Der 38. Früchteteppich ist nun offiziell eröffnet. - Fotos: Philipp Gerhard

HÜNFELD "Ein Aushängeschild für die Region"

Da Vincis Abendmahl in Sargenzell: 38. Früchteteppich feierlich eröffnet

04.09.26 - Wochenlange Planung, Schweißperlen auf der Stirn und ganz viel Handarbeit haben sich mal wieder ausgezahlt. Der 38. Früchteteppich in der Alten Kirche in Sargenzell (Landkreis Fulda) wurde am Freitagabend offiziell eröffnet und wird nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Kunstwerk lockt Jahr für Jahr tausende Besucher in den Hünfelder Stadtteil und in diesem Jahr ist der Arbeitsgruppe die Neuauflage eines großen Klassikers hervorragend gelungen.

OSTHESSEN|NEWS konnte schon vorab mit den Verantwortlichen sprechen. Lesen Sie also gern auch unseren Vorbericht!

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Manuel Mohr, Vorsitzenden des Fördervereins "Alte Kirche Sargenzell". Stefan Wagner sorgte für die musikalische Umrahmung des Abends. Des Weiteren folgten viele Grußworte aus der lokalen, kommunalen, aber auch Landespolitik.

Die Legefrauen bekamen auch einen Blumengruß.

Keine einfache Ausstellung, sondern ein Gemeinschaftswerk

"Wenn ich hier reinkomme, sehe ich nicht einfach nur den Früchteteppich, sondern ich sehe die Menschen dahinter. Ich sehe die Frauen des Legeteams, die über Wochen hinweg, Abend für Abend, hier gelegt haben. Ich sehe viele Menschen, die seit Jahren ihren Beitrag leisten, damit dieser Ort lebendig bleibt", sagte Mohr in seiner Ansprache zu Beginn und nannte dabei einen Punkt, den später viele Nachredner sinngemäß wiederholten. All die vielen Körner und Früchte stehen symbolisch für all die Menschen, die diese Sehenswürdigkeit aufgebaut haben - gleichzeitig aber auch für diejenigen, die im Endeffekt die Spenden erreichen.

Manuel Mohr, erster Vorsitzender des Fördervereins

Stefan Wagner sorgte für die musikalische Umrahmung

Heike Richter, künstlerische Leiterin

Vor 40 Jahren stellte man sich die Frage, was mit der alten Kirche geschehen solle und die Geschichte hätte ganz anders ausgehen können. Das Team, welches sich damals mutig dazu entschied, den ersten Körnerteppich zu legen, sei aus diesem Grund so entscheidend dafür, was aus diesem Projekt heute geworden ist. Über 1,5 Millionen Menschen kamen über die Jahre nach Sargenzell, um ein immer wieder einmaliges Kunstwerk zu erleben - das bestätigt den enormen Aufwand Jahr für Jahr aufs Neue. "Wir haben hier montags bis donnerstags jeden Abend gehockt, gesessen und gelegen und uns unterhalten. Ich will auch nochmal betonen, wie stark mein Team, meine Mädels, sind, denn ohne sie würden Sie heute gar nichts anschauen.", erklärte Heike Richter, künstlerische Leiterin des Früchteteppichs. Man spürte, dass der Moment der Eröffnung für Heike Richter emotional war, sogar kleine Freudentränen flossen.

Der Früchteteppich begeistert weit über die Grenzen der Region hinaus

Im Anschluss an eine Interpretation des religiösen Bildinhaltes durch Christoph Heinemann, Provinzial der Mitteleuropäischen Provinz der Oblatenmissionare, meldeten sich neben Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok, dem Landtagsabgeordneten Thomas Hering, dem ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt und vielen weiteren kam auch Schwester Brunhilde aus dem Fuldaer Hedwigstift zu Wort: "Ich bin ergriffen", sagte sie und "dieser Satz 'liebt einander, wie ich euch geliebt habe" gibt mir jeden Tag Kraft."

Sargenzells Ortsvorsteher, Volker Biedenbach, sprach dem Früchteteppich in seiner Ansprache einen ganz besonderen Wunsch aus: "Möge der Früchteteppich vor kleinen Nagetieren, spitzen Spazierstöcken, Regenschirmen oder herunterfallenden Handys verschont bleiben." Thomas Hering stellte vor allem die Geduld der Legerinnen in den Vordergrund: "Vergleichbares ist mir in dieser Größenordnung und vor allem mit dieser Geduld, das immer wieder neu zu gestalten, als Abgeordneter in Hessen noch nicht begegnet und das ist für mich auch ein kleines Aushängeschild für die ganze Region."

Ab sofort kann der Früchteteppich in der Alten Kirche in Sargenzell wieder besucht und bestaunt werden. Spenden sind natürlich erwünscht und wie in jedem Jahr kommen sie einem gemeinnützigen Zweck zugute. Ein Besuch lohnt sich also allemal. (pg) +++

P. Christoph Heinemann, Provinzial der Mitteleuropäischen Provinz der Oblatenmissionare ...

Schwester Brunhilde aus dem Hedwigstift

Pfarrerin Kirsten Schulte

Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok

Kaplan der Pfarrei Heilige Maria Magdalena Hünfelder Land, Andreas Szumsk


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