
Nach Beschwerden aus der Bewohnerschaft über zugeparkte Rettungswege, Lärm und rücksichtsloses Fahrverhalten in der Gerbergasse und Löherstraße hat die Stadt Fulda reagiert. - Fotos: Marvin Myketin
FULDA
Beschwerden von Anwohnern
Zugeparkte Rettungswege: Stadt reagiert mit neuem Halteverbot
28.08.26 - Nach Beschwerden aus der Bewohnerschaft über zugeparkte Rettungswege, Lärm und rücksichtsloses Fahrverhalten in der Gerbergasse und Löherstraße hat die Stadt Fulda reagiert. Bei einer Vor-Ort-Begehung mit Verkehrsbehörde und Feuerwehr wurde nun ein zusätzliches Halteverbot beschlossen.
Anwohner der Gerbergasse hatten sich Mitte August in einem Schreiben an das Ordnungsamt, die Polizei und die Verkehrsbehörde der Stadt Fulda gewandt und auf mehrere Probleme in ihrem Wohnumfeld aufmerksam gemacht. Durch die anhaltende Baustellensituation in der Gerbergasse seien die Parkmöglichkeiten bereits eingeschränkt - dies werde jedoch zunehmend zum Anlass genommen, Fahrzeuge willkürlich und teils verkehrswidrig abzustellen. Besonders an Wochenenden ab etwa 18 Uhr verschärfe sich die Lage: Teilweise seien Bereiche so zugeparkt, dass im Ernstfall die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge, Feuerwehr oder andere Einsatzkräfte erheblich erschwert oder sogar unmöglich erscheine.

Anwohner der Gerbergasse hatten sich Mitte August in einem Schreiben an das Ordnungsamt, ...
Neben der Parksituation beklagten die Anwohner auch erhebliche Lärmbelästigung, die freitags und samstags bis in die frühen Morgenstunden von der Löherstraße ausgehe. Die Straße entwickle sich an Wochenenden zunehmend zu einer Art "Autoposer-Meile" mit stark beschleunigenden Fahrzeugen, unnötigem Motorlärm und Verkehrsverstößen wie überhöhter Geschwindigkeit oder Handynutzung am Steuer. Eine sichtbare Präsenz von Ordnungsamt oder Polizei werde vor Ort nur selten wahrgenommen. Die Anwohner, unter denen sich mittlerweile eine Bürgerinitiative gebildet habe, regten unter anderem ein nächtliches Fahrverbot in der Löherstraße an Wochenenden an - etwa von Freitag bis Sonntag zwischen 20 und 6 Uhr.

Durch die anhaltende Baustellensituation in der Gerbergasse seien die Parkmöglichkeiten ...
Stellungnahme der Stadt: Keine akute Verschärfung, aber zusätzliches Halteverbot
Die Pressestelle der Stadt Fulda erklärte dazu, dass zugeparkte Rettungswege in den Abendstunden durch die Stadtpolizei im Rahmen ihrer Streifengänge bisher nicht festgestellt worden seien. Grund für die eingeschränkte Parksituation seien die diversen öffentlichen und privaten Hoch- und Tiefbauarbeiten im Bereich Gerbergasse/Hinter den Löhern, durch die der öffentliche Straßenraum immer wieder in Teilbereichen gesperrt sei. Ein verstärktes Parkaufkommen sei jedoch nicht festgestellt worden, ebenso wenig wie eine erhöhte Zahl an Parkverstößen.

Grund für die eingeschränkte Parksituation seien die diversen öffentlichen und ...
Auch zur Lärmproblematik äußerte sich die Stadt zunächst zurückhaltend: Bei Stichproben der Stadtpolizei hätten sich weder Autorennen noch bewusst laute Beschleunigungsmanöver bestätigen lassen - ausschließen wolle man solche Vorfälle allerdings nicht. Ein nächtliches Fahrverbot für eine grundsätzlich dem Fahrzeugverkehr gewidmete Straße stoße zudem auf rechtliche und praktische Hürden und müsse intensiv geprüft werden.
Aufgrund der jüngsten Beschwerden fand jedoch am selben Tag eine Begehung mit Vertretern der Verkehrsbehörde und der Feuerwehr vor Ort statt, bei der insbesondere die Rettungswege im Fokus standen. Im Austausch mit einer Anwohnerin habe sich gezeigt, an welchen Stellen die Bewohner das größte Problem sehen. Als Ergebnis der Begehung wird nun ein zusätzliches Halteverbot entlang des Bauzauns am ehemaligen Brunnenstandort eingerichtet. Dieses soll im Zuge der abendlichen Streifengänge der Stadtpolizei regelmäßig kontrolliert werden, um die ungehinderte Zufahrt für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge sicherzustellen. (mmb) +++ 