01.09.26 - Aufatmen im Landkreis Fulda: Noch vor wenigen Tagen liefen Pumpen und Tiefbrunnen auf Hochtouren, Kommunen verhängten Gießverbote und die Sorge vor einer weiteren Zuspitzung der Trinkwasserversorgung wuchs. Jetzt kommt die Entwarnung: Der Wassernotstand in Fulda, Petersberg, Eichenzell und Ebersburg wird zum 1. September aufgehoben.
Damit endet eine Ausnahmesituation, die die Region in den vergangenen Wochen intensiv beschäftigt hat und über die OSTHESSEN|NEWS mehrfach berichtet hatte. Den Anfang machte Petersberg am 10. August. Wegen der anhaltenden Trockenheit überstieg der Verbrauch dort zeitweise die Fördermenge, die Hochbehälter gerieten an ihre Grenzen. Wenige Tage später berichtete O|N vor Ort über Pumpen und Tiefbrunnen, die praktisch ohne Pause liefen. Am 15. August verschärfte sich die Lage weiter: Auch Fulda, Eichenzell und Ebersburg riefen den Wassernotstand aus.

...ganz entspannt ist die Lage allerdings noch nicht.
Wie angespannt die Versorgung zwischenzeitlich war, zeigte ein Besuch von OSTHESSEN|NEWS im Fuldaer Wasserwerk. Dort können bis zu 500.000 Liter pro Stunde aufbereitet werden - doch selbst diese Menge reichte zeitweise nicht aus. Nach Angaben der RhönEnergie lag der Verbrauch in den besonders heißen Tagen rund 40 Prozent über dem üblichen Niveau.

Die RhönEnergie-Geschäftsführer Martin Heun und Dr. Arnt Meyer beobachten die ...
"Die Wasserverbräuche sind in den vergangenen Tagen aufgrund der Notstandsmaßnahmen und der deutlich kühleren Temperaturen zurückgegangen. Auch wenn die nach wie vor niedrigen Grundwasserstände und die geringe Ergiebigkeit der Quellen weiterhin zur Vorsicht mahnen, hat sich die Situation durch den geringeren Verbrauch verbessert", berichten die Geschäftsführer der RhönEnergie-Gruppe, Martin Heun und Dr. Arnt Meyer. Angesichts der aktuellen Wetterlage erwarten sie in den nächsten Tagen eine weitere Entspannung der Situation.
Erst vor wenigen Tagen noch keine Entwarnung
Noch am 25. August hatte es keine Entwarnung gegeben.
Wie O|N berichtete, reichten einige Regentage zu diesem Zeitpunkt nicht aus, um die Situation grundlegend zu verbessern. Die Grundwasserstände waren weiterhin sehr niedrig, ein Brunnen in der Fulda-Aue war zeitweise sogar trockengefallen. Die Einschränkungen blieben deshalb zunächst bestehen. Nun hat sich die Lage zumindest so weit entspannt, dass die Kommunen reagieren können.
Verbote gelten ab 1. September nicht mehr
Auf Basis der aktuellen Einschätzung haben die Stadt Fulda und die Gemeinden Petersberg, Eichenzell und Ebersburg entschieden, die geltenden Einschränkungen auslaufen zu lassen beziehungsweise zu beenden. Damit gelten ab Dienstag, 1. September, die bisherigen Verbote etwa beim Gießen im Garten oder auf Friedhöfen und Sportplätzen nicht mehr.

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld begrüßt die Aufhebung der Einschränkungen. ...

Petersbergs Bürgermeisterin Claudia Brandes dankt den Bürgern.
"Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit unserem Trinkwasser ist. Die jetzt deutlich gesunkenen Verbräuche und die veränderte Wetterlage geben uns die Möglichkeit, die Einschränkungen aufzuheben. Das ist eine gute Nachricht für die Menschen in Fulda und im Umland", sagt Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. "Gleichzeitig dürfen wir die angespannte Versorgungssituation nicht aus dem Blick verlieren. Die Erfahrungen dieses Sommers sollten uns auch künftig zu einem sparsamen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser anhalten."
Auch die Petersberger Bürgermeisterin Claudia Brandes begrüßt die gemeinsame Entscheidung: "Wir haben die Entwicklung der vergangenen Tage sehr genau beobachtet und stehen dabei in engem Austausch mit der RhönEnergie und den beteiligten Kommunen. Dass die Einschränkungen nun auslaufen können, ist eine gute Nachricht. Dafür gilt unser Dank insbesondere den Bürgerinnen und Bürgern, die die Vorgaben mitgetragen und ihren Wasserverbrauch reduziert haben."
"Weiterhin bewusst und sparsam umgehen"
"Die Aufhebung der Einschränkungen ist eine erfreuliche Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger", erklärt der Eichenzeller Bürgermeister Johannes Rothmund. "Gleichzeitig hat uns der Wassernotstand eindrücklich vor Augen geführt, wie schnell sich die Situation bei anhaltender Trockenheit und hohen Temperaturen zuspitzen kann. Deshalb sollten wir die Erfahrungen der vergangenen Wochen mitnehmen und auch weiterhin bewusst und sparsam mit unserem Trinkwasser umgehen."
Der Ebersburger Bürgermeister Benjamin Reinhart betont die Bedeutung der engen Zusammenarbeit: "Die gemeinsame Abstimmung zwischen den Kommunen und der RhönEnergie hat sich gerade in dieser herausfordernden Situation bewährt. Nur durch einen koordinierten Blick auf die gesamte Versorgungssituation können wir verantwortungsvoll entscheiden. Dass sich die Lage nun so weit verbessert hat, dass die Einschränkungen aufgehoben werden können, ist ein wichtiges Signal."

Eichenzells Bürgermeister Johannes Rothmund sieht den Wassernotstand als deutliche ...

Ebersburgs Bürgermeister Benjamin Reinhart hebt die enge Zusammenarbeit zwischen ...
Grundwasserstände bleiben niedrig
Die Geschäftsführer der RhönEnergie-Gruppe, Martin Heun und Dr. Arnt Meyer, mahnen dennoch zur Vorsicht: "Die Grundwasserstände sind weiterhin niedrig und die Quellen noch nicht wieder so ergiebig wie unter normalen Bedingungen. Wir beobachten die Entwicklung deshalb weiterhin aufmerksam."
Die RhönEnergie und die beteiligten Kommunen bitten die Bürger daher auch nach dem Ende der Einschränkungen um einen verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser. Insbesondere bei einer erneuten längeren Trockenperiode und steigenden Temperaturen kann sich die Versorgungslage wieder verschärfen.
Mit dem Außerkrafttreten beziehungsweise der Aufhebung endet der Wassernotstand in Fulda, Petersberg, Eichenzell und Ebersburg. Die Kommunen und die RhönEnergie danken allen Bürgern ausdrücklich für ihre Unterstützung, ihre Disziplin und ihr Verständnis während der vergangenen Wochen. (cb/pm) +++