
Es ist an einem Samstag, 11:27 Uhr: Eine männliche Person hängt in der Straße 'Am Bahnhof' mit dem Arm im Geländer. "Lebt der noch?", fragt ein Passant. - Fotos: privat / O|N / Christian P. Stadtfeld
FULDA
"Schon früh sind viele volltrunken"
Junkies, Alkohol, Müll! Bahnhofsviertel wird immer mehr zum Problem-Hotspot
18.08.26 - Lautes Gegröle, Müll, Alkohol und Drogen. Rund um den Bahnhof Fulda ist die Lage angespannt. Besonders in der oberen Bahnhofstraße und auf dem Vorplatz des ICE-Bahnhofs tummelt sich vermehrt "schwieriges Klientel". So nennt Bürgermeister Dag Wehner (CDU) die teils szenebekannten Personen, als OSTHESSEN|NEWS dem Ordnungsdezernenten Fotos von der Lage vor Ort zeigt. Die Aufnahmen wurden über einen längeren Zeitraum gesammelt und stammen von unseren Reportern, aber auch von Augenzeugen. Und sie dokumentieren gesellschaftliche Probleme. Die Stadt Fulda verspricht: "Wir kennen die Situation in allen Facetten und kümmern uns."
Es ist an einem Samstag, 11:27 Uhr: Eine männliche Person hängt in der Straße 'Am Bahnhof' mit dem Arm im Geländer. "Lebt der noch?", fragt ein Passant. Dann wird klar: Der Mann schläft und ist zugedröhnt. Nebendran macht eine Menschentraube wilde Party. Sie konsumieren hochprozentigen Alkohol. Der Bahnhofsvorplatz ist Waffenverbotszone und es herrscht Alkoholverbot. Das ist dem Klientel bekannt. Deshalb suchen sich die Gruppen Örtlichkeiten außerhalb der Sperrzone.

Täglicher Standard: Lautes Gegröle einer Menschentraube in der oberen Bahnhofstraße. ...
Extrem ist die Situation im oberen Bereich der Bahnhofstraße. Fast täglich erreichen uns Beschwerden von dort. "Die gehen in den Flur, urinieren und schmeißen ihren Müll ins Treppenhaus – das ist einfach nur eklig", berichtet der Mieter eines Geschäftshauses. Auf offener Straße liegt ein Mann am Weg, auf einer Bank nebenan sitzen und hocken 13 Personen – sie machen Lärm und rauchen. Rundherum liegt Müll, der liegenbleibt.
"Junkies konsumieren auf offener Straße Drogen – schon früh sind viele von denen volltrunken", berichtet ein Anwohner der O|N-Redaktion. Das Tegut-Quartier in der Bahnhofstraße öffnet frühs um 5:30 Uhr. "Dort wird flaschenweise Wodka gekauft. Und um 10 Uhr geht die Party dann los."
Auch dieses Bild gehört mittlerweile zur Normalität.

Ein Anwohner berichtet: "Um 10 Uhr geht die Party los!"

Drogenkonsum auf offener Straße

Sehr präsent: die Landespolizei
Bürgermeister Wehner schickt die Stadtpolizei regelmäßig zum Bahnhof und ins Umfeld. "Wir fahren Streife, zeigen vor Ort Präsenz und sprechen auch Platzverweise aus, wenn es der rechtliche Rahmen zulässt", so der Ordnungsdezernent, der ein "konsequentes Handeln", auch in Zusammenarbeit mit Bundes- und Landespolizei, bei der Durchsetzung des Rechtsrahmens betont. "Das gilt auch für aggressives Betteln. Wir beobachten, dass immer wieder 'Schlafzimmer im öffentlichen Raum' eingerichtet werden – mit Kartonagen und Matratzen. Vor allem Eingangsbereiche sind betroffen. Hier greifen wir sofort ein und lassen räumen."

Schon früh morgens sind die ersten Personen volltrunken.

Kein schönes Bild: Ein Mann liegt auf dem Geweg. Passanten laufen vorbei. ...

Geschlossene Geschäfte
Ordnungsdezernent: "Es geht nur gemeinsam!"
Wehner nimmt hier aber auch die Hausbesitzer in die Pflicht. "Wenn nicht alle an einem Strang ziehen, werden wir die Probleme nicht lösen können. Es geht nur gemeinsam. Deshalb gibt es schon viele Runden mit den einzelnen Akteuren", so der Bürgermeister, der auch rät, Wahrnehmungen und Verstöße der Ordnungsbehörde per E-Mail unter [email protected] zu melden – oder auch die Stadtwache telefonisch unter 0661/102-1365 zu informieren.

Die Polizei kontrolliert regelmäßig rund um den Bahnhof.

Taschenkontrollen und Personalienfeststellungen gehören immer dazu.

Viele Personen sind szenebekannt,
Für unsere Redaktion ist nach den intensiven Recherchen vor Ort klar:
OSTHESSEN|NEWS bleibt am Thema "Fuldaer Bahnhofsviertel" dran. (Christian P. Stadtfeld) +++