Wegen der Straßenerneuerung müssen die Schüler einen Umweg nehmen, der sie täglich Stunden kostet - Fotos: privat

REGION Eltern sind verzweifelt

Über drei Stunden - Schüler müssen wegen Baustelle Riesenumweg nehmen

20.08.26 - Die Eltern von Schülern, die in den Ortsteilen Kämmerzell, Gläserzell und Lüdermünd im Landkreis Fulda wohnen, aber in Schlitz in die Schule gehen, stehen derzeit vor einem bislang unlösbaren Problem: Weil die Straße von Kämmerzell nach Lüdermünd erneuert wird, ist sie seit rund sechs Wochen komplett gesperrt. Das bedeutet für die betroffenen Schüler einen täglichen Umweg, der mehr als drei Stunden dauert. Eine Zumutung, wie die Eltern zu Recht monieren.

Bisher konnte der Bus des Busunternehmens Frieda Gass, den die Schüler benutzen, wenigstens zweimal am Tag die Baustelle passieren, nämlich zur zweiten und nach der sechsten Stunde. Diese Ausnahme begründete sich bislang darin, dass die Bauarbeiter zu diesen Zeiten Frühstücks- und Mittagspause machen. Oft haben die Schüler aber zur ersten Stunde oder erst nach der siebten Stunde Schulschluss, so dass dieses bisherige Zugeständnis auch nur partiell geholfen hat. Zumal sich das Transportproblem jetzt noch einmal verschärft, denn ab kommendem Montag, dem 24. August, beginnt der zweite Bauabschnitt von Lüdermünd nach Hemmen. Geplant sind hierfür mindestens drei bis vier Monate, in denen die Strecke komplett gesperrt wird. In dieser Zeit fährt dann überhaupt kein Schulbus mehr nach Schlitz.

"Ich glaube, bei dieser Planung wurden unsere Kinder einfach vergessen!"

"Laut dem Busunternehmen Frieda Gass sollen unsere Kinder morgens mit dem Bus zum Fuldaer Bahnhof fahren, von dort mit der Bahn nach Bad Salzschlirf und von da aus weiter mit dem Bus nach Schlitz. Das Selbe gilt für den Nachhauseweg. Das bedeutet Fahrzeiten von rund 3,5 Stunden pro Tag. "Extra-Busse könnten angeblich nicht eingesetzt werden", schreibt uns eine verzweifelte Mutter, deren Sohn kurz vor der Abschlussprüfung steht. Der zusätzliche Zeitaufwand für den Schulweg sei belastend und unzumutbar. Einer müsse ja der Leidtragende sein, hätte das Busunternehmen gesagt. Da könnten aber doch nicht ihre Kinder sein, empört sich die Mutter. "Ich glaube, bei dieser Planung wurden unsere Kinder einfach vergessen", konstatiert sie.

Wir haben sowohl bei Hessen-Mobil, der Stadt Fulda und dem Vogelsbergkreis nachgefragt, ob es nicht eine pragmatische Lösung für dieses Beförderungsproblem gibt. Im Vogelsbergkreis verweist die Pressestelle darauf, dass die Eltern sich an den zuständigen Schulträger wenden müssen. "Das ist in diesem Fall die Stadt Fulda.Träger der Schülerbeförderung ist nämlich die Kommune, in der die Kinder wohnen, nicht die, in der die Schule liegt." Wir bleiben dran und berichten, sobald Antworten vorliegen und hoffentlich doch noch eine Lösung gefunden wird. (ci)+++


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