Der Krimi um den Verkauf der Tegut-Kette geht in die Verlängerung - Fotos: O|N-Archiv

REGION Kartellamt hat Bedenken geäußert

Minister Mansoori zu Tegut-Verkauf: "Arbeitsplätze und Nahversorgung sichern"

02.08.26 - Wie bereits berichtet, hat das Bundeskartellamt in Bonn im Hauptprüfverfahren zur geplanten Übernahme der hessischen Supermarktkette Tegut durch Edeka einen vorläufigen Entscheidungsentwurf vorgelegt. Demnach sieht die Behörde fast 40 "wettbewerblich kritische Markträume", in denen die Übernahme in der geplanten Form nicht genehmigt würde. Der hessische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Kaweh Mansoori betont in einer Stellungnahme zum Verfahren die Bedeutung von Arbeitsplätzen und Nahversorgung für die Menschen.

Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori sorgt sich um die Arbeitsplätze und ...O|N-Archivfoto: Carina Jirsch

Edeka hat sein Kaufinteresse schon früh bekundet

Kartellamtspräsident Andreas Mundt sieht bei 37 regionalen Märkten erhebliche ...Foto: Bundeskartellamt / Bernd Lammel

Nach der vorläufigen Bewertung der Bundesbehörde bestehen gegen den angemeldeten Zusammenschluss in seiner derzeitigen Ausgestaltung erhebliche wettbewerbliche Bedenken. Die bislang von Edeka angebotenen Zusagen reichten nach vorläufiger Einschätzung nicht aus, um diese vollständig auszuräumen. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, hatte dazu erläutert, dass eine abschließende Entscheidung damit aber noch nicht getroffen worden sei. "Unsere Aufgabe ist es, den angemeldeten Zusammenschluss ausschließlich nach den Vorgaben des Wettbewerbsrechts zu beurteilen. Für die Berücksichtigung anderer öffentlicher Interessen, wie zum Beispiel Beschäftigungseffekte, sieht das Gesetz gesonderte Verfahren vor."

Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) erklärt dazu: "Das Bundeskartellamt entscheidet unabhängig und hat die Aufgabe, den Wettbewerb zu schützen. Gleichzeitig muss der politische Umgang mit Nahversorgern lebensnah sein. Wenn Filialen im ländlichen Raum schließen, verlieren viele Menschen ihren Arbeitsplatz und die Bevölkerung teils ihren einzigen Nahversorger. Dann verkommt das Kartellrecht zu lebensfremder Theorie. Die Arbeitsplätze und die Bedeutung der Filialen für die Nahversorgung der Menschen müssen berücksichtigt werden. Die Bundesregierung muss sich positionieren, aus gutem Grund ist eine Ministerentscheidung möglich", sagte Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori.

"Hessen hat ein starkes Interesse am Erhalt von Tegut"

Tegut ist seit Jahrzehnten in Hessen verwurzelt und zählt zu den prägenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels. Das Unternehmen beschäftigt mehrere tausend Menschen und ist insbesondere in ländlichen Regionen ein wichtiger Arbeitgeber und Teil der Nahversorgung. Für die Landesregierung steht deshalb im Mittelpunkt, dass Arbeitsplätze und die Nahversorgung der Menschen gesichert werden. (pm/ci) +++


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