
Prominente Gäste von Film und Fernsehen auf Point Alpha: Zum Sommerkino begrüßte Aline Gros den Ex-Tatort-Kommissar Boris Aljinović (links) und die Moderatorin Andrea Ballschuh (rechts). - Fotos: Wolfgang Weber
RASDORF/GEISA
Eine Mauer mitten durchs Leben
Film-Promis und 200 Besucher: Abschluss des Point-Alpha-Sommerkinos
18.08.26 - Wie erinnert man am besten an den Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961? Wohl am ehesten, indem man sich mit dem Fall dieser Mauer im November 1989 beschäftigt. Genau dies hat die Point Alpha Stiftung zum Abschluss des diesjährigen Sommerkinos im US-Camp getan.
Mit Andrea Ballschuh und Boris Aljinović waren zwei prominente Akteure aus der Filmbranche zu Gast, die den rund 200 Besuchern ihre Erlebnisse rund um das Leben mit der Grenze und das Wunder der Wiedervereinigung schilderten.
Die Berliner Mauer und der Grenzzaun sind als Symbol für Unterdrückung im weltweiten Gedächtnis verankert. Hunderte Menschen verloren dort ihr Leben und die Grenze trennte jahrzehntelang Familien und Freunde. Ein sehr persönliches Interview führte die Point-Alpha-Mitarbeiterin Aline Gros zur Einführung mit Andrea Ballschuh und Boris Aljinović zu deren Jugend in Ost- und West-Berlin. Ballschuh ist in Ost-Berlin aufgewachsen und startete bereits in der DDR ihre Fernsehkarriere. Ihre Familie sei von der deutschen Teilung direkt betroffen gewesen, doch sie selbst hätte sich bis zum Mauerfall nicht vorstellen können, dass die innerdeutsche Grenze jemals geöffnet werde. Zu sehen war die 54-Jährige später dann als Moderatorin in vielen Sendungen von ZDF, MDR, hr oder SAT 1.
Für Boris Aljinović war die Mauer Teil des alltäglichen Lebens, die man im Westen der Stadt als gegeben hingenommen hat. Er begriff West-Berlin als zwar abgegrenzte, aber experimentelle Insel. Das Leben als Jugendlicher und junger Erwachsener empfand er als sehr offen und er konnte sich künstlerisch frei ausleben. Aljinović ist gefragter Schauspieler und bekannt unter anderem für seine ehemalige Rolle als Berliner Tatort-Kommissar an der Seite von Dominik Raacke. Beide Gäste wünschen sich aktuell mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft und plädieren für einen optimistischeren Blick in die Zukunft, für die man sich persönlich immer wieder einsetzen müsse.

Für den Schauspieler Boris Aljinović war West-Berlin eine abgegrenzte, aber experimentelle ...
Anschließend flimmerte der Dokumentarfilm "Palast der Gespenster" über die Leinwand, der eindrucksvoll den 40. und letzten Jahrestag der DDR sowie schließlich das Ende der SED-Diktatur aus verschiedenen Perspektiven beleuchtete. Sowohl damalige Demonstranten, aber auch Angehörige des Politbüros oder Stasi kamen zu Wort und blickten auf diesen Tag zurück. Eindrückliche Originalaufnahmen untermalten die Dramatik der Ereignisse. Neben den Feierlichkeiten und Protesten in Ost-Berlin liegt das Augenmerk auch auf Plauen, wo an diesem Tag ebenfalls demonstriert wurde. Der Dokumentarfilm zeigt die Umbruchsstimmung im Herbst 1989 eindrücklich. Nach Ende des Films bestand noch die Gelegenheit, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.
Nach fünf erfolgreichen Vorstellungen war dies ein gelungener Abschluss für das Point-Alpha-Sommerkino 2026. Der Vorstand der Point Alpha Stiftung mit Benedikt Stock und Philipp Metzler bedankt sich bei allen Helfern, Organisatoren und natürlich bei den treuen Filmfreunden, die so zahlreich zu den Filmabenden erschienen sind sowie bei der Bundesstiftung Aufarbeitung für die Kooperation und dem Black Horse Inn für die Verpflegung. Die Vorbereitungen für das Sommerkino 2027 laufen bereits und das Point-Alpha-Team freut sich auf die Filmsaison 2027. (pg/pm) +++