20.08.26 - Hier stand wirklich niemand still - egal ob Kind, Teenie, junge Erwachsene oder über 40-Jährige. Der österreichische Künstler RIAN brachte im Rahmen der Eventreihe Kultur.Findet.Stadt seine versammelten Fans am Mittwochabend im Fuldaer Museumshof zum Klatschen, Grooven und Tanzen. Bei seinem Indie-Pop mit eingängigen Pop-Melodien, Elementen aus Comedy, Kabarett, Hip-Hop und leichten 90er-Einflüssen ist das keine Überraschung.
Vor gut zwei Jahren war RIAN noch ein Newcomer, der mit ersten Songs auf Deutsch auf sich aufmerksam machte. "Schwarzes Schaf" ging 2023 viral und lieferte einen Vorgeschmack auf den Durchbruch des Indie-Künstlers, der mit zeitgeistiger und unpeinlicher Mainstream-Kompatibilität allerorten punktet.
Während des Voracts von Jonny Mahoro prasselte der Regen kurzzeitig auf die Besucher. Doch dieser Schauer lies sich noch von den von Vorfreude geprägten Fans vertreiben. Wegen des plötzlich auftretenden Gewitters am Mittwochabend musste das Konzert gegen 21:30 Uhr abgebrochen werden. OSTHESSEN|NEWS berichtete bereits am späten Abend über diese Maßnahme. Viele der Fans zeigten sich enttäuscht, konnten die Entscheidung aber selbstverständlich nachvollziehen. Das Wichtigste hierbei ist schließlich, dass die etwa 800 Konzertbesucher eine tolle Zeit hatten - und das trifft allemal zu.
Songs voller lustiger Klischees
Gegen 20:15 Uhr betrat der Österreicher, der bürgerlich Florian Gruber heißt, mit seinem sympathischen Dialekt die Bühne - und wurde mehr als feierlich in Fulda willkommen geheißen. Mit eingängigen Melodien und seinen Texten zum Schmunzeln - wie beispielsweise "Ja, wenn ich alt bin. Das wird der Wahnsinn, absolut keine Probleme, in der Bauchtasche die Zähne" aus "Wenn ich alt bin" - hatte er das Publikum in wenigen Sekunden um den Finger gewickelt.
Mit persönlichen und lustigen Geschichten leitete er seine Songs ein. So teilte er mit, er halte nicht viel von Sternzeichen. "Ich sage dann auch immer wieder was anderes. Viele reagieren dann so, als hätten sie das an meiner Aura gespürt." Um genau dieses Thema macht er sich in seinem Song "Fehler passieren" lustig. Auch bei Homeoffice werden witzige Klischees bedient. Der Künstler verglich sein Lied mit "massivem Arbeitszeitbetrug". Mit den Lyrics - "Ich wach auf, beweg die Maus auf dem Laptop, und dann schlaf ich aus. Und während ich in meiner Badewanne Perlen tauch', schreib ich einfach ein paar Überstunden auf. Ganz egal, wo mein Boss ist. Ich mach' heute Homeoffice" - können sich aber mit Sicherheit der ein oder andere auf mancher Ebene identifizieren.
Für seinen Song "dumm gelaufen" erzählte er eine kuriose Geschichte aus seiner Kindheit. "Ich war zwölf Jahre alt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich einen Hamster namens Johannes - ich habe ihn immer Jojo genannt. Und Jojo hatte seinen Käfig bei mir im Zimmer. Da habe ich seine Tür offen gelassen. Das Problem war leider, dass ich eine starke Stauballergie hatte und dann musste ich öfter staubsaugen. Naja... einmal habe ich dabei dann ein seltsames Geräusch gehört und ja... Jojo wurde aufgesaugt."
"Kennst du das auch, wenn du in Fulda bist und Günni sagt..."
RIAN erzählte aber nicht nur von sich, sondern wollte auch Fulda kennenlernen: "Wer hat schon mal ins Meer gepinkelt? Alle, die sich nicht gemeldet haben, waren entweder noch nie im Meer oder sind nicht so ehrlich", lachte der Österreicher. Das diente als perfekte Überleitung für das intim-lustige Lied "Kennst du das?" Mit der Message: "Es ist ganz normal, ein Mensch zu sein." Bei all diesen oft peinlichen Momenten hat Fulda - so wie der Künstler - kein Problem, sich bei den begangenen Peinlichkeiten zu melden.
Doch ein Fan ist sich sicher, er habe noch nie ins Meer gemacht. Diesem Mann, dem RIAN schnell den Namen Günni gibt - widmet er kurzerhand eine umgedichtete Version des Refrains: "Kennst du das auch, wenn du in Fulda bist und Günni sagt, er hat noch nie ins Meer gepisst?" Nein, nein, das braucht dir doch nicht peinlich zu sein, wenn der Papa in seiner Lulu schwimmt. Es ist ganz normal, ein Mensch zu sein."
Immer wieder zeigte sich die besondere Verbindung zwischen Künstler und Publikum: Bei seinem Lied "Ich bin kein Arzt" konnte man meinen, er habe mit seinen Fans eine Choreographie einstudiert. Sie alle konnten im Refrain an der gleichen Stelle im gleichen Rhythmus klatschen. Ein kurzer, aber magischer Moment - und ein stimmungsvolles Ende eines Abends, den Fulda so schnell nicht vergisst. Wenn Sie auch einen Blick auf diesen Abend werfen wollen, klicken Sie sich jetzt gerne durch die Bilderserie unseres O|N-Fotografen Rene Kunze.
(Mia Schmitt) +++
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