Mark Bagus will Bürgermeister bleiben - Fotos: Moritz Pappert

KALBACH Wahl am Sonntag

"Ich lebe das Amt": Mark Bagus kämpft um zweite Amtszeit

08.09.26 - Am 13. September wählen die Kalbacher (Landkreis Fulda) einen neuen Bürgermeister. Ins Rennen gehen zwei Kandidaten. Neben Amtsinhaber Mark Bagus (parteiunabhängig) steht Marcel Kister (parteiunabhängig) zur Wahl. Wir stellen beide Kandidaten vor. Heute: Mark Bagus.

Mark Bagus ist seit sechs Jahren Bürgermeister der 6.500-Einwohner-Gemeinde Kalbach. Seit über 30 Jahren ist er in der Kommunalpolitik aktiv – zunächst ehrenamtlich in seiner Wohnortgemeinde Flieden, wo er Fraktionsvorsitzender der SPD und Beigeordneter im Gemeindevorstand war, bevor er schließlich parteiunabhängiger Bürgermeister in Kalbach wurde. Bagus ist verheiratet und hat drei Kinder.

Sein Motto: "Kalbach gemeinsam weiterdenken"

Die Entscheidung, erneut zu kandidieren, fiel für den amtierenden Bürgermeister etwa ein Jahr vor der Wahl. "Sechs Jahre vergehen wie im Flug", sagt er. Doch nicht alles, was er sich vorgenommen hatte, konnte Bagus bisher umsetzen. Die Corona-Pandemie bremste ihn in den ersten zwei Jahren stark aus. "Ich hatte kaum Gelegenheit, mit Bürgern in Kontakt zu kommen. Alles wurde abgesagt." Als er dann merkte, dass noch Projekte offen waren und dass er sie selbst zu Ende bringen wollte, war die Entscheidung klar.

Professioneller Wahlkampf trotz besonderer Konstellation

Besonders ist diesmal, dass Bagus gegen seinen eigenen Mitarbeiter, Kämmerer Marcel Kister, antritt. Eine Situation, die es nicht allzu oft gibt. "Wir haben uns vorher ausgesprochen", erklärt Bagus. Kister habe ihn informiert, bevor er seine Kandidatur öffentlich machte. Seitdem gilt: Das Tagesgeschäft im Rathaus bleibt unberührt, die Wahl läuft außerhalb davon. "Für die Mitarbeitenden ist das natürlich etwas schwieriger. Aber bisher hat es gut funktioniert – und ich denke, das wird auch bis zur Wahl so bleiben."

Thematisch setzt Bagus auf ein breites Programm. Ihm geht es darum, das Gesamtgefüge der Gemeinde in gute Bahnen zu lenken – "von der Wiege bis zur Bahre", wie er es selbst formuliert. Kinderbetreuung steht ganz oben auf der Liste. Mit dem Spatenstich für den Kita-Neubau zwischen Nieder- und Mittelkalbach vor wenigen Tagen hat die Gemeinde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Und die Entwicklung ist positiv: Kalbach wächst, die Kinderzahl steigt – gegen den Trend vieler anderer Kommunen.

Auch Baulandentwicklung will Bagus weiter vorantreiben. In Ober- und Mittelkalbach sollen neue Siedlungsgebiete erschlossen werden, die Nachfrage sei vorhanden. Wichtig ist ihm auch die Infrastruktur. "Das ist manchmal undankbar, weil das Geld in der Erde verschwindet und man es nicht sieht", sagt der 56-Jährige. Aber es sei notwendig: Wasserleitungen, Abwasserkanäle, Straßen, Bürgerhäuser. All das muss erneuert, saniert und erhalten werden.

"Sechs Jahre vergehen wie im Flug"

Bagus will Chef im Kalbacher Rathaus bleiben

Kräftezehrende Verhandlungen und überregionale Großprojekte

Auf die Frage nach dem herausforderndsten Projekt seiner Amtszeit nennt Bagus die Verhandlungen rund um die Raststätte in Uttrichshausen. Ein Thema, das schon weit vor seiner Amtszeit existierte. "Wir haben als kleine Gemeinde viel Energie investiert, um eine verträgliche Lösung für den Ort zu erreichen. Das war schon sehr kräftezehrend." Hinzu kommen die großen überregionalen Projekte wie die Bahntrasse und die Stromtrasse.

Wasser als drängendstes Zukunftsthema

Für eine zweite Amtszeit hat Bagus klare Prioritäten. Den Kita-Neubau will er zu einem guten Ende bringen. Die Siedlungsgebiete sollen weiterentwickelt und erschlossen werden. Und das Wassernetz muss dringend auf Vordermann gebracht werden. "Leitungen, die 50, 60 Jahre alt sind, müssen Stück für Stück erneuert werden. Möglicherweise brauchen wir einen weiteren Brunnen zur Trinkwassergewinnung." Das sei eine Gemeinschaftsaufgabe, die alle Kommunen betreffe.

Das Rathaus in Kalbach

Seinen Wahlaufruf formuliert Bagus an die Kalbacher so: "Ich habe mein Ehrenamt zum Beruf gemacht. Ich lebe das Amt." Die Aufgaben, die immer wieder neu auftauchten, reizten ihn. In sechs Jahren habe man Werte geschaffen, "jetzt gilt es, diese zukunftssicher zu machen und zu erhalten", zeigt sich Bagus zuversichtlich. (Moritz Pappert) +++

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