28.07.26 - Bis zu 60 Arbeitsplätze, rund 4.000 Liter selbst produzierter Apfelmost und täglich etwa 120 Mittagessen: In den Einrichtungen der Hephata Diakonie in Breitenbach am Herzberg greifen Beschäftigung, Suchthilfe und soziale Betreuung eng ineinander. Die CDU-Landtagsabgeordnete Stefanie Klee hat sich vor Ort ein Bild von den Angeboten gemacht – und dabei auch von einem Problem erfahren, das die Teilhabe vieler Klienten erschwert.
Gemeinsam mit Hohenrodas Bürgermeister Andre Stenda besuchte Klee zunächst die Schreinerei am Herzberg. Die anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderung bietet bis zu 60 Menschen mit einer Suchterkrankung und/oder seelischen Behinderung eine Beschäftigung.
Holzprodukte aus nachhaltiger Forstwirtschaft
In der Schreinerei und Drechslerei entstehen unter anderem Drechselwaren und Kleinserien von Gartenmöbeln. Verarbeitet wird Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Daneben bietet die Arbeitsgruppe Dienstleistungen im Garten- und Landschaftsbau, bei der Aktenvernichtung sowie bei der Prüfung elektrischer Geräte und Anlagen an. Klee ließ sich die Arbeitsbereiche zeigen und sprach mit den Beschäftigten. "Ich bin begeistert, wie sie hier kreativ mit Holz arbeiten!"

CDU-Landtagsabgeordnete Stefanie Klee informierte sich in Breitenbach am Herzberg ...Archivfotos: O|N
Hilfe bei Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit
Anschließend besuchte die Landtagsabgeordnete das Herzberghaus. Die sozialtherapeutische Einrichtung begleitet erwachsene Menschen mit Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit bei ihrer sozialen und beruflichen Rehabilitation. Seit 1987 gehört sie zur Hephata Diakonie.
Einrichtungsleiter Thomas Schmidt stellte die verschiedenen Angebote vor. Diese reichen vom Wohnen und tagesstrukturierenden Maßnahmen über berufliche Orientierung und Qualifikation bis zur betriebsintegrierten Beschäftigung und zur Arbeit in Werkstätten. "Unser Ziel ist es, Menschen langfristig zu begleiten und ihnen die Unterstützung zu bieten, die sie in ihrer jeweiligen Lebenssituation benötigen", erläuterte Stefan Gerland, kaufmännischer Vorstand. "Durch die enge Vernetzung unserer Angebote können viele Menschen in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und erhalten zugleich die Hilfen, die sie benötigen."
Klee besichtigte außerdem den geschützten Wohnbereich. Dort leben Menschen auf Grundlage eines richterlichen Unterbringungsbeschlusses. Ziel sei es, Menschen mit erheblicher gesundheitlicher Selbstgefährdung zu schützen und ihnen zugleich möglichst viel Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Gemeinsam mit Hohenrodas Bürgermeister Andre Stenda besuchte Klee die Einrichtungen ...
Kantine versorgt Schule und Kindertagesstätte
Wie umfangreich die Beschäftigungsangebote sind, zeigen auch die Zahlen: Im vergangenen Jahr produzierten die Klienten gemeinsam rund 4.000 Liter Apfelmost. Zudem bewirtschaften sie etwa einen Hektar Feldgemüsebau. Die Küche des Herzberghauses bereitet täglich rund 120 Mittagessen zu. Aus einer zunächst kleinen Kooperation entwickelte sich eine feste Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte und der Grundschule in Breitenbach. "Unsere Kantine hat Schule gemacht", sagte die stellvertretende Einrichtungsleiterin Birgit Buchhagen-Palmer mit einem Schmunzeln.
Fehlende Busverbindung erschwert den Alltag
Neben den Erfolgen wurde bei dem Besuch auch eine aktuelle Herausforderung angesprochen. Während der Sommerferien halte der Bus nicht mehr im Ortsteil Oberjossa. Für viele Klienten werde dadurch der Weg zum Einkaufen und zu anderen Angeboten der gesellschaftlichen Teilhabe deutlich schwieriger.
Zum Abschluss würdigte Klee die Arbeit der Beschäftigten: "Sie leisten hier eine fantastische und wichtige Arbeit. Sie geben den Menschen die Möglichkeit wieder einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Jeder braucht eine Aufgabe, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Besonders freut mich die angenehme Atmosphäre, die ich hier im Team wahrnehme." (pm/Constantin von Butler) +++