
Der Vorstand des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld - Alle Fotos: Martin Engel
EITERFELD
Kreisbauernverband zieht Bilanz
Hitzeschäden, Futterknappheit, Kostendruck: Eine angespannte Erntebilanz
20.08.26 - Es ist schon Tradition am Ende des Sommers: das jährliche Ernteabschlussgespräch des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld. Und es war am Donnerstag nicht überraschend, dass die Trockenheit in diesem Jahr massive Schäden angerichtet hat. Gastgeber des Pressegesprächs war Dirk Sauerbier. Der Landwirt bewirtschaftet mit seinem mittelständischen Hof in Eiterfeld-Großentaft (Kreis Fulda) rund 170 Hektar.
Wie Stefan Schneider, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld, erklärt, war die Trockenheit für einige Getreidesorten problematisch - auch, wenn die Ernte dadurch mit wenigen witterungsbedingten Unterbrechungen zügig und früh abgeschlossen werden konnte. Deutlich wurde auch, dass es starke standortbedingte Unterschiede gibt. "Die Bestände hatten sich erst gut entwickelt. Die drei heißen Tage im Juni mit über vierzig Grad hatten aber massive Auswirkungen auf die Ernte", so Schneider.

Die Trockenheit macht den Landwirten schwer zu schaffen Archivfotos: ON
Bei der Wintergerste konnten jedoch teilweise überdurchschnittliche Erträge eingefahren werden. Hier sind die Landwirte sehr zufrieden. Die Sommergerste war wiederum stark vom Standort abhängig. Winterweizen kommt in der Region Fulda am meisten vor. "Dieser hat sehr unter der Hitze im Juni gelitten. Dadurch kam es hier zu einer unterdurchschnittlichen Ernte", erklärt Schneider. Vielerorts musste durch die frühere Reife auch früher als geplant geerntet werden. Auch der Raps war in diesem Jahr eher unterdurchschnittlich.

Das Pressegespräch auf dem Hof der Sauerbiers in Eiterfeld
Futterknappheit wird zum Problem
Viel deutlicher zeigt sich die Trockenheit auf dem Grünland. Schon der zweite Schnitt war deutlich schwächer als der erste. Ein dritter Schnitt war kaum noch möglich. "Wir hoffen, dass wir durch den Regen wenigstens noch einen Schnitt in diesem Jahr hinbekommen", hofft der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes. Problematisch ist, dass sich die Trockenheit besonders auf die Futterknappheit und die Reserven für den Winter auswirkt. "Die Lage ist angespannt", mahnt Schneider. Für die Betriebe wurde deshalb eine Futterbörse für Heu, Silage und andere Grundfuttermittel eingerichtet.
Beim Mais gibt es große Unterschiede zwischen den Standorten. Oft bleiben die Pflanzen kleiner und gehen vorzeitig in die Abreife. Auch der Futterwert und die Erntemenge werden stark durch die unzureichende Kolbenausbildung beeinträchtigt. In manchen Teilen Hessens rechnen Betriebe mit Ertragsverlusten von einem Drittel bis zur Hälfte der üblichen Erntemenge. Den Kartoffeln fehlt in diesem Jahr ebenfalls das Wasser. Hier sind ebenfalls Ertragseinbußen zu erwarten. Für das Obst sieht es ähnlich schlecht aus.

Stefan Schneider, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld und Hofbesitzer ...
Landwirte unter Druck
Dabei stehen die Landwirte sowieso schon unter Druck. Hohe Kosten für Energie, Maschinen und Betriebsmittel belasten die Bauern seit vielen Monaten. "Wir fordern von der Politik, dass wir entlastet werden, Förderungen bekommen, die Dieselsteuer gesenkt wird und wir Planungs- und Wettbewerbssicherheit bekommen", so Schneider.
Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Sebastian Schramm, fasst es zusammen: "Die frühe Ernte war überdurchschnittlich. Die späte Ernte unterdurchschnittlich. Mais und Grünland machen uns Sorgen, aber das größte Problem ist die wirtschaftliche Situation." (Moritz Pappert) +++ 
Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Sebastian Schramm