Die Druckerei ppm muss ihren Geschäftsbetrieb komplett einstellen - Archivfoto: O|N Rene Kunze

FULDA Rund 67 Mitarbeiter vor dem Aus

Druckerei ppm Fulda schließt am Freitag endgültig - alle Aufträge weggebrochen

31.07.26 - Erneute Hiobsbotschaft aus der heimischen Wirtschaft! Die Druckerei ppm Fulda GmbH & Co. KG, die auf Rollenoffset­druck im Kleinformat spezialisiert ist, muss ihren Geschäftsbetrieb am Freitag für immer einstellen. Das hiesige Unternehmen hatte bereits zweimal Insolvenz anmelden müssen, zuletzt im Dezember 2025. Zwei Jahre zuvor hatten private Investoren die Druckerei übernommen, die zur Mediengruppe Parzeller gehört hatte. Zum Insolvenzverwalter war im Dezember Rechtsanwalt André Rombach aus Erfurt bestellt worden. Er bestätigte auf O|N-Anfrage, dass die Firma am 31. Juli endgültig schließen wird. Davon betroffen sind rund 67 Mitarbeiter, die ihre Kündigung bereits erhalten hätten, so der Insolvenzverwalter.

Druckereien sind sehr energieintensiv Foto: Symbolbild pixabay

Das Unternehmen war 2022 von der Mediengruppe Parzeller an private Investoren verkauft worden und hatte anschließend beim Amtsgericht Fulda einen Antrag auf Insolvenz in Eigen­verwaltung gestellt. Cornelius Weidmann, Generalbevollmächtigter von ppm Fulda, zeigte sich Ende 2025 noch zuversichtlich, eine Lösung zum Erhalt des Unternehmens zu finden. Die meist langjährigen Mitarbeiter hielten der Firma die Treue, so dass man auf die Erfahrung dieser bewährten Kräfte bauen könne. Nach einer anfänglich positiven Entwicklung musste die Druckerei aber erneut einen Umsatzeinbruch hinnehmen.

Endgültiges Aus trotz zahlreicher Sanierungsbemühungen

Obwohl es innerhalb des Unternehmens zahlreiche Sanierungsbemühungen gegeben habe, sei es nicht gelungen, einen neuen Investor für die Druckerei zu finden, erklärte Insolvenzverwalter André Rombach am Donnerstag gegenüber O|N. Etliche Großkunden der Druckerei seien abgesprungen und hätten ihre Aufträge ins europäische Ausland verlagert, weil dort wesentlich günstiger produziert werden könne. Das Druckgewerbe ist besonders energieintensiv und leidet unter den hohen Produktionskosten und der sinkenden Nachfrage, die die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens nicht mehr gewährleistet hätten.

Seit 42 Jahren im Unternehmen

Eine Mitarbeiterin, die nicht namentlich genannt werden möchte, bestätigte gegenüber O|N, dass alle ppm-Angestellten zum 31. Juli gekündigt worden seien. "Es ist bitter für uns. Ich habe hier gelernt und arbeite immerhin seit 42 Jahren in dieser Firma", sagt sie. Die Nachfrage nach Printprodukten wie Katalogen, Prospekten, Campingführern, Gebrauchsanweisungen und Telefonbüchern, auf die sich ppm spezialisiert habe, sei kontinuierlich zurückgegangen. "Der Markt ist hart umkämpft und die wenigen Aufträge gehen an die Großen in der Branche", konstatiert sie. (ci) +++

Foto: Adobe Stock / industrieblick


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