02.09.26 - Rettungszug-Alarm am Dienstagabend in Fulda! Auf der ICE-Strecke zwischen Würzburg und Frankfurt hat sich am Abend eine ungewöhnliche Notfallsituation ereignet. Im ICE 528 von München in Richtung Dortmund soll sich während der Fahrt plötzlich eine Außentür geöffnet haben. Der Zug war zu diesem Zeitpunkt offenbar mit rund 200 Stundenkilometern unterwegs. Auch der am Bahnhof Fulda stationierte DB-Rettungszug rückte nach OSTHESSEN|NEWS-Recherchen zunächst zur Einsatzstelle aus. Mit dabei: Feuerwehrkräfte sowie Retter von DRK und Maltesern aus Fulda.
"Der Einsatzauftrag umfasst die technische Hilfeleistung und Menschenrettung", schrieb die Feuerwehr Würzburg auf ihrem Instagram-Kanal.

Außentür während der Fahrt geöffnet: Der Zwischenfall im ICE 528 löste am Dienstagabend ...Foto: Kreisfeuerwehrverband Main-Spessart e.V. / Instagram
Der mit 238 Fahrgästen besetzte ICE wurde nach dem Vorfall vom Lokführer sofort gestoppt und kam schließlich im Schönraintunnel bei Wiesenfeld im unterfränkischen Main-Spessart-Kreis zum Stehen. Nach Angaben der Bundespolizei, hatte sich während der Fahrt eine Tür des Zuges geöffnet. Warum das geschah, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Der ICE kam schließlich im Schönraintunnel bei Wiesenfeld zum Stehen. ...Fotos: Felix Weigl

Zahlreiche Einsatzkräfte suchten die Strecke und das Umfeld des Tunnels nach einer ...

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde bei dem Vorfall niemand verletzt oder als vermisst ...Foto: Justin Klenner
Wurde eine Person aus dem Zug geschleudert?
Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass möglicherweise eine Person aus dem Zug gestürzt oder gezogen worden war, lief eine großangelegte Suchaktion an. Einsatzkräfte kontrollierten nicht nur den Tunnel selbst, sondern auch die zuvor vom ICE befahrene Strecke ab Rohrbach. Dabei kamen zahlreiche Helfer zu Fuß, Suchhunde, eine Drohne sowie ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera zum Einsatz. Das teils schwer zugängliche Gelände erschwerte die Suche zusätzlich.

Feuerwehrkräfte sowie Retter von DRK und Maltesern aus Fulda rückten zunächst ...Foto: Christian P. Stadtfeld

Ein weiterer Rettungszug aus Würzburg erreichte am späten Abend den Schönraintunnel. ...Foto: Feuerwehr Würzburg / Instagram
Hinweise auf eine vermisste Person fanden die Einsatzkräfte allerdings nicht. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand als vermisst gemeldet. Auch eine konkrete Gefahrenlage im Zusammenhang mit der geöffneten Tür bestand demnach nicht. Die Ermittler gehen derzeit offenbar eher von einem technischen Hintergrund aus.
Der Rettungszug aus Fulda wurde zwischenzeitlich wieder abbestellt und kehrte zum Bahnhof Fulda zurück. Die Einsatzkräfte, die den Spezialzug besetzt hatten, konnten anschließend auf ihre Dienststellen zurückkehren. Ein weiterer Rettungszug aus Würzburg erreichte dagegen gegen 23 Uhr das Südportal des Schönraintunnels.
So erlebten die Fahrgäste die Situation
Für die Reisenden zog sich der Abend dennoch erheblich in die Länge. Ein Fahrgast des ICE schilderte die Situation während des Einsatzes im Internet. "Wir sitzen jetzt seit knapp 4,5 Stunden hier im Tunnel", schrieb er gegen 23:45 Uhr. Die Kriminalpolizei sei zu diesem Zeitpunkt bereits zur Spurensicherung vor Ort gewesen und habe nach möglichen Zeugen gesucht. Mit etwas Galgenhumor ergänzte der Reisende: "Immerhin wurde das Bordbistro zur Plünderung freigegeben."

Foto: Kreisfeuerwehrverband Main-Spessart e.V.

Foto: Kreisfeuerwehrverband Main-Spessart e.V. / Instagram

Foto: Kreisfeuerwehrverband Main-Spessart e.V. / Instagram
Nach Abschluss der Suchmaßnahmen wurde der ICE schließlich aus dem Tunnel in den Bahnhof Lohr gebracht. Dort wurden weitere polizeiliche Maßnahmen durchgeführt und nach Angaben des Fahrgastes auch die Personalien der Reisenden aufgenommen. Anschließend ging es für zumindest einen Teil der Passagiere mit Bussen weiter in Richtung Frankfurt.

Foto: Kreisfeuerwehrverband Main-Spessart e.V.
Für die 238 Reisenden endete der ungewöhnliche Zwischenfall nach bisherigen Erkenntnissen ohne Verletzte. Offen bleibt dagegen die entscheidende Frage: Wie konnte sich die Außentür eines mit hoher Geschwindigkeit fahrenden ICE überhaupt öffnen? Die Ermittlungen dazu dauern an.
(pg/cb) +++