Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU, rechts) im Löscheinsatz bei einer Übung der Feuerwehr Eisenach - Fotos: Moritz Rös

EISENACH Grillparty auf der Feuerwache

Innenminister Dobrindt auf Sommerreise: Paletten löschen statt Berliner Feuer

20.08.26 - Mit dem Bundesinnenminister im Löschfahrzeug, am ersten Rohr und Grillbuffet: Der Besuch von Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwochabend bei der Feuerwehr Eisenach war alles andere als üblich. Keine langen Grußwortarien, keine Selbstbeweihräucherung, sondern gut zweieinhalb Stunden Zeit für den Austausch unter den Kameraden.

Im Schlepptau die Berliner Hauptstadtpresse machte der Minister Station in der historischen Stadt an der hessisch-thüringischen Landesgrenze. Neben dem Besuch der Wartburg und auf dem Marktplatz fuhr der Reisebus samt Dobrindt pünktlich auf die Minute am Abend auf dem Hof der Feuerwehr vor.

"Bitte Aufstellung, es geht los", rief Markus Weigelt seinen Kameraden noch schnell zu. Der herrliche Duft von Thüringer Rostbratwürstchen auf dem Grill kroch den Großstadtnasen ebenfalls entgegen. Es war alles bestens vorbereitet. Dobrindt begrüßte alle Feuerwehrleute trotz einsetzendem Regen per Handschlag, dankte ihnen für ihre Einsatzbereitschaft, für ihr Engagement für die Gesellschaft und hob insbesondere die starke Jugendarbeit der Eisenacher hervor.

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"Feuerwehr ist immer ein Traum"

Das war es aber auch schon mit großen Worten. "Wir haben eine Übung vorbereitet. Wenn Sie möchten, können Sie gerne teilnehmen", sagt der Leiter der Feuerwehr. Mit Einsatzjacke und Handschuhen ausgerüstet ging's ins Löschfahrzeug. Ein Stapel Holzpaletten wurde in Brand gesetzt. In Berlin sei er es gewohnt, die Brände zu löschen, die andere gelegt haben, lächelt Dobrindt, während er mit dem ersten Rohr und "Wasser marsch" den Flammen entgegnete. Auf die Frage eines Journalisten, ob in Berlin die Brände auch so einfach zu löschen seien, sagte der Innenminister: "Dort habe ich meistens nicht so viele Unterstützer" und "Feuerwehr ist immer ein Traum".

Bei Würstchen, selbstgemachten Salaten und einem kühlen Getränk ging es dann natürlich auch um die Herausforderungen unserer Zeit. In vielen persönlichen Gesprächen nahm Dobrindt die Inhalte auf und sprach später von wertvollen Impulsen, die er mit nach Berlin nehmen würde. Eine bessere technische Ausstattung der Feuerwehren etwa bei Vegetationsbränden, das Thema Ausbildung und die technische Unterstützung des Bevölkerungsschutzes seien im Austausch besprochen worden.

Mitten in die gemütliche Runde ertönten die Piepser der Kameraden. Ein brennender ICE wurde von der Leitstelle Westthüringen gemeldet. Plötzlich war die Berliner Reisegruppe fast alleine auf der Wache. Zum Glück konnte schnell Entwarnung gegeben werden. Es waren lediglich heiß gelaufene Bremsen, der Zugverkehr war nicht betroffen, alles halb so wild. Als die Kameraden zurückkamen, stand noch eine Ehrung an, die fast schon legendäre Züge annahm. Die Eisenacher Führungskräfte nahmen den hochrangigen Besuch zum Anlass, um Dieter Suck für seine 50-jährige Tätigkeit bei der Feuerwehr zu ehren.

Suck ist einer der besonderen Menschen, die sich für ihren Ort, für ihre Gemeinschaft mit Herzblut, mit Leidenschaft einsetzen. Das ist sofort spürbar. Hier ist jemand, der klare Kante zeigt. Die goldene Verdienstnadel, die ihm der Innenminister höchstpersönlich ans Hemd ansteckte, nahm er sichtlich mit Stolz. Dann ergriff Suck das Wort, dankte so, wie es sich gehört, und fuhr fort: "Für unseren Anbau der Feuerwehr in Stockhausen fehlen uns noch 200.000 Euro, da kann uns Berlin doch bestimmt helfen", sagte Suck. Das Geld konnte er dem Minister zwar nicht entlocken, doch eine Einladung zu einer politischen Bildungsreise für die Feuerwehr Eisenach entlockte er Dobrindt. Im Hintergrund schallt es: "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin." Dort soll es auch zu einem Treffen mit Dobrindt kommen. "Sie wissen schon, dass hier mehrere Protokolle geschrieben werden. Und ich habe jeden Tag Sonntag." Herrlich.

Am Horizont zieht das große Gewitter auf, der Regen prasselt auf die löchrigen Betonplatten. Irgendwie passt alles an diesem Abend, die ganze Bandbreite von Feuerwehrleben. Immer bereit, immer da für die Mitmenschen. Genau diese Professionalität von Ehrenamtlichen und Hauptamt lobt der CSU-Politiker nochmals. Dann entschwinden der Minister und sein Troß in ein Eisenacher Hotel, um am nächsten Tag nach Nordhessen weiterzureisen.

Den Besuch in Eisenach nutzte das Team von OSTHESSEN|NEWS, um mit dem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt über die aktuell schwierigen Themen der Welt zu sprechen: Die Verlängerung der Grenzkontrollen an den Außengrenzen und das komplizierte Wettrüsten im Drohnenkrieg. Sehen Sie in Kürze unseren Extra-Beitrag mit dem Videointerview. (Hans-Hubertus Braune) +++


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