Sachbeschädigung und Angriffe auf Katzen kommen in Dermbach immer öfter vor. - Fotos: Das Miethaus e.V. / Kathrin Kirchner

DERMBACH (RHÖN) Tierschutzverein besorgt

Schüsse auf Tiere, Graffiti und Kot vor der Haustür: Katzenhasser unterwegs?

23.08.26 - Es ist erschreckend, was sich in den vergangenen Wochen im thüringischen Dermbach (Wartburgkreis) abgespielt hat. Angefangen bei Sachbeschädigung bis hin zu Schüssen auf die Tiere hat der Tierschutzverein "Mietzhaus" aus der Rhön in der letzten Zeit schon einiges erlebt. Nun ist eine Katze sogar verstorben und es stellt sich die Frage: Welcher Mensch trägt so viel Hass in sich?

Bereits im Mai 2026 sorgte der Fall des Katers "Samy" beim Tierschutzverein für Entsetzen - das Tier war mit einem Luftgewehr beschossen und im Kopfbereich getroffen worden. Dennoch blieb es nicht nur bei diesem Vorfall - immer wieder wurden Katzen wohl mutmaßlich verletzt, aber rechtzeitig verarztet - Glück im Unglück also. Nun hat sich die Lage dramatisch zugespitzt - eine Katze, die bei einer Futterstelle von einem sogenannten "Diabolo" getroffen wurde, ist den Verletzungen erlegen.

Auf dem Röntgenbild ist das Projektil deutlich zu erkennen.

Viele geschädigte Tiere - eine Katze ist den Verletzungen erlegen

"Ihre Bewegungen waren unkoordiniert, ihr Verhalten auffällig. Noch am späten Abend konnte der Vereinstierarzt erreicht werden. Die Katze wurde umgehend notfallmäßig versorgt und anschließend stationär aufgenommen", erklärte die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Kathrin Kirchner. Nach Angaben des Vereins stand auch stumpfe Gewalteinwirkung im Raum als Ursache für die Verletzungen. Auf dem Röntgenbild wurde die Lage schnell klar - ein Spitzkopf-Diabolo, das als Munition für Luftgewehre dient, wurde im Inneren des Körpers festgestellt. Trotz der tierärztlichen Versorgung hat die Katze nicht überlebt. "Sie ist in der Nacht verstorben. Welche Verletzung letztlich ursächlich für den Tod des Tieres war und in welchem Umfang neben der Schussverletzung weitere Gewalteinwirkungen eine Rolle gespielt haben, muss fachlich geklärt werden", heißt es von Seiten des Vereins.

"Ich war eben bei unserem Tierarzt und habe das Projektil abgeholt. Er war sichtlich bestürzt und teilte mir mit, dass dieses Geschoss äußerst aggressiv ist. Die Spitze dieses Spitzkopfdiabolos ist messerscharf und ist durch den Körper der Katze Mimi gewandert. Auf der "Wanderschaft" hat die Spitze den Darm so massiv verletzt, dass die Katze früher oder später daran elend zugrunde gegangen wäre. Wir hätten so oder so nichts mehr für die Katze tun können. Diese Tatsache wird auch durch das jetzt vorliegende Blutbild stark untermauert", berichtet Kathrin Kirchner gegenüber OSTHESSEN|NEWS.

Diese Katze wurde in einem Bach gefunden.

Das Diabolo-Geschoss ist spitz und gefährlich.

Plakate wurden mutwillig beschmiert.

Die Tierschützer fanden vor einer Weile auch eine tote Katze in unmittelbarer Nähe des auch aktuell betroffenen Bereichs - damals habe man noch keinen Zusammenhang herstellen können. Mittlerweile hält das Mietzhaus es für möglich, dass auch dieser Fall in Verbindung mit den Vorfällen stehen könnte.

Sachbeschädigung und Kot vor der Haustür

Neben den Vorfällen mit den verletzten Tieren machte der Verein auch noch weitere Entdeckungen. Nach der Veröffentlichung des Falls "Samy" wurde auf einer Mauer in Großbuchstaben die Botschaft "HIER IST KEIN KATZENKLO!" gesprüht. Außerdem wurde Katzenkot vor die Tür eines der Vereinsmitglieder gelegt und Plakate bekritzelt. Dass diese Fälle in Verbindung mit den verletzten Katzen auftreten, liegt zwar nahe, ist aber natürlich nicht bewiesen. Die Polizei ist über die verschiedenen Vorfälle nach Angaben des Vereins informiert und nimmt die Vorfälle sehr ernst - es braucht allerdings Zeugen und Hinweise.

Vor der Haustür einer Tierschützerin fand sich diese Tüte mit Katzenkot. ...

Aus diesem Grund bittet der Tierschutzverein die Öffentlichkeit um Mithilfe, nicht zuletzt, um auch allgemein auf das Thema aufmerksam zu machen. "Der Verein wird alle rechtlich zulässigen Möglichkeiten nutzen, um die Aufklärung zu unterstützen und weitere Tiere zu schützen. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Selbstjustiz. Es geht darum, den Verantwortlichen zu identifizieren, Beweise zusammenzutragen und dafür zu sorgen, dass die Angriffe aufhören", heißt es abschließend. (pg) +++


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