13.09.26 - Bei bestem Marschwetter haben sich am 5. September 2026 rund 140 Teilnehmer aus acht Nationen zum 8. Internationalen Point Alpha Marsch (IPAM) auf den Weg gemacht. Die von der Kreisgruppe Osthessen des Reservistenverbandes und der Marschgruppe Osthessen organisierte Veranstaltung führte über 10, 20 oder 30 Kilometer durch die Rhön – entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und vorbei an der Gedenkstätte Point Alpha.
Neben Teilnehmern aus Deutschland, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden, Großbritannien, Portugal und Japan waren in diesem Jahr erstmals auch Teilnehmer aus Frankreich und Vietnam dabei. Das Teilnehmerfeld umfasste aktive Soldaten und Reservisten, Angehörige von Blaulichtorganisationen sowie zivile Wanderfreunde.

v.l.n.r.: Jan Ludwig Antoni (Point Alpha Stiftung), IPAM-"Cheforganisator" Thomas ...Foto: Point Alpha Stiftung
Erinnerung, Begegnung und Kameradschaft
Vor dem Start begrüßte Stabsfeldwebel der Reserve Thomas Brehm, der die Veranstaltung leitete und den Point Alpha Marsch 2019 ins Leben gerufen hatte, die Teilnehmer.
Anschließend richtete Stabsunteroffizier der Reserve Sven Fey, Vorsitzender der Kreisgruppe Osthessen, das Wort an die Marschierer. Er erinnerte an die besondere Bedeutung des Veranstaltungsortes. "Bereits zum achten Mal führt uns dieser Marsch entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze durch die hessische und thüringische Rhön", sagte Fey.

Kreisvorsitzender Sven Fey spricht zu den Angetretenen Foto: Thorsten Lieb

Fahrzeugschau im Rahmen der diesjährigen IPAM-Aktivitäten Foto: Thorsten Lieb

Beim Start zum 8. IPAM im Bereich der Gedenkstätte Point Alpha Foto: Point Alpha Stiftung
Point Alpha sei während des Kalten Krieges ein Ort gewesen, an dem sich NATO und Warschauer Pakt unmittelbar gegenüberstanden. Der ehemalige "Observation Post Alpha" gehörte zu den bedeutendsten Beobachtungsstützpunkten der US-Streitkräfte in Europa. Heute erinnere der Ort daran, "wie nah sich die beiden Machtblöcke damals gegenüberstanden – und wie wertvoll Frieden, Freiheit und die Überwindung der deutschen Teilung sind", so Fey.
Der Kreisvorsitzende stellte zugleich die heutige Bedeutung des Marsches heraus: "Mit dem Internationalen Point-Alpha-Marsch wollen wir Reservisten nicht nur in der Öffentlichkeit Präsenz zeigen." Die Veranstaltung stehe ebenso für "Kameradschaft, Begegnung und internationale Verständigung".
Damit setzt der IPAM eine Entwicklung fort, die bereits bei den vergangenen Auflagen sichtbar war. 2025 waren rund 150 Teilnehmer aus sechs Nationen dabei, darunter erstmals eine britische Delegation.

Feldpostgruß für Familie und Freunde - erstmals dabei: der Feldpostförderverein ...Foto: Thorsten Lieb

2026 dabei: Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus acht Nationen (v.l.n.r.) die Fahnen ...Foto: Point Alpha Stiftung

Thomas Brehm bei seiner Ansprache an die angetretenen Teilnehmer Foto: Point Alpha Stiftung
Drei Strecken durch die Rhön
Für die Teilnehmer standen drei Streckenlängen zur Auswahl. Je nach persönlichem Anspruch ging es über zehn, 20 oder 30 Kilometer. Die Wege führten durch die Landschaft der Rhön und den ehemaligen Grenzraum.
Die Rückmeldungen der Teilnehmer fielen nach Angaben der Veranstalter positiv aus. Besonders gelobt wurden die gute Organisation, die Ausschilderung der Strecken und die landschaftlich reizvolle Strecke.
Dank an die Helfer
Einen besonderen Stellenwert hatte bei der Begrüßung der Dank an die zahlreichen Helferinnen und Helfer. Ohne deren ehrenamtlichen Einsatz wäre eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht möglich.
"Ohne euren persönlichen Einsatz und eure Bereitschaft, eure Freizeit für die Gemeinschaft einzubringen, wäre eine solche Veranstaltung nicht durchführbar", betonte Fey. Als sichtbares Zeichen der Anerkennung wurden Dankesurkunden überreicht. Auch Veranstaltungsleiter Thomas Brehm wurde für seinen langjährigen Einsatz besonders gewürdigt.
Erstmals Feldpost beim IPAM
Eine Premiere gab es beim Rahmenprogramm: Erstmals war der Feldpostförderverein vor Ort. Teilnehmer konnten Postkarten mit einem Sonderstempel und einer Sonderbriefmarke schreiben und Grüße an die Daheimgebliebenen senden.
Bereits ab Freitag konnten die Teilnehmer auf dem Biwakplatz in Zelten, Wohnmobilen oder Wohnwagen übernachten. Nach dem Marsch standen Kaffee und Kuchen sowie Bratwurst und Steak zur Verfügung. Am Abend klang der Tag mit einem Kameradschaftsabend aus.
Deutsche und amerikanische Hymne zum Start
Bevor sich die Teilnehmer auf ihre Strecken begaben, wurde die Eröffnung mit der deutschen und der amerikanischen Nationalhymne abgeschlossen. Auch Jan Ludwig Antoni, M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter der Point Alpha Stiftung, begrüßte die Teilnehmer und unterstrich die Verbindung zwischen der Mahn-, Gedenk- und Bildungsstätte sowie den Reservisten.
So wurde auch die achte Auflage des Point Alpha Marsches zu einer Verbindung von Sport, Geschichte und internationaler Begegnung. An einem Ort, an dem sich einst die Blöcke des Kalten Krieges gegenüberstanden, marschierten heute Teilnehmer aus acht Nationen gemeinsam durch die Rhön. (uh) +++