06.09.26 - Von einer leidenden Besitzerin über eine Erkrankung, die tödlich enden kann, bis hin zum möglichen Ende beim Schlachter – die Pferde Silence, Ruby und Jack erlebten alle eine unterschiedliche, aber herzzerreißende Vergangenheit. Jetzt dürfen sie alle die gleiche, glückliche Zukunft beim Tierschutzverein "Verantwortung Leben" genießen. "Aus verschiedenen Gründen sind sie alle bei uns gelandet – und jetzt tun wir alles, um für sie da zu sein", macht die Verantwortliche Silke Gramatzki-Wieczorek klar.
Bei einer exklusiven Führung erhält OSTHESSEN|NEWS einen beeindruckenden Einblick in die Arbeit des 2006 gegründeten Tierschutzvereins. Dabei haben wir alle tierischen Bewohner kennenlernen dürfen – darunter Kater Tommy und seine berührende Geschichte und die acht Pferde, die ihre restliche Zeit am Lebenshof in Hosenfeld-Hainzell (Landkreis Fulda) verbringen dürfen.

Sie alle dürfen die gleiche, glückliche Zukunft beim Tierschutzverein "Verantwortung ...

Gemeinsam mit ihrem Mann, dem früheren Polizisten Joachim, und ihrem Team kümmert ...
Manchmal muss man loslassen, um die Liebsten glücklich zu machen
Seit etwa fünf Jahren ist die 25-jährige Appaloosa-Stute Ruby, die ursprünglich Lady hieß, fester Bestandteil des Tierschutzvereins. Ihr Leben war genau das, was sich viele wünschen: voller Liebe und mit einer tollen Verbindung zur Reiterin. Doch so ist es leider nicht geblieben. "Ihre junge Besitzerin war schwer erkrankt. Von diesem Zeitpunkt an konnte sie sich nicht mehr um Ruby kümmern. Schweren Herzens ist die Stute dann zu uns gekommen", berichtet Silke voller Mitleid in den Augen.

Seit etwa fünf Jahren ist die 25-jährige Appaloosa-Stute Ruby, die ursprünglich ...
Zwar bestehe der Kontakt zur früheren Besitzerin noch, doch sowohl für die Reiterin als auch für das Pferd ist das kein Segen. "Beide litten darunter. Wenn das Mädchen wieder weg war, ist Ruby total unglücklich und voller Sorge gewesen", erklärt die Hofbesitzerin. Rubys Weg zeigt, wie tief Bindungen zwischen Mensch und Tier gehen - und warum es manchmal leider ein Akt der Liebe ist, loszulassen, damit ein neues, stabiles Leben beginnen kann.

Jetzt fühlt sich Ruby sehr wohl in ihrem neuen Zuhause.
Trotz verschiedener Krankheiten – Silence ist niemals allein
Selbst unter einer Krankheit leidet die 16-jährige Araber-Stute Silence. Seit etwa einem Jahr ist sie Teil der Lebenshof-Familie. Der Grund: Die hübsche Stute hat Hufrehe. "Das kann auch oft tödlich enden", erklärt Silke im Gespräch mit
O|N. Da die Bedingungen in ihrem bisherigen Zuhause nicht optimal waren, ist sie im März 2025 umgezogen. "Hier wird ihre Erkrankung engmaschig kontrolliert, ihre Ernährung angepasst und auf ausreichend Bewegung geachtet." Als wäre das alles noch nicht genug, verträgt sie aufgrund einer Augenentzündung keinen Wind und keine Sonne. Aus diesem Grund trägt sie die meiste Zeit einen Schutz.

Silence leidet unter verschiednen Krankheiten.
Bei all diesen Schicksalsschlägen steht ihr – neben dem jetzigen Team des Tierschutzvereins - vor allem eine zur Seite: die kleine und gemütliche Sunny. Seit dem dritten Lebensjahr von Silence stehen die beiden zusammen "und das machen wir selbstverständlich nicht kaputt", betont Silke. Trotz Krankheit, Schmerz und Einschränkungen darf Silence – mit Sunny an ihrer Seite – einfach sie selbst sein, ohne sich wie eine Last zu fühlen.

Immer an ihrer Seite ist Sunny...

... und das Team vom Lebenshof.
Er sollte zum Metzger – und bekommt jetzt ganz viel Liebe
Ein Schicksal, das oft in Filmen vorkommt, dadurch aber nicht weniger schlimm wird, ist das von Jack. Nach zwei Jahren Einsamkeit – oder wie Silke sagt: "nach seelischer Grausamkeit" – ist der 16-jährige Wallach endlich am Lebenshof angekommen. "Als eigentliches Herdentier war er zu lange alleine", so die Tierliebhaberin gegenüber
O|N. Doch Jacks Geschichte reicht lange zurück – und es war ein Kampf, ihm im Hainzell ein neues Zuhause zu geben.

Der muntere Jack sollte zum Metzger - doch zum Glück hat der Lebenshof rechtzeitig ...
Alles begann mit einer Frau, die Katzen abgeben wollte. "Das Veterinäramt hatte uns empfohlen. Insgesamt konnten wir 32 Tiere aus einem furchtbaren Haushalt retten – alle verschnupft und krank." Ohne zu genau ins Detail zu gehen, macht Silke deutlich: "Nach viel Ärger und emotionalem Leid haben wir das Pferd bekommen." Bei dieser Geschichte wird vor allem das Engagement des Vereins deutlich. Denn: "Hätten wir nicht etwas unternommen, wäre Jack zum Metzger gekommen." Genau dieses Schicksal ist das, was Jack für die ehrenamtliche Pflegerin Alina Hubl so besonders macht. "Trotz allem kenne ich ihn als offenes, dankbares und gut gelauntes Pferd", so die 27-Jährige.

Genau dieses Schicksal ist das, was Jack für die ehrenamtliche Pflegerin Alina Hubl ...

"Trotz allem kenne ich ihn als offenes, dankbares und gut gelauntes Pferd." ...
Am Ende zeigen Ruby, Silence und Jack vor allem eines: dass ein gebrochenes Leben wieder heil werden kann, wenn jemand hinsieht, handelt und bleibt. Genau das passiert hier bei "Verantwortung Leben" – jeden Tag, für jedes einzelne Tier.
(Mia Schmitt) +++
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