
Positive Bilanz nach einem Jahr in Betrieb der Solaranlage der Kläranlage: v.l.n.r.: Daniel Schreiner (Verbandsvorsitzender), Ralf Lehmann (Projektingenieur), Jürgen Fehl (Geschäftsführer Abwasserverband Fulda), Florian Schaub (Abteilungsleiter Klärwerke). - Fotos: Abwasserverband Fulda
FULDA
Pilotprojekt an der Kläranlage
Positive Bilanz: Solaranlage des Abwasserverbands Fulda überzeugt
08.09.26 - Ein Jahr nach der Inbetriebnahme der Freiflächen-Photovoltaikanlage an der Kläranlage Fulda-West zieht Stadtbaurat Schreiner eine erfolgreiche Bilanz. Das Projekt mit einer Leistung von 263 kWp dient als wichtige Stütze für das Energiemanagement des Verbandes. Durch ein neues Strom-Modell nutzt der Verband den Ökostrom nahezu komplett selbst. Dadurch sinkt der monatliche Strombezug im Sommer um rund 20.000 Kilowattstunden.
"Durch die Erzeugung von über 270.000 kWh Solarstrom im ersten Jahr konnten monatlich bis zu 8.000 € Betriebskosten eingespart werden, bei gleichzeitiger Verbesserung der CO2 -Bilanz. Die Integration der Freiflächen-PV-Anlage an der Kläranlage Fulda-West in das Energiemanagementsystem ist ein echter Meilenstein des Abwasserverbandes auf dem Weg zur Energieneutralität", sagt Verbandsvorsitzender Daniel Schreiner zur Bilanz.
Innovative Anlage zur Abwasserreinigung überzeugt
Die Reinigung von Abwasser benötigt bekanntlich viel Energie, daher zählen kommunale Kläranlagen in vielen Regionen zu den großen Stromabnehmern. Nicht jedoch in Fulda. Die Kläranlage Gläserzell erzeugt bereits jetzt durch die Verstromung von Klärgas in der Jahresbilanz mehr Strom, als sie benötigt. Die beiden Außenkläranlagen in Marbach und Fulda-West hatten bislang keine eigene Stromerzeugung. Durch die Errichtung einer Freiflächen-PV-Anlage auf dem Betriebsgelände in der Heinkelstraße hat sich dies vor einem Jahr geändert.

v.l.n.r.: Ralf Lehmann (Projektingenieur), Jürgen Fehl (Geschäftsführer Abwasserverband ...
Die rund 200.000 € teure Anlage wurde durch die Klimarichtlinie des Landes Hessen zu 90 Prozent gefördert. Aufgrund der ausreichend zur Verfügung stehenden Fläche wurde sie über den reinen Bedarf des Standorts Fulda-West hinaus dimensioniert und durch den sogenannten "Bilanzkreis" mit den Klärwerken in Gläserzell und Marbach virtuell verbunden.
Der Strom wird über das öffentliche Netz flexibel an den drei Klärwerks-Standorten bereitgestellt und direkt verbraucht, Überschüsse und fehlende Mengen werden zu aktuellen Börsenstrompreisen verrechnet. Auf eine klassische EEG-Einspeisevergütung wird verzichtet. Dieses Bilanzkreis-Modell ist ein zukunftsweisendes Pilotprojekt, welches gemeinsam mit der RhönEnergie entwickelt wurde.
Anlage macht sich schnell bezahlt
"Durch die Einsparung von bis zu 8.000 € im Monat amortisiert sich die Anlage in sehr kurzer Zeit", betont Geschäftsführer Jürgen Fehl. "Jede Entlastung ist enorm wichtig, um den derzeitigen Kostendruck zu dämpfen." Vor dem Hintergrund permanent ansteigender Anforderungen an die Reinigungsleistung der Kläranlage helfen dem Verband die Erträge bei den anstehenden Investitionen in die Technik.

Drohnenbild der Kläranlage Fulda-West.
"Aufgrund der der positiven Erfahrungen mit dieser Anlage haben wir uns entschieden, auch in Marbach eine PV-Anlage auf dem Dach des Betriebsgebäudes der Kläranlage zu errichten", erklärt Projektingenieur Ralf Lehmann, der bereits die Planungen für diese Anlage vorantreibt.
Für den Verbandsvorsitzenden Stadtbaurat Daniel Schreiner sind diese Schritte wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Energieneutralität des Verbandes, welche gesetzlich erst für das Jahr 2045 gefordert ist. Gleichzeitig leisten diese Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Gebührenstabilität und machen den Verband unabhängiger von der Entwicklung der Energiepreise. (pm) +++