Seifenkistenrennen in Roßbach - Fotos: Bernd Vogt

HÜNFELD Impressionen von Bernd Vogt

Der große Preis von Roßbach: Selbstgebaute Seifenkisten jagen den Sieg

13.09.26 - NASCAR, Formel 1, DTM oder auch Moto GP sind alles große Namen, die man mit dem Rennsport verbindet. Wo hinter den Fahrern und Fahrzeugen aber riesige Firmen und massenweise Technik stecken, sieht es im Hünfelder Ortsteil Roßbach (Landkreis Fulda) ganz anders aus. Hier wurde nun zum dritten Mal ein Seifenkisten-Rennen ausgetragen und die Fahrzeuge können sich sehen lassen.

Im Vordergrund stand natürlich der Spaß an der Sache, ein gewisser Ehrgeiz gehört aber wie bei jedem anderen Grand Prix auch dazu. Mitmachen konnte jeder und die Startgebühr war für das Event definitiv angemessen: 1 Euro für Teilnehmer unter 18 Jahren und 2 Euro für Erwachsene.

Aber zunächst: Was ist eigentlich eine Seifenkiste? Dabei handelt es sich um selbstkonstruierte, verhältnismäßig kleine, Rennfahrzeuge, die keinen Motor oder sonstigen Antrieb haben. Sie werden allein durch die Hangabtriebskraft bewegt und aus genau diesem Grund finden solche Rennen auf abschüssigen Strecken statt.

"Das ist Dorfleben pur"

Doch wie kam es dazu? "Ich habe bei mir an der Arbeit einen Fernseher hängen, wo das Seifenkistenrennen von Red Bull immer zu sehen war. Und da habe ich dann immer schon gedacht, sowas gibt es hier noch nicht.
Da hätte ich mal richtig Lust drauf. Ich habe dann ein bisschen gegoogelt und habe gesehen, das gab es mal vor 10, 15 Jahren. Und dann habe ich den Jochen angerufen und habe gesagt: 'Jochen, ich habe eine Idee'", erklärte Benjamin Dillenburger. Und wer ist jetzt Jochen? Jochen Dehler ist ein guter Freund von Benjamin Dillenburger und gemeinsam haben sie das Seifenkisterennen in Roßbach ins Leben gerufen.

Dann sind wir auf Streckensuche gegangen. Das war sehr, sehr schwierig, auch wegen der Sicherheit und allem Drumherum. Dann kam Jochen auf die Idee, die Ulsterstraße zu benutzen", so Dillenburger. Die Ulsterstraße befindet sich direkt in der Ortsmitte von Roßbach neben der Kirche - perfekt also. Beim ersten Rennen vor zwei Jahren nahmen knapp 40 Seifenkisten am Rennen teil, mittlerweile ist man schon bei über 50 Teilnehmern. Das zeigt, wie positiv die Resonanz ist. Die Strecke ist rund 200 Meter und gemessen wird die Zeit mittels Ultraschall. Das schnellste Fahrzeug konnte bisher eine Geschwindigkeit von 35 km/h aufweisen - beachtlich für eine Seifenkiste.

Teilnehmen darf jeder und jedes neue Gesicht ist gern gesehen, denn dass die Teilnehmerzahl so schnell steigt, freut die Initiatoren des Events sehr. "Da hat man einfach auch als Veranstalter ein bisschen Tränen in den Augen, wenn die das so schön annehmen, weil bei uns geht es wirklich nur um Spaß, Gesundheit, dass alle gesund ankommen. Das ganze Dorf ist immer dabei und hilft mit und macht mit. Das ist Dorfleben pur", sagte Dillenburg.

O|N-Fotograf Bernd Vogt war für Sie in Roßbach vor Ort und hat das Seifenkistenrennen begleitet. Klicken Sie sich also gern durch die Bildergalerie! (pg) +++


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