Bei leichter Bewölkung, aber freundlichem Wetter haben Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen am Sonntag auf dem Fuldaer Universitätsplatz einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert. - Alle Fotos: Martin Engel

FULDA "Im Herzen eins"

Ökumenischer Gottesdienst am Uniplatz feiert Einheit über Grenzen hinweg

23.08.26 - Bei leichter Bewölkung, aber freundlichem Wetter haben Christen unterschiedlicher Konfessionen am Sonntag auf dem Fuldaer Universitätsplatz einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Dekan Dr. Thorsten Waap und Dechant Stefan Buß leiteten die Feier gemeinsam – und stellten dabei nicht nur die Verbundenheit der Kirchen in den Mittelpunkt, sondern auch das Verhältnis der Generationen zueinander.

Gemeinschaft, die über das Beisammensein hinausgeht

Gleich zu Beginn machten die beiden Geistlichen deutlich, worum es an diesem Morgen gehen sollte. "Wir wollen diesen Gottesdienst gemeinsam feiern – mit etwas Bewölkung, aber doch gutem Wetter", begrüßte Dechant Stefan Buß die Gemeinde. Dekan Dr. Thorsten Waap ergänzte: "Es soll nicht nur ums Essen und Trinken gehen, sondern darum, diese Gemeinschaft zu spüren und unter uns zu kultivieren."

Dass sich die Einheit dabei nicht auf die Konfessionsgrenzen beschränkt, betonte Buß: "Nicht nur Katholiken und Evangelische sind im Herzen eins – es gibt auch noch die Einheit, die sich auf andere Verschiedenheiten erstreckt. Darum soll es heute gehen." Gemeinsam sang die Gemeinde das Lied "Danke für diesen guten Morgen".

Ein Psalm, geteilt über Religionsgrenzen hinweg

Einen bewussten Akzent setzte der Gottesdienst mit dem gemeinsamen Psalmgebet. "Lasst uns diesen Psalm gemeinsam sprechen – wir teilen ihn auch im Herzen mit der jüdischen Gemeinde", so Dekan Waap. Im anschließenden Kyrie hieß es: "Herr Jesus Christus, du rufst uns aus unterschiedlichen Gemeinschaften zusammen und machst uns zu einem Volk. Du rufst uns, dass wir Zeugen deiner Liebe sind. Herr, erbarme dich."

Auch Jugendliche gestalteten die Feier aktiv mit. Eine Schülerin sprach von der Bühne: "Heute kommen wir als Christen unterschiedlicher Konfessionen zusammen. Segne unsere Stadt und alle, die in ihr Verantwortung tragen." Eine weitere Schülerin trug die Lesung aus dem Markusevangelium vor – Kapitel 9, in dem Jesus spricht: "Wer der Erste sein will, muss der Letzte sein."

Rückblick auf den Hessentag

Raum nahm auch die Erinnerung an den Hessentag ein. "Das war schon was, unser Hessentag", resümierte Dechant Buß. "Aber wir können uns auch mal auf die Schulter klopfen – Kirche war auch gut! Im Herzen eins!" Er verwies auf die Zahlen: 1,5 Millionen Besucher habe der Hessentag verzeichnet, mehr als 125.000 Menschen hätten die kirchlichen Angebote besucht.

Sichtlich bewegt zeigte sich Dekan Waap: "Es hat wirklich die Herzen bewegt – mein Herz bewegt!" Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: "Obwohl wir beide in der Vorbereitung dabei waren, ist es doch was geworden!"

Jung und Alt im Herzen eins

Im Zentrum der Predigt stand schließlich das Verhältnis der Generationen. "Wie ist das eigentlich mit Jung und Alt?", fragte Buß. "Im Herzen eins" könnte dort ja auch eine ganz besondere Aufgabe sein. Die Ersten werden die Letzten sein – und die Kleinsten werden die Größten sein."

Die beteiligten Schüler verwiesen darauf, dass sich junge Menschen sehr wohl couragiert einsetzen, etwa für den Klimaschutz, dafür von Erwachsenen jedoch oft belächelt werden. Dekan Waap griff diesen Gedanken selbstkritisch auf: "Vielleicht gehen wir Erwachsenen im Alltag viel zu schnell über die Dinge hinweg. Und vielleicht haben wir über die Jahre auch gelernt, unsere Ängste zu verdrängen – nach dem Motto: Ach, das wird schon wieder." Sein Appell: "Wir sollten mehr aufeinander hören. Wir reden zu sehr übereinander, aber nicht oft genug miteinander."

Der Wunsch der jungen Generation

Deutliche Worte fanden auch die Jugendlichen selbst. "Wir wollen mitdenken und auch mitmachen! Und da sind wir dankbar, dass Fulda uns das ermöglicht", sagte eine Schülerin. Auf die Frage, was sich junge Menschen von ihrer Stadt wünschen, antwortete sie: "Wir wünschen uns noch mehr Möglichkeiten, uns in die Zukunft der Stadt und unserer Kirche einzubringen. Schließlich sind wir die Zukunft und haben ein Recht, diese Zukunft mitzugestalten."

Segen für eine wachsende Einheit

Am Ende stand die Botschaft, die den gesamten Gottesdienst getragen hatte: "Auf alle Fälle aber sind wir – Jung und Alt – im Herzen eins", fasste Dechant Buß zusammen. Mit dem gemeinsamen Segen entließen die beiden Geistlichen die Gemeinde in den Sonntag: "So segne uns Gott für diese Einheit in unseren Herzen und helfe uns, dass diese Einheit noch größer wird." (Marvin Hucke) +++


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