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Spektakulärer Drift in der Mercedes Arena. Chr. Leutheusers Aufholjagd. - Fotos: Höhn

Startvorbereitungen für den BMW M3 von Christian Leutheuser, Alex Schula und Daniel Keilwitz.
29.03.10 - MOTORSPORT
Guter VLN-Saisonauftakt am Nürburgring - Team LINGMANN Platz 2 und 3
Die 57. ADAC Westfalenfahrt lieferte den zahlreichen Fans einen tollen Saisonauftakt. Knisternde Spannung vertrieb die spätwinterliche Kälte in der Eifel. Nach packendem Rennen, geprägt von vielen Führungswechseln, feierte das Porsche Team Manthey-Racing mit Tiemann/Lieb/Bernhard auf dem neuen Porsche 911 GT3 R, einen tollen Sieg. Sie verwiesen mit einem Vorsprung von 14,535 Sekunden den Audi R8 LMS von Abt Sportsline mit Ekström/Collard auf den zweiten Platz. Die Überraschung des Tages lieferte Johannes Stuck. Mit der Superzeit von 8:37,102 Minuten stellte er den Audi R8 LMS von Black Falcon auf die Pole-Position.
Er und seine Partner, Jöns und Breslin konnten die Performance der Werksteams allerdings nicht mitgehen und belegten einen beachtenswerten 7. Platz. Wenn die Standfestigkeit der Audis zunimmt, muss sich die sieggewohnte Porsche-Armada warm anziehen. Farfus/Lamy/Alzen komplettierten das Podium auf ihrem BMW M3 GT3 von BMW Motorsport. Sensationell war der erste Renneinsatz des Porsche 911 GT3 R mit Hybridantrieb auf Gesamtplatz 6.
Nicht minder spannend verlief das Auftaktrennen für das unter der Bewerbung des MSC Rhön startende Team Lingmann-Motorsport aus Bad Königshofen. Nach einem total verregneten freien Training am Freitagnachmittag, musste beim Qualifying am Samstagmorgen die Rennabstimmung für den SP5 BMW M3 von Leutheuser/Schula/Keilwitz im Eiltempo erfolgen. Zeitweise fiel jedoch Sprühregen, der die Piste wässerte. Trotzdem gelang den Lingmännern mit einer Grundeinstellung ein zufrieden stellendes Fahrverhalten zu erreichen, welches mit Platz 4 belohnt wurde. Allerdings hatte Christian Leutheuser auf seiner letzten Trainingsrunde Pech. Plötzliches Abregeln der Motorelektronik in den Notbetrieb bei 130 Grad Kühlwassertemperatur und Ausfall der Servolenkung sorgten für einen beschleunigten Puls. In Schleichfahrt rettete er sich an die Box. Eine gefressene Wasserpumpenwelle war der Auslöser. Dies führte zum Zerreißen des Keilriemens und Zerstörens der Lenkhilfe. In fieberhafter Eile wurde die Wasserpumpe getauscht. Eine neue Lenkhilfe war allerdings nicht im Ersatzteilvorrat, so dass beim Rennen ohne Lenkunterstützung mit Schwerstarbeit zu rechnen war.
Glatt verlief hingegen das Training für das österreichische Team mit Konrad Fuchsberger, Kurt Fournier und Günther Spindler, im neuen BMW M3 der Klasse V6. Für ihren ersten Renneinsatz auf der Nordschleife ließen sie es etwas langsamer angehen und reiten sich auf Platz 7 ihrer Klasse ein. Furios gingen im M3 der Klasse H Martin Tschornia und Ulli Packeisen das Training an. Platz 2 der gesamten Gruppe H war dabei die Ausbeute. Alles in allem, hervorragende Ausgangspositionen der Lingmann Truppe für das Rennen.
Als Startfahrer im SP5 war Alex Schula gesetzt. Er hetzte von Anfang an den führenden Live Strip BMW und den Zweitplatzierten Bad Saulgauer Thomas Kappler. Trotz Schwerstarbeit am Lenkrad gelangen ihm kontinuierlich Zeiten um 9:09 Minuten. Das hielt ihn auf Schlagdistanz zu den beiden Führenden. Zufrieden übergab er an das Schwenninger Jungtalent Daniel Keilwitz. Dieser hielt ebenfalls die taktische Marschrichtung ein und setzte den Zweitplatzierten Kappler unter Druck.
Christian Leutheuser übernahm als Schlussfahrer und machte sofort Druck auf Kappler. Dessen BMW M3 konnte die Gangart nicht verkraften und begann zu schwächeln. So konnte sich der Reyersbacher auf Position 2 vorschieben und gab diesen Platz bis ins Ziel nicht mehr ab. Total erledigt aber freudestrahlend stieg er aus seinem gelben Renner. Ein Auftakt nach Maß. Die verbleibenden 2 Wochen bis zum nächsten Rennen am 10. April werden nun genutzt, das Fahrwerk und andere diverse Abstimmungen zu optimieren, um das gesamte Potential des Autos frei zu setzen.
Hervorragend schlugen sich die Österreicher. Sie fuhren ein unauffälliges aber konstantes Rennen. Zielstrebig fuhren sie von Platz 7 bis auf Platz 4 vor. Als dann in der Schlussphase der Drittplatzierte wegen eines technischen Defektes sein Auto abstellen musste, war der Weg frei für einen VLN-Einstand nach Maß für das österreichische Trio. Pech hingegen hatten Ulli Packeisen und Martin Tschornia. Der Wuppertaler Packeisen fuhr trotz einer fiebrigen Grippe zeitweise wie von einem anderen Stern. Als im Bereich Pflanzgarten sein Fahrzeug heftig aufsetzte, beschädigte er den Ölkühler. Das hatte einen längeren Boxenaufenthalt zur Folge. Als dann Martin Tschornia übernahm und weiter Zeit gut machen wollte, streikte in Runde 15 das Getriebe. Das bedeutete das Aus für die schnelle Truppe. Teamchef Herbert Lingmann war zufrieden mit dem Auftreten seiner Truppe. Mit Platz 2 und 3 hatten sich die gesteckten Erwartungen erfüllt. (kh) +++