07.09.26 - In Kalbach wird gewählt: Am 13. September wählen die Kalbacher einen neuen Bürgermeister. Ins Rennen gehen zwei Kandidaten. Neben Amtsinhaber Mark Bagus (parteiunabhängig) steht Marcel Kister (parteiunabhängig) zur Wahl. Wir stellen beide Kandidaten vor. Heute: Marcel Kister.
Der 35-Jährige ist seit mehr als zwei Jahren Kämmerer in der Gemeinde Kalbach - sein Chef, Bürgermeister Mark Bagus, ist also sein Gegenkandidat. Kister tritt parteilos an, wird aber von der CDU unterstützt. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt er aktuell im Fliedener Ortsteil Döngesmühle, baut aber gerade im Kalbacher Ortsteil Eichenried ein Haus.
"Den Gedanken und den Wunsch, Bürgermeister von Kalbach zu werden, habe ich schon seit langer Zeit", sagt Kister. Als Kalbacher und die CDU-Fraktion gezielt auf ihn zukamen und ihn baten zu kandidieren, traf er dann die Entscheidung. Dennoch kandidiert er parteilos - ein Parteibuch hat er nie besessen. Kister möchte zudem ein Bürgermeister für alle Kalbacher Bürgerinnen und Bürger sein. "Dass ich als Unabhängiger kandidiere, habe ich mit der CDU-Fraktion abgesprochen. Ich bin aber froh, dass ich einen starken Partner an meiner Seite habe."
Dass er damit gegen seinen eigenen Chef antritt, ist ihm bewusst. "Es ist ein demokratischer Prozess, jeder kann sich bewerben. Wir haben uns Professionalität zugesichert. Die Arbeit darf unter dem Wahlkampf nicht leiden – das haben wir klar miteinander vereinbart." Er macht aber auch deutlich: "Wenn ich zufrieden wäre und merken würde, dass alles in der Gemeinde läuft, dann hätte ich nicht kandidiert."

Kisters Wahlkampfslogan lautet: Tempo, Transparenz und Tatkraft.
Tempo, Transparenz, Tatkraft
Kisters Wahlkampfslogan lautet: Tempo, Transparenz und Tatkraft. Dahinter steckt ein konkretes Programm. Unter Tempo versteht er vor allem, dass sich in der Gemeinde wieder spürbar etwas bewegt. "Die Leute sollen wieder merken, dass es vorwärts geht." Dafür will er enger mit den Ortsbeiräten sowie den Bürgerinnen und Bürgern zusammenarbeiten, ihre Rückmeldungen ernst nehmen und schneller handeln. Transparenz bedeutet für ihn mehr Kommunikation – nach außen in die Bevölkerung, aber auch nach innen in die Verwaltung. Dabei will er verstärkt auf digitale Kanäle wie Social Media setzen.
Tatkraft zielt auf interne Strukturen ab. Als Kämmerer hat Kister aus nächster Nähe beobachtet, wo organisatorische Abläufe trotz der hohen Einsatzbereitschaft der Mitarbeitenden in der Verwaltung nicht optimal funktionieren. "Das will ich verändern – Zuständigkeiten klarer machen, damit die Verwaltungsleistung wieder besser wird. Denn ohne Tatkraft kein Tempo."

Das Rathaus in Kalbach

Wer wird Bürgermeister in Kalbach?
Wasserversorgung als drängendstes Problem
Das größte konkrete Projekt, das Kister als Bürgermeister anpacken will, ist die Wasserversorgung. Die Gemeinde Kalbach habe laut Kister derzeit einen Wasserverlust von 20 bis 25 Prozent. "Unsere Nachbarkommunen Flieden und Neuhof haben rund zehn Prozent Wasserverlust, laut eigenen Angaben. Wir sind noch beim Doppelten. Da müssen wir definitiv ran."
Sein Plan: Ein konzeptionelles Vorgehen, um Leckagen in den Leitungen sukzessive zu beheben und den Wasserverlust zu senken. Dabei will er auch auf interkommunale Zusammenarbeit mit Neuhof und Flieden setzen. "Wir müssen die
Kräfte bündeln, damit wir die Wasserversorgung nicht irgendwann verkaufen müssen."
Dem Ehrenamt will Kister als Bürgermeister besondere Aufmerksamkeit widmen. Er selbst ist seit Jahren aktiv – als Fußballer und ehemaliges Vorstandsmitglied beim SV Höf und Haid. "Das Ehrenamt liegt mir besonders am Herzen. Als Bürgermeister will ich die Vereine und die Feuerwehren wieder stärker einbinden, mehr mit ihnen kommunizieren und sie dort unterstützen, wo es nötig ist." Sein Ziel ist klar: "Ich will, dass die Leute wieder sagen – es bewegt sich was in Kalbach." (Moritz Pappert) +++ 
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