14.09.26 - Die Feuerwehr Gelnhausen hat ihre technische Ausstattung in den vergangenen Monaten gezielt erweitert und damit ihre Leistungsfähigkeit für unterschiedliche Einsatzlagen weiter ausgebaut. Mit einer neuen Einsatzdrohne, einem geländegängigen Utility Task Vehicle (UTV) sowie einem neu beschafften Kommandowagen für die Stadtbrandinspektion stehen den Einsatzkräften zusätzliche moderne Einsatzmittel zur Verfügung.
Bereits Ende vergangenen Jahres konnte eine neue Einsatzdrohne in Dienst gestellt werden. Das Fluggerät ist am Feuerwehrstandort Mitte stationiert. Mehrere Einsatzkräfte wurden speziell zu Drohnenpiloten ausgebildet und können die Drohne bei entsprechenden Einsatzstichworten gezielt einsetzen. Die Drohne ermöglicht der Feuerwehr eine schnelle und umfassende Erkundung aus der Luft. Sie kommt unter anderem bei der Personensuche, der Suche nach Glutnestern, der Erkundung von Wald- und Vegetationsbränden sowie zur Lageübersicht bei größeren Einsatzstellen zum Einsatz.
Ausgestattet ist die Drohne unter anderem mit einer leistungsfähigen Kamera, einem Scheinwerfer sowie Sensorik zur Erkennung von Hindernissen. Dadurch können Einsatzstellen auch aus der Luft sicherer und effizienter beurteilt werden. Die Einsatzdrohne hat sich seit ihrer Indienststellung bereits mehrfach bewährt und wurde aufgrund ihrer besonderen Möglichkeiten auch schon überörtlich zur Unterstützung anderer Feuerwehren angefordert.
UTV bringt Lösch- und Rettungstechnik auch in unwegsames Gelände
Im Sommer dieses Jahres wurde außerdem ein geländegängiges UTV in Dienst gestellt. Hintergrund für die Beschaffung waren unter anderem Erfahrungen aus vergangenen Waldbrandeinsätzen. Gerade bei Einsätzen in schwierig zugänglichem Gelände können große Feuerwehrfahrzeuge schnell an ihre Grenzen stoßen. Wege sind zu schmal, das Gelände ist zu steil oder die Einsatzstelle liegt zu weit von befestigten Wegen entfernt.
Das neue UTV ist im Bereich Ost stationiert und wurde speziell für solche Einsatzsituationen konzipiert. Es verfügt über ein Wechselmodul, mit dem je nach Einsatzlage unterschiedliche feuerwehrtechnische Ausstattung mitgeführt werden kann. Im Regelfall ist darauf eine Hochdrucklöschanlage verlastet. Damit können beispielsweise Entstehungsbrände und kleinere Brände auch abseits befestigter Wege schnell und gezielt bekämpft werden.
Zum Einsatzkonzept gehört außerdem ein Transportanhänger, mit dem das UTV ausrückt. Auf diesem wird unter anderem eine Schleifkorbtrage mitgeführt. Dadurch können verletzte oder erkrankte Personen auch aus unwegsamem Gelände schonend abtransportiert werden. Darüber hinaus bietet der Anhänger die Möglichkeit, je nach Einsatzlage zusätzlich benötigtes Material an die Einsatzstelle zu bringen.
Für größere Einsatzlagen wurde zusätzlich ein weiterer, größerer Transportanhänger beschafft. Mit diesem kann das UTV bei Bedarf auch überörtlich zu größeren Schadensereignissen verlegt werden. Gleichzeitig steht der Anhänger für vielfältige Logistikaufgaben zur Verfügung, beispielsweise für den Transport von Sandsäcken oder anderem Einsatzmaterial.
Das UTV wurde seit seiner Indienststellung bereits mehrfach eingesetzt und hat sich unter anderem beim Waldbrand in Rodenbach bewährt. Bei gemeldeten Waldbränden im gesamten Stadtgebiet rückt das Fahrzeug ebenso wie die Einsatzdrohne direkt mit aus. So können Erkundung, Löschmaßnahmen und Materialtransport frühzeitig miteinander kombiniert werden.
Neuer Kommandowagen für die Stadtbrandinspektion
Neben den beiden neuen Einsatzmitteln konnte in diesem Jahr auch der Kommandowagen (KdoW) der Stadtbrandinspektion ersetzt werden.
Die Stadtbrandinspektion übernimmt in der Regel den Einsatzleiter-vom-Dienst (EvD) und stellt damit die Führungsbereitschaft auch außerhalb regulärer Einsatz- und Übungsdienste sicher. Der neue Kommandowagen dient hierbei als Führungs- und Erkundungsfahrzeug und stellt der Stadtbrandinspektion ein zeitgemäßes Einsatzmittel für diese Aufgabe zur Verfügung.
Der Einsatzleiter vom Dienst kann sich mit dem Fahrzeug schnell ein erstes Lagebild verschaffen, die Einsatzstelle erkunden, erste Maßnahmen koordinieren und bei Bedarf weitere Einsatzkräfte oder Einsatzmittel nachfordern. Insbesondere bei größeren und komplexen Einsatzlagen ermöglicht der KdoW eine schnelle und strukturierte Führungsunterstützung.
Investitionen in eine leistungsfähige Feuerwehr
Mit den drei Beschaffungen investiert die Feuerwehr Gelnhausen gezielt in Erkundung, Mobilität, Logistik, Brandbekämpfung und Einsatzführung. Die neuen Fahrzeuge und die Drohnentechnik ergänzen dabei die bestehende Fahrzeugflotte und schließen insbesondere bei besonderen Einsatzlagen wichtige Lücken.
"Mit der Drohne, dem UTV und dem neuen Kommandowagen haben wir unsere Möglichkeiten für unterschiedliche Einsatzszenarien deutlich erweitert. Gerade bei Wald- und Vegetationsbränden, Einsätzen in unwegsamem Gelände und größeren Schadenslagen können wir dadurch schneller und gezielter handeln. Gleichzeitig erhöhen die neuen Einsatzmittel die Sicherheit unserer Einsatzkräfte und ermöglichen uns, auch dort effektiv tätig zu werden, wo herkömmliche Einsatzfahrzeuge an ihre Grenzen stoßen", erklärt Stadtbrandinspektorin Nina Petersein.
Petersein bedankt sich zudem ausdrücklich bei Bürgermeister Christian Litzinger sowie der Stadtverwaltung Gelnhausen für die gute und konstruktive Zusammenarbeit: "Die Umsetzung solcher Beschaffungen ist nur möglich, wenn Feuerwehr und Stadtverwaltung eng zusammenarbeiten und gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Ohne die Unterstützung und das Vertrauen der Stadtverwaltung wären diese wichtigen Investitionen in die Leistungsfähigkeit unserer Feuerwehr nicht möglich gewesen. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken."
Die neuen Einsatzmittel sind Bestandteil des Einsatzkonzeptes der Feuerwehr Gelnhausen und stehen den Einsatzkräften für unterschiedliche Szenarien zur Verfügung. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag dazu, Menschenleben zu retten, Schäden zu begrenzen und die Sicherheit der Einsatzkräfte und der Bevölkerung im gesamten Stadtgebiet weiter zu erhöhen. (pg/pm) +++