Landtagsabgeordnete Jennifer Gießler und Bürgermeister Heiko Siemon besichtigten mehrere Zukunftsprojekte in Schlitz. - Foto: Privat

SCHLITZ So verändert sich die Burgenstadt

Millionenprojekte: Vom Brauereiviertel bis zum Dünger aus Klärschlamm

28.07.26 - Ein neues Kulturviertel auf einem ehemaligen Brauereigelände, ein für Millionen Euro modernisiertes Freibad und eine Kläranlage, die künftig wertvollen Phosphor zurückgewinnen soll: In Schlitz (Vogelsbergkreis) laufen gleich mehrere große Zukunftsprojekte. Landtagsabgeordnete Jennifer Gießler informierte sich gemeinsam mit Bürgermeister Heiko Siemon über die Vorhaben und die Herausforderungen der Stadt.

Mehrere der Projekte wurden mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen umgesetzt oder auf den Weg gebracht. Bei ihrem Rundgang besichtigten Gießler und Siemon zunächst den sogenannten Hahnekiez auf dem Gelände der ehemaligen Auerhahn-Brauerei.

Auf dem Gelände der ehemaligen Auerhahn-Brauerei entsteht mit dem Hahnekiez ein ...Archivfoto: O|N/Philipp Gerhard

Polizei, Bürgerbüro und Brauhaus ziehen ein

Dort entsteht ein neues Kulturviertel, das historische Gebäude mit Gastronomie, Kultur und Begegnungsmöglichkeiten verbinden soll. In eine der Baustellen soll schon bald die Gaststätte "Brauhaus Hahnekiez", das frühere Braustübchen, einziehen. Für ein historisches Backsteingebäude gibt es ebenfalls konkrete Pläne: Dort sollen künftig das Bürgerbüro der Stadt, die Polizei und die Redaktion des Schlitzer Boten untergebracht werden.

"Der Hahnekiez zeigt eindrucksvoll, wie aus einem historischen Areal ein lebendiges Viertel mit ganz unterschiedlichen Nutzungen entstehen kann. Hier werden Stadtentwicklung, Kultur und die Bewahrung der örtlichen Geschichte miteinander verbunden", erklärte Gießler.

In das Schlitzerländer Burgenbad wurden insgesamt 8,9 Millionen Euro investiert. ...Archivfoto: O|N/Marius Auth

8,9 Millionen Euro für das Burgenbad

Anschließend führte der Rundgang zum gut besuchten Schlitzerländer Burgenbad. In die Sanierung und Modernisierung des Freibades wurden insgesamt 8,9 Millionen Euro investiert. Davon stammten 2,5 Millionen Euro aus Fördermitteln. Zu den Maßnahmen gehören neue Edelstahlbecken, Verbesserungen bei der Barrierefreiheit sowie eine energetische Modernisierung. Dafür wurden unter anderem eine Photovoltaikanlage und eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe installiert.

"Das Burgenbad ist nicht nur für Schlitz, sondern für die gesamte Region ein wichtiger Freizeit- und Begegnungsort. Es ist wichtig, dass Kinder weiterhin vor Ort schwimmen lernen können. Die Investitionen sichern die Zukunft des Bads und zeigen, wie kommunale Infrastruktur moderner, barriereärmer und energieeffizienter gestaltet werden kann", betonte Gießler.

Die Kläranlage in Schlitz soll künftig Phosphor aus Klärschlamm zurückgewinnen. ...Archivfoto: O|N/Hans-Hubertus Braune

Millionenförderung für Phosphor-Projekt

Eine weitere Station war die Kläranlage. Dort entsteht eine neue Technik, mit der Phosphor aus Klärschlamm zurückgewonnen werden soll. Das Vorhaben zählt zu den ersten Demonstrationsprojekten dieser Art in Hessen. Die Gesamtausgaben liegen bei knapp sieben Millionen Euro. Das Land Hessen beteiligt sich mit 3,2 Millionen Euro. Der gewonnene Phosphor soll künftig unter anderem als Dünger in der regionalen Landwirtschaft eingesetzt werden.

"Schlitz leistet hier echte Pionierarbeit. Das Projekt stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft, schont begrenzte Ressourcen und kann Vorbild für viele andere Kommunen sein. Die hohe Landesförderung unterstreicht die besondere Bedeutung dieses innovativen Vorhabens", so die Abgeordnete.

Das Land Hessen unterstützt das innovative Phosphor-Projekt mit 3,2 Millionen Euro. ...Archivfoto: O|N/Hans-Hubertus Braune

Infrastruktur bleibt große Herausforderung

Zum Abschluss sprachen Gießler und Siemon im Rathaus über die besonderen Anforderungen einer großflächigen Stadt im ländlichen Raum. Im Mittelpunkt standen der Erhalt der Infrastruktur in der Kernstadt und den zahlreichen Stadtteilen sowie die damit verbundenen finanziellen und organisatorischen Belastungen.

"Schlitz stellt mit großem Engagement wichtige Weichen für die Zukunft. Mein Dank gilt Bürgermeister Heiko Siemon für die umfassenden Einblicke und den offenen Austausch. Gerade unsere Flächenkommunen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und eine starke Unterstützung, damit gleichwertige Lebensverhältnisse auch im ländlichen Raum gesichert werden können", erklärte Gießler abschließend. (pm/Constantin von Butler) +++


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