Das ist der Siegerentwurf des Berliner Büros rw+ Architekten. - Foto: rw+ Gesellschaft von Architekten mbH

GERSFELD (RHÖN) Ein neues Tor zur Rhön

Modernes Besucherzentrum auf der Wasserkuppe geplant

04.09.26 - Auf Hessens höchstem Berg soll ein neues Ankunfts- und Informationszentrum entstehen. Unter dem Namen "Haus der offenen Fernen" ist ein moderner Gebäudekomplex geplant, der künftig mehrere Einrichtungen an einem zentralen Ort vereinen und gleichzeitig einen neuen Anlaufpunkt für die zahlreichen Besucher der Wasserkuppe bei Gersfeld (Landkreis Fulda) schaffen soll.

Für das Vorhaben hatte der Landkreis Fulda einen Architektenwettbewerb ausgelobt, an dem sich 15 Büros beteiligten. Durchgesetzt hat sich der Entwurf des Berliner Büros rw+ Architekten. Vorgesehen sind zwei versetzt angeordnete Gebäude mit Steinsockeln und Holzfassaden. Der größere Bau soll unter anderem eine Ausstellung, ein Café und einen Regionalladen beherbergen. Im zweiten Gebäude sind Verwaltungsräume sowie Flächen für die Bergwacht vorgesehen.

"Sternenterrasse" mit Blick in die Rhön

Zwischen den Gebäuden soll eine Art Marktplatz entstehen, der als Treffpunkt und Aufenthaltsbereich dient. Eine weitere Fläche mit Caféterrasse öffnet sich in Richtung Fuldaquelle. Generell spielt die Aussicht auf die Rhöner Landschaft bei dem Entwurf eine wichtige Rolle: Große Fensterflächen und offene Sichtachsen sollen den Blick in die "offenen Fernen" ermöglichen. Auch eine unabhängig von den Öffnungszeiten zugängliche "Sternenterrasse" ist vorgesehen.

Mit dem Neubau sollen zugleich mehrere bislang getrennte Angebote gebündelt werden. "Wie bekannt, hat der Landkreis Fulda in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen ein Nutzungs- und Raumprofil für die Wasserkuppe erstellt, um die verschiedenen Bedarfe zu berücksichtigen: die hessische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats, die Rhön GmbH für touristische Angebote und die Notwendigkeit, Räume für die Bergwacht zu schaffen", fasste die Pressestelle des Landkreises Fulda gegenüber OSTHESSEN|NEWS zusammen. Damit soll die Wasserkuppe als Standort für Umweltbildung und touristische Information gestärkt werden. Mit bis zu 800.000 Besuchern jährlich zählt Hessens höchster Berg zu den wichtigsten touristischen Zielen der Rhön.

Mit bis zu 800.000 Besuchern jährlich zählt Hessens höchster Berg zu den wichtigsten ...Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

Finanzierung noch nicht geklärt

Auch beim Bau spielt Nachhaltigkeit eine Rolle. Vorgesehen sind unter anderem heimische Fichte und Weißtanne, eine hochgedämmte Holzbauweise, eine Wärmepumpe und Fotovoltaik. Teile der Konstruktion sollen vorgefertigt und grundsätzlich wieder demontierbar sein. Bei der Gestaltung der Außenanlagen sind unter anderem Natursteinmauern, Magerrasen und heimische Pflanzen geplant.

Der Landkreis soll als Bauherr auftreten, während das Land unter anderem mit der Verwaltungsstelle ...Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

Wann aus den Plänen tatsächlich Realität wird, steht allerdings noch nicht fest. Landkreis Fulda und Land Hessen hatten bereits im Juli 2025 eine gemeinsame Absichtserklärung für das neue Verwaltungs- und Informationszentrum unterzeichnet (O|N berichtete damals). Der Landkreis soll als Bauherr auftreten, während das Land unter anderem mit der Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats einer der Hauptmieter werden soll.

"Was nun folgt, sind Gespräche zur Konkretisierung des Projekts und dabei vor allem um die Frage der Finanzierung ‑ speziell auch mit dem Land Hessen", so die Pressestelle. Auch konkrete Baukosten sind deshalb bislang nicht bekannt. (ms) +++


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