Blick von oben: Der Nidda-Stausee bei Schotten (Vogelsbergkreis). - Fotos: Timon Ulm

SCHOTTEN Rund drei Mio. Kubikmeter Wasser gespeichert

Hitze und kein Regen in Sicht: So ist die Lage an der Niddatalsperre

08.08.26 - Die Natur ächzt unter der langanhaltenden Hitzeperiode. Viele Seen sind von Austrocknung bedroht. Am westlichen Rand des Vogelbergkreises bei der Stadt Schotten befindet sich ein beliebtes Naherholungsgebiet. Joachim Arnold, Verbandsvorsteher des Wasserverbandes Nidda, gibt einen Überblick: "Die Lage an der Niddatalsperre ist ähnlich wie in vergangenen Sommern. Der Wasserstand ist saisonal bedingt niedriger als im Winter. Aktuell sind rund drei Millionen Kubikmeter Wasser in der Talsperre gespeichert. Der Wasserstand liegt bei über 20 Metern."

O|N schaute sich vor Ort um.

Die Wasserqualität sei aktuell gut - "auch wenn die Temperatur der oberen Wasserschicht mit über 22 Grad bereits hoch ist". Derzeit beträgt die Sichttiefe in der Talsperre etwa zwei Meter. Weiter heißt es: "Aus der Niddatalsperre werden aktuell circa 100 Liter pro Sekunde Wasser in die Nidda abgegeben. Das ist die behördlich festgelegte Mindestabgabemenge und diese wird bereits seit Monaten praktiziert."

"Gewässerökologie nach der Talsperre intakt"

Die Abgabemenge sei dabei in der Betriebsvorschrift für die Niddatalsperre von der Oberen Wasserbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt festgelegt worden. Diese werde unabhängig davon abgegeben, wie viel Wasser aktuell in die Talsperre zufließt. Dadurch soll ein sogenannter Mindestwasserabfluss sichergestellt werden. "Der Erfolg dieses Vorgehens ist auch für den Laien schnell erfassbar. Oberhalb der Niddatalsperre ist die Nidda im Sommer augenscheinlich häufig trocken, unterhalb der Niddatalsperre führt die Nidda dagegen dauerhaft Wasser." Die positive Folge: "Im gesamten Lauf der Nidda nach der Talsperre ist die Gewässerökologie intakt." Das Wasser der Nidda fließt im weiteren Verlauf durch die Wetterau, nimmt dabei eine Reihe von Zuflüssen auf und mündet in Höchst in den Main, so der Verbandsvorsteher abschließend.

Ablauf des Stausees spielt wichtige Rolle

Auch Edwin Schneider, Schatzmeister der Schutzgemeinschaft Vogelsberg, stellt zunächst heraus: "Es ist richtig, dass die Natur unter dem immer weiter voranschreitenden Klimawandel und der damit verbundenen Trockenheit sehr leidet. Die Wiesen sind alle dürr, die Bäume und Wälder leiden unter dem Hitzestress, die Quellen versiegen und die Bach- und Flussläufe fallen oft trocken." Die Regulierung des Wasserstands sei eine wichtige Maßnahme, besonders in solch trockenen Zeiten. "Aus unserer Sicht muss das Fließgewässer Nidda auf jeden Fall mit Wasser aus dem Oberlauf der Nidda versorgt werden." Würde die Wasserabgabe aus dem Stausee eingestellt, könnten längere Abschnitte der Nidda trockenfallen und wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren gehen. "Stauseen reichern das Grundwasser durch Versickerung an. Bei Wasserknappheit im Fließgewässer sollte aber immer der Durchfluss gewährleistet werden und eher der Wasserstand im Stausee abgesenkt werden."

Die weitere Entwicklung der Wasserstände in Hessens Flüssen, Bächen und Seen wird damit vielerorts aufmerksam verfolgt – vor allem mit Blick auf die Niederschläge der kommenden Wochen. (mkr) +++


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum
Cookie-Einstellungen anpassen

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Whatsapp
Instagram
TikTok

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön