FULDA Der Stadtpfarrer bei O|N

Stefan Buß: Der Herr des Weinbergs

09.09.26 - In meinem Urlaub habe ich einige schöne Tage an der Mosel verbracht. Natürlich gehören dazu auch die Weinberge. Bei einer Wanderung ging es bergauf und bergab, vorbei an Reben, die sich an den steilen Hängen festklammern. Und plötzlich kam mir das Gleichnis Jesu vom Weinberg in den Sinn (vgl. Mt 20, 1-16)

Da geht der Besitzer des Weinbergs immer wieder hinaus auf den Marktplatz. Er sieht die Menschen, die auf Arbeit warten. Manche stehen schon früh am Morgen bereit. Andere kommen erst mittags. Und wieder andere erst kurz vor Feierabend.

Am Ende aber erhalten alle den gleichen Lohn.

Stadtpfarrer Stefan Buß. Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch

Das ist menschlich gesehen ungerecht. Wir würden wahrscheinlich sofort rechnen: Wer länger gearbeitet hat, muss doch mehr bekommen! Aber Jesus erzählt kein Gleichnis über Tarifverträge und Arbeitszeiten. Er erzählt uns etwas über Gott.

Gott rechnet anders als wir. Seine Liebe kann man nicht verdienen. Sie wird nicht nach Stunden, Leistung oder Verdienst ausgeteilt. Bei Gott gibt es keine Menschen erster und zweiter Klasse, auch wenn Menschen, die sich mit dem Glauben schwertun oder ihn gar versuchen zu bekämpfen, dies nicht zugänglich ist.

Vielleicht ist das gerade die tröstliche Botschaft dieses Gleichnisses: Es ist nie zu spät, in Gottes Weinberg zu kommen. Auch wer erst spät im Leben den Glauben entdeckt, wer nach langen Umwegen zu Gott zurückfindet, wer vielleicht meint: "Für mich ist es jetzt zu spät" – der ist bei Gott willkommen.

Der Besitzer des Weinbergs geht immer wieder hinaus. Er sucht die Menschen. Das ist das Schöne an diesem Gleichnis: Gott wartet nicht nur darauf, dass wir zu ihm kommen. Er macht sich selbst auf den Weg zu uns. Und vielleicht sollten auch wir weniger darauf schauen, was der andere bekommt, und mehr darauf, was uns selbst geschenkt ist.

Als ich durch die Weinberge an der Mosel wanderte, wurde mir klar: Ein Weinberg braucht viele Hände. Jeder hat seinen Platz. So ist es auch in der Kirche und in unserer Gemeinde. Manche arbeiten schon ein Leben lang mit. Andere kommen neu dazu. Manche stehen ganz sichtbar im Weinberg, andere wirken im Verborgenen.

Entscheidend ist: Der Herr des Weinbergs sieht in seiner Güte jede und jeden. (Stefan Buß) +++


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum
Cookie-Einstellungen anpassen

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Whatsapp
Instagram
TikTok

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön