Berlin, 20. November 1961. Mauerbau. Soldaten der britischen Schutzmacht beobachten die Bauarbeiten hinter Sichtblenden auf der Westseite des Brandenburger Tors. - Foto: picture alliance / akg-images | akg-images

REGION Auch Osthessen war betroffen

"Zukunft braucht Erinnerung": Boris Rhein gedenkt 65 Jahre Berliner Mauer

13.08.26 - Vor genau 65 Jahren, am 13. August 1961, wurde die Berliner Mauer errichtet. Damals riegelten bewaffnete DDR-Truppen die Grenze nach West-Berlin ab. Millionen DDR-Bürger wurden über Nacht in der DDR eingesperrt. Bis zum Mauerfall am 9. November 1989 war Berlin geteilt.

In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 gab Walter Ulbricht, der DDR-Staatsratsvorsitzende, den Befehl zur Abriegelung der Sektorengrenze in Berlin. Dies war damals das letzte noch verbliebene Schlupfloch zwischen Ost- und Westdeutschland. Seit dieser Nacht wurde Berlin durch die Mauer, Stacheldraht und Selbstschussanlagen geteilt. Weltweit wurde die Mauer schließlich zu einem Symbol des Kalten Krieges.

Berlin, November 1961. Mauerbau. Errichtung einer Betonmauer am Brandenburger Tor. ...Foto: picture alliance / akg-images | akg-images

Die Mauer zwischen Ost- und Westberlin hatte eine Länge von 43,1 Kilometern. Über 100.000 Bürgerinnen und Bürger der DDR versuchten zwischen 1961 und 1988 über die innerdeutsche Grenze und über die Berliner Mauer zu fliehen. Mehrere Hundert davon starben.

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein am Tag der Deutschen Einheit 2025 auf Point ...Archivfoto: Carina Jirsch

"Mauerbau war ein Verbrechen an die Freiheit"

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) erklärt dazu exklusiv gegenüber OSTHESSEN|NEWS: "Zukunft braucht Erinnerung. Der Mauerbau vor 65 Jahren war ein Verbrechen an der Freiheit Millionen Deutscher, das niemals in Vergessenheit geraten darf. Wir müssen alles dafür tun, dass das Unrecht der SED-Diktatur nicht vergessen wird und in den Köpfen der Menschen präsent bleibt. Das gilt nicht nur für die Berliner Mauer, sondern auch für die ganze frühere innerdeutsche Grenze und die Geschichte der deutschen Teilung."

Eine Arbeitskolonne der Kampfgruppen der Ostberliner Betriebe rammt am 19.08.1961 ...Foto:picture-alliance / dpa | Zettler

Auf Point Alpha wird die Erinnerung lebendig Archivfotos: Carina Jirsch

Die innerdeutsche Grenze verlief zwischen Hessen und Thüringen,

Auch Osthessen war schließlich von der innerdeutschen Grenze betroffen. Sie verlief zwischen Hessen und Thüringen, war rund 270 Kilometer lang und trennte die Bundesrepublik von der DDR. Heute gibt es in Hessen drei Gedenkstätten: Das Grenzmuseum Schifflersgrund, die Grenzgedenkstätte Point Alpha bei Rasdorf im Landkreis Fulda und der Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen. Diese werden vom Land Hessen sowie mit Komplementärmitteln Thüringens und des Bundes für gemeinsame Vorhaben gefördert. Für Point Alpha stehen finanzielle Mittel des Landes Hessen in Höhe von bis zu 80.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Darüber hinaus sind einzelne Projektförderungen auf Antrag möglich. Bei Point Alpha hat das Land zusätzlich Stiftungskapital eingebracht.

Zur Grenzgedenkstätte Point Alpha kommen jedes Jahr tausende Besucher

Abschließend sagt Regierungschef Rhein: "Mehr denn je braucht es Zeitzeugengespräche in Schulen, Besuche in Gedenkstätten und lebendige Städtepartnerschaften zwischen Ost und West. Die Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Hessen leisten hierzu wertvolle Arbeit. Sie erinnern und machen sichtbar, welche Folgen es hat, wenn ein Land geteilt und Menschen unterdrückt werden. Freiheit ist nicht selbstverständlich. Sie muss errungen und immer wieder verteidigt werden." (Moritz Pappert) +++


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