Kommt die Kupfersuche im Richelsdorfer Gebirge jetzt richtig ins Rollen? GreenX Metals plant noch für Ende 2026 bis zu zehn erste Explorationsbohrungen. - Foto: GreenX

REGION Im Richelsdorfer Gebirge

Kupfersuche in Osthessen: GreenX plant erste Bohrungen noch 2026

23.08.26 - Es könnte noch in diesem Jahr gebohrt werden! Im Richelsdorfer Gebirge will das australische Unternehmen GreenX Metals gegen Ende 2026 mit ersten Explorationsbohrungen beginnen. Bis zu zehn Bohrungen sind im Landkreis Hersfeld-Rotenburg vorgesehen. Wo und wann genau sie stattfinden, ist allerdings noch offen.

Seit rund zwei Jahren beschäftigt sich GreenX mit dem sogenannten Tannenberg-Projekt. Es soll untersucht werden, ob die bekannten Kupfer- und Silbervorkommen im Richelsdorfer Gebirge groß genug sind und sich langfristig wirtschaftlich sinnvoll abbauen lassen. Dafür wertet das Unternehmen Bohrdaten aus, untersucht alte Kerne und plant neue Probebohrungen. Von einem "Bergbau" im klassischen Sinne kann aber noch lange nicht die Rede sein. Zu Beginn geht es ausschließlich um die Erkundung des Untergrunds.

Mehr als 4.300 Meter alter Bohrkerne aus dem Archiv des Hessischen Landesamtes wurden ...Foto: Digitalatelier/Heibel/HLNUG

Warum das Hessische Landesamt eine wichtige Rolle spielt

Die Erlaubnis für das Großprojekt erhielt GreenX im August 2024. 95 Bohrungen hat das Unternehmen mittlerweile digitalisiert und daraus ein umfangreiches Modell des Untergrunds erstellt. Dazu kommen mehr als 4.300 Meter alter Kerne aus dem Archiv des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie.

Im Jahr 2025 stellte GreenX eine umfangreiche historische Datenbank mit 95 Bohrlöchern ...Foto: GreenX

…und 47 Bohrkernen aus der Zeit nach den 1970er Jahren zusammen Foto: GreenX

Wie wichtig das gut erhaltene Archiv ist, fasst GreenX-Chef Ben Stoikovich auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS ziemlich deutlich zusammen: "Nach Einschätzung des Unternehmens hat diese Kombination Bohrkosten von rund 25 Millionen Euro und etwa zehn Jahre Zeit erspart."

Entscheidende Genehmigungen fehlen

Dass noch längst nicht gebohrt werden kann, liegt auch an bisher noch fehlenden Genehmigungen. Die Bergbehörde muss zunächst ihr "Grünes Licht" geben und anschließend müssen Vereinbarungen mit den jeweiligen Grundstückseigentümern getroffen werden. "Einen verbindlichen Starttermin oder einzelne Bohrstandorte können wir derzeit noch nicht nennen", so Stoikovich. Die Kommunen in der Region sind bereits über das Vorhaben informiert - konkreter soll es dann werden, wenn genaue Standorte feststehen.

Lukrativ dürfte es für die angrenzenden Städte und Gemeinden dann auf jeden Fall werden - alleine weil das mögliche Projekt Arbeitsplätze in der Region schafft. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, auch aus Sicht des australischen Unternehmens. GreenX will erst klären, wie mächtig die betreffenden Gesteinsschichten tatsächlich sind, wie sie verlaufen und welche Metallgehalte dort vorhanden sind. Denn eine ausgewiesene Mineralressource oder Erzreserve gibt es bislang nicht.

GreenX will zunächst klären, wie groß die Vorkommen im RIchelsdorfer Gebirger ...Archivfoto: O|N

Vor der Stilllegung in den 1950er Jahren produzierten die Richelsdorfer Bergwerke ...Foto: GreenX

Insgesamt 95 historische Bohrungen hat GreenX bereits digitalisiert und in ein Untergrundmodell ...Symbolbild: Pixabay

Wird es für die Kommunen richtig lukrativ?

Bisher veröffentlich wurde lediglich ein Exploration Target. Dieses zeigt, dass im untersuchten Gebiet 144 bis 279 Millionen Tonnen Erz mit Kupfer- und Silberanteilen liegen. Rechnerisch wären darin etwa 1,3 bis 3,9 Millionen Tonnen Kupfer enthalten. Ob sich davon später tatsächlich etwas wirtschaftlich abbauen lässt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

 Die Sedimentabfolge bildet eine breite Kuppel, die in der Nähe des Zentrums des ...

Entsprechend vorsichtig äußert sich Stoikovich, wenn es um einen möglichen Abbau geht. "Wir stehen am Anfang dieses Weges und können derzeit kein Produktionsdatum nennen." Sollte es irgendwann tatsächlich so weit kommen, verspricht sich GreenX auch Auswirkungen für die Region: Arbeitsplätze, Ausbildungsstellen, Aufträge für Unternehmen vor Ort und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen. Bis dahin dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. "Realistisch betrachtet wäre eine mögliche Produktion in Jahren zu messen, nicht in Monaten." (Constantin von Butler) +++


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