gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen liegt zum Ende des Monats bei 5.087 und somit um 62 niedriger als im Mai. Die Arbeitslosenquote sank auf 3,9 Prozent (Vormonat: 4,0 Prozent, Vorjahr: 3,7 Prozent). Sie ist weiterhin die niedrigste in Hessen (Hessendurchschnitt 5,8 Prozent).
Beim Vergleich zum Vorjahr wird die schwächere Konjunktur sichtbar: Die Anzahl der Arbeitslosen stieg gegenüber Juni vergangenen Jahres um 212 bzw. 4,3 Prozent an. Bei der Agentur für Arbeit in Fulda nehmen derzeit 2.264 Menschen die Leistungen ihrer Arbeitslosenversicherung in Anspruch – 366 mehr als vor einem Jahr (+19,3 Prozent). Das Jobcenter des Landkreises Fulda zählt mit 2.823 erwerbslosen Personen 154 weniger als vor einem Jahr (-5,2 Prozent).
Die Arbeitslosigkeit stieg gegenüber dem Vorjahresmonat nahezu in allen Personengruppen. Prozentual am stärksten war das Plus bei Personen unter 15 und 25 Jahren (+21,8 Prozent auf 645). Lediglich bei Menschen ohne deutschen Pass ist die Arbeitslosigkeit gesunken. Derzeit sind 1.932 Ausländerinnen und Ausländern bei der Arbeitsagentur oder beim Kreisjobcenter arbeitslos gemeldet – 140 weniger als vor einem Jahr (-6,8 Prozent).
"Menschen mit Migrationsgeschichte kommen zunehmend auf dem Arbeitsmarkt in unserer Region an. In vielen Branchen könnten viele Leistungen ohne die Unterstützung aus dem Ausland bereits heute nicht mehr erbracht werden", erklärt Katharina Henkel, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda und untermauert dies mit Zahlen. So ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Landkreis Fulda in den vergangenen zehn Jahren zwar um rund elf Prozent gewachsen, doch dieses Wachstum wurde ausschließlich durch Personen getragen, die aus einem anderen Land zu uns gekommen sind.
13.598 der insgesamt 98.700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region haben keinen deutschen Pass. Neben fast 5.000 Zugewanderten aus Osteuropäischen Ländern wie Rumänien und Polen stammen rund 1.960 Personen aus Asylherkunftsländern wir Afghanistan oder Syrien, nahezu 1.000 aus der Ukraine.

Markus Vogt
Laut Markus Vogt, Fachdienstleiter Kommunaler Arbeitsmarkt beim Kreisjobcenter Fulda konnten viele geflüchtete Menschen ihre Deutschkenntnisse verbessern und eine Ausbildung oder Arbeit aufnehmen: "Auch an den Bedarfen des Arbeitsmarktes initiierte Qualifizierungsmaßnahmen und die vermehrte Anerkennung ausländischer Schul- und Berufsabschlüsse führten, verbunden mit gezielten Vermittlungsaktivitäten des Kreisjobcenters, zu verbesserten Integrationsergebnissen."
Der Arbeitsmarkt im Juni 2026 im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Die Arbeitslosigkeit in Waldhessen ist im Juni nahezu unverändert auf dem Niveau des Vormonats geblieben. Die Zahl der Arbeitslosen liegt zum Ende des Monats bei 3.046 und somit um 5 höher als im Mai. Die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 4,7 Prozent (Vorjahr: 4,2 Prozent) und liegt noch immer unter dem Hessendurchschnitt (5,8 Prozent).
Beim Vergleich zum Vorjahr wird die schwächere Konjunktur sichtbar: Die Anzahl der arbeitslosen Personen stieg gegenüber dem Juni vergangenen Jahres insgesamt um 270, bzw. 9,7 Prozent an. Bei der Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld nehmen derzeit 1.162 Menschen die Leistungen der Arbeitslosenversicherung in Anspruch – das sind 186 mehr als vor einem Jahr (+19,1 Prozent). Das Jobcenter des Landkreises Hersfeld-Rotenburg zählt mit 1.884 erwerbslosen Personen 84 mehr als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosigkeit wuchs gegenüber dem Vorjahresmonat nahezu in allen Personengruppen. Prozentual am stärksten war das Plus bei Personen unter 25 Jahren (+17,1 Prozent), während bei Menschen ohne deutschen Pass die Arbeitslosigkeit lediglich um 3,6 Prozent anstieg. Derzeit sind 1.029 Ausländerinnen und Ausländern bei der Arbeitsagentur oder beim Kreisjobcenter arbeitslos gemeldet – 36 mehr als vor einem Jahr (+3,6 Prozent).
Während die Zahl der deutschen Beschäftigten lediglich um rund ein Prozent stieg, verdreifachte sich die Zahl der ausländischen Beschäftigten. Aktuell haben 8.259 der insgesamt 49.512 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region keinen deutschen Pass. Neben Zugewanderten aus osteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Polen stammen 1.250 Personen aus Asylherkunftsländern wie Afghanistan oder Syrien, 800 aus der Ukraine.
"Die Qualifikation dieser Menschen ist unterschiedlich. Während etwas mehr als die Hälfte von ihnen im Helferbereich arbeitet, sprechen wir bei der anderen Hälfte von ausgebildeten Fachkräften", erläutert Katharina Henkel. Viele nutzen die Zeitarbeit als Einstieg in die deutsche Arbeitswelt, ein Großteil leistet im Gesundheitswesen wertvolle Arbeit, ebenso im Baugewerbe oder in der Produktion. "Egal an welcher Stelle unsere zugewanderten Mitbürgerinnen und Mitbürger tätig sind – wir brauchen sie!", sagt die Agenturleiterin, "Glücklicherweise kommen die zugewanderten Menschen auch auf dem Ausbildungsmarkt an. Jeder siebte der 515 Bewerbenden für einen Ausbildungsplatz in diesem Sommer hat einen Migrationshintergrund."

René Bieber
René Bieber, Fachbereichsleiter des Kreisjobcenters Hersfeld-Rotenburg, freut sich über die weiter vorhandene Aufnahmebereitschaft des regionalen Arbeitsmarktes, beklagt jedoch Einsparungen bei Integrations- und Berufssprachkursen, die geflüchteten Menschen den Weg in den Arbeitsmarkt erschweren: "Nachhaltige Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten beruht vor allem auf dem Erlernen der deutschen Sprache, innerer Motivation, realistischer Berufseinschätzung, Anerkennung von Abschlüssen sowie gezielter Beratung und Unterstützung – bei Erreichen von B1/B2 und begleitenden Qualifikationen gelingt eine langfristige Integration." (pg/pm) +++