06.09.26 - Als Problemlöser sind die Feuerwehren landauf, landab überall bekannt. Zuweilen haben sie aber auch selbst mit Problemen zu kämpfen: Bei der Nachwuchsgewinnung geht es auch den Floriansjüngern wie anderen Vereinen. Romrods Wehr hat das Thema zeitgemäß angepackt. Unter anderem mit einer Medienkampagne und einem Stadtfeuerwehrtag, bei dem man zu den Menschen kam, anstatt diese ins Gerätehaus kommen zu lassen. Da hatte es sich sogar der Hessische Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck nicht nehmen lassen, zu einer wertschätzenden Stippvisite vorbeizuschauen.

Feuerwehr-Pressesprecher Volker Schwenzfeier.

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Innenminister würdigt Engagement der Wehr
"Als Bürgermeister bin ich hocherfreut über unsere Feuerwehr", strahlte Romrods Stadtoberhaupt Hauke Schmehl. "Sie haben sich den Nachwuchsproblemen gestellt und sind mit einer breiten Medienkampagne sehr innovativ. Hier vor Ort sehe ich ganz viele junge Menschen, die man erreicht und die unsere Einsatzabteilung begeistern." Nicht ohne Stolz bewertete Schmehl den Besuch des Innenministers Prof. Dr. Roman Poseck, der die Wichtigkeit des Ehrenamtes für die Gesellschaft unterstrichen hatte. "Auf die Romröder Feuerwehr ist Verlass!", betonte Schmehl und erinnerte unter anderem an die zahlreichen Wald- und Flächenbrandeinsätze in diesem Jahr.
Stadtfeuerwehrtag kommt zu den Menschen
Im Bereich des Romröder Neubaugebietes trug die Feuerwehr eine Mischung aus Straßenfest mit Kinderhüpfburg, Fahrzeug- und Technikausstellung sowie einer groß angelegten Einsatzübung aus. "Alle unsere Stadtteilwehren sind daran beteiligt, außerdem unsere Partnerfeuerwehr aus dem thüringischen Wechmar und der Rettungsdienst", erklärte Hauptorganisator und stellvertretender Stadtbrandinspektor Volker Schwenzfeier, zugleich Pressesprecher der Wehr.

Die Feuerwehr ganz nah – der Romröder Feuerwehrtag als verbindendes Fest für alle ...
Social-Media-Kampagne erzielt hohe Reichweite
"Romrod, wir brauchen Euch!" – unter diesem Motto stellten sich Feuerwehrkameradinnen und -kameraden sechs Wochen lang in einer Social-Media-Kampagne vor. "Pro Woche 90.000 Aufrufe bei Instagram und Facebook haben bewiesen, dass wir angekommen sind – jeweils 90.000, wohlgemerkt", berichtete Schwenzfeier. Auch mit der neuen Variante, den Stadtfeuerwehrtag zu den Menschen zu bringen statt umgekehrt, sah sich der Organisator bestätigt.
"Wir hatten einige hundert Menschen heute hier, das ist klasse. Dass das auch der Innenminister mit seinem Besuch gewürdigt hat, ist ein großartiges Zeichen", sagte Schwenzfeier.

Innenminister Dr. Roman Poseck Foto: Philipp Stock
Breite Unterstützung für die Veranstaltung
Der Feuerwehrsprecher dankte zugleich allen Beteiligten und unterstützenden Organisationen. Dazu gehörten der Rettungsdienst, der Kindergarten-Förderverein, die Oldtimerfreunde Alsfeld, die Notfunker des Vogelsbergkreises sowie die Firma Stehr mit ihrer speziellen Feuerwehrtechnik zur Flächenbrandbekämpfung. "Unsere Partnerwehr aus Wechmar ist nicht nur mit mehreren Kräften erstmals in die Übung eingebunden, sondern hat sogar eine Hüpfburg für die Kleinsten mitgebracht", ergänzte Schwenzfeier.

Romrods Bürgermeister Hauke Schmehl
Spektakuläre Übung mit mehreren Einsatzlagen
Das inszenierte Übungsgeschehen war komplex: Ein Verkehrsunfall mit verletzten und eingeklemmten Personen erforderte schnelles Handeln. Nur wenige Meter entfernt sorgte ein simulierter Hubschrauberabsturz zusätzlich für einen Flächenbrand. Der für Rundflüge ohnehin anwesende Hubschrauber war dabei echt, allerdings ordnungsgemäß gelandet und jederzeit wieder startbereit. Sogar Pressesprecher Schwenzfeier durfte dabei mit an Bord gehen. Eine Erkundung aus der Luft wäre für ihn offenbar auch bei echten Einsätzen eine interessante Aufgabe.
Schrecksekunde während der Übung
Eine echte Schrecksekunde gab es dann allerdings doch: Eine Einsatzkraft verletzte sich beim Abtransport einer zuvor eingeklemmten Person leicht und musste medizinisch versorgt werden. Damit zeigte sich, wie schnell sich selbst bei Übungen unvorhergesehene Situationen ergeben können. Ein weiterer Grund, allen Helferinnen und Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz zu danken. (goa) +++