04.07.26 - Der hessische Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU) machte am Freitagnachmittag gleich zweimal Station im Schlitzerland: In Unter-Wegfurth zeichnete er den Limousin-Zuchtbetrieb von Ulrich Pflanz mit dem Staatsehrenpreis des Landes Hessen aus – wenige Kilometer weiter übergab er in der Quecker Kulturscheune einen Förderbescheid aus dem Programm "Starkes Dorf+".

Der Minister macht sich selbst ein Bild von den prächtigen Tieren

Ingmar Jung bei der "Fütterung"
Da staunten die Rinder nicht schlecht: Es kommt schließlich nicht alle Tage vor, dass sich eine Delegation im feinen Zwirn auf ihre Weide verirrt. Der Anlass war freilich ein erfreulicher – und für die Familie Pflanz ein ganz besonderer. Auf seiner diesjährigen Sommertour führte der Weg von Staatsminister Ingmar Jung am Freitag ins Schlitzerland, zu zwei Terminen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch eines verbindet: Menschen, die sich mit Leidenschaft für ihre Sache und ihren Ort einsetzen.

Ulrich, Jasmin und Leni Pflanz

vlnr: Ulrich, Jasmin und Leni Pflanz
Vier Jahrzehnte Limousin-Zucht in Unter-Wegfurth
Den Auftakt machte der Besuch auf dem Hof am Wasserweg: Ulrich Pflanz ist der neue Träger des Staatsehrenpreises des Landes Hessen in der Rinderzucht. Die Auszeichnung, die das Land jährlich an Betriebe mit überdurchschnittlichem Engagement für die hessische Tierzucht vergibt, überreichte der Minister persönlich – samt graviertem Hofschild und Urkunde. "Ihre Fleischrinderzucht ist das Ergebnis jahrzehntelanger Leidenschaft und konsequenter Arbeit. Darauf können Sie mit Recht stolz sein", betonte Jung.

Minister Ingmar Jung und Familie Pflanz

Ortsvorsteher Hans Kraft begrüßt die Anwesenden
1986 hatte die Familie Pflanz die ersten Kühe der französischen Fleischrinderrasse Limousin gekauft, drei Jahre später trat sie dem hessischen Rinderzuchtverband bei – und gehört seitdem zu den aktivsten Limousin-Herdbuchzuchtbetrieben in Hessen. Landwirt "Uli" Pflanz dankte in seiner Ansprache vor allem seiner Frau Jasmin und Tochter Leni, die auf dem Hof tatkräftig mit anpacken und im nicht immer leichten Rinderzuchtgeschäft eine wertvolle Unterstützung sind. Die Pflanz’sche Herde umfasst heute 27 Kühe mit Kälbern, zwei Zuchtbullen sowie die weibliche Nachzucht und einige Jungbullen. Kenner schätzen die Rasse "Limousin" aus Zentralfrankreich für ihr fein marmoriertes Fleisch. Im Haupterwerb bewirtschaftet Pflanz an den Standorten Unter-Wegfurth und Burghaun 43 Hektar Grünland, 75 Hektar Ackerland und fünf Hektar Wald. Dass die Tiere aus dem Schlitzerland weit über die Region hinaus gefragt sind, belegen zahlreiche Siegertitel auf Landes- und Bundesebene – und mehr als 60 verkaufte Zuchttiere allein in den vergangenen fünf Jahren.
Dabei ist die Zucht bei den Pflanz' eine echte Familientradition: Schon Vater Dietrich und der Großvater standen für Qualität im Stall, wie Erster Stadtrat Willy Kreuzer in seiner Würdigung hervorhob. Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Dickert dankte dem Minister für die persönliche Übergabe – und lud ihn gleich wieder ins Schlitzerland ein: In gut einem Jahr steht das 100-jährige Jubiläum des Schlitzer Heimat- und Trachtenfestes an. Passend dazu wurde in Unter-Wegfurth direkt im Anschluss in der Halle von Familie Pflanz die Kirmes eröffnet.

Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Dickert

Ortsvorsteher Kraft freut sich für Queck

Kommunalpoitik trifft Staatsminister: vlnr: Stadtverordnetenvorsteher Jürgen ...
7.300 Euro für das Gemeinschaftszelt an der Kulturscheune
Weiter ging es für den Minister in den Nachbarort: In der Kulturscheune in Queck übergab Jung einen Zuwendungsbescheid über 7.300 Euro aus dem Landesprogramm "Starkes Dorf+". Gefördert wird ein Gemeinschaftszelt, das künftig auf der Terrasse der Kulturscheune seinen Platz findet. Ortsvorsteher Hans Kraft konnte bei der Begrüßung auf eine kleine Erfolgsgeschichte zurückblicken: Bereits zum dritten Mal profitiert Queck von dem Programm – nach der Bühnenbeleuchtung und dem Backhaus-Projekt, aus dem schließlich mobile Backhäuser wurden, die sich flexibel bei Straßenfesten oder auf privaten Höfen einsetzen lassen. Aus eben diesen Backhausfesten und einem Feuerwehrfest entstand der Wunsch nach dem Zelt – das in seiner ursprünglichen Form allerdings nicht den Sicherheitsvorschriften entsprach und umgebaut werden muss. Der neue Förderantrag machte den Weg dafür nun frei.

Ein Kleines Dankeschön an den Minister aus der Schlitzer Destillerie

Willy Kreutzer

Das Organisationsteam aus Queck
Erster Stadtrat Kreuzer dankte Kraft für dessen Eigeninitiative bei der aufwendigen Antragstellung und dem Minister für die Fördermöglichkeit, ohne die solche Projekte kaum umsetzbar wären. Jung wiederum machte deutlich, dass es bei der Förderung um mehr als Geld gehe – nämlich um die Wertschätzung des Ehrenamts. Auch die Brauchtumsförderung seines Ministeriums sei deshalb um 150 Prozent erhöht worden. Mit dem Programm "Starkes Dorf+" unterstützt das Land Initiativen im ländlichen Raum mit 1.000 bis 7.500 Euro je Projekt – hessenweit wurden bereits mehr als 1.000 Vorhaben gefördert. (Christoph Blum)+++