15.09.26 - Hessen setzt verstärkt auf Internationales - und will das starke Bundesland im Herzen Deutschlands mit neuen Partnerschaften fit für die Zukunft machen! Staatsminister Manfred Pentz (CDU), der Ressort-Chef für internationale Beziehungen aus der Wiesbadener Staatskanzlei, ist am vergangenen Sonntag mit einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation genau aus diesem Grund nach Ostafrika gereist. Dieser Teil des Kontinents gehört zu den dynamischen Wachstumsregionen der Welt. Eine Verbindung, die zu Hessen passt - auch um neue Märkte zu erschließen: "Wir reisen nicht nach Ostafrika, um Entwicklungshilfe zu betreiben. Wir verfolgen handfeste wirtschaftliche Interessen – und möchten Partnerschaften, von denen beide Seiten profitieren."
Junge, gut ausgebildete Menschen, eine wachsende Wirtschaft, starke Universitäten und eine lebendige Gründerszene treffen auf einen regionalen Markt, der immer enger zusammenwächst. Genau hier sieht die Hessische Landesregierung von Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) an der Spitze "neue Chancen für die hessische Wirtschaft". Für Hessen geht es dabei um neue Absatzmärkte, Investitionen und Arbeitsplätze. Chef-Diplomat Pentz erklärt: "Afrika ist nicht weit weg. Wir sind Exportnation und deshalb brauchen wir diese Partnerschaften."
Ziele der sechstägigen Reise sind Ruanda, Tansania und Kenia. Doch einfach war die Anreise vom Frankfurter Flughafen aus nicht. Pentz und seine Delegation sind zunächst in Nairobo gestrandet - wegen "technischer Schwierigkeiten" im Flugbetrieb. "Die Stimmung ist dennoch gut, der Zeitplan nur etwas durcheinander, aber so ist das", erklärt der Minister zufrieden gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Am Montagmorgen hat die Reisegruppe dann das eigentliche Ziel erreicht und den Termin-Marathon gestartet.
Und warum braucht Hessen diese Wirtschaftskontakte? "Die Weltwirtschaft verändert sich. Etablierte Märkte werden schwieriger, Lieferketten verändern sich und neue Wachstumszentren entstehen. Wer unseren Wohlstand und Arbeitsplätze in Hessen langfristig sichern will, muss deshalb heute die Partner und Märkte von morgen erschließen. Ostafrika bietet dafür enorme Chancen", sagt Manfred Pentz und betont: "Hessen gehört zu den exportstärksten Volkswirtschaften Europas – selbst im Vergleich zu Nationalstaaten."
"Internationale Partnerschaften sind kein Luxus"
Besonders starke wirtschaftliche Anknüpfungspunkte zwischen Hessen und Ostafrika bestehen in den Bereichen Pharma und Gesundheit, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, kritische Rohstoffe sowie Logistik. "Ruanda gilt als Pharma-Hub der Region. Nairobi ist ein wichtiges Zentrum für Finanzwirtschaft und Digitalisierung. Und in Dar es Salaam spielen Logistik, Luftverkehr und Tourismus eine zentrale Rolle. Das sind zugleich Bereiche, in denen Hessen besondere Stärken hat. Genau daraus können neue Partnerschaften und konkrete Geschäftsmöglichkeiten entstehen", so Minister Pentz.
Chancen des Freihandels nutzen – EU-Strategie für mehr Handel
Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf einzelne Länder. Die East African Community (EAC) verbindet einen regionalen Markt mit rund 330 Millionen Menschen, der wirtschaftlich immer enger zusammenwächst. Für Pentz liegt gerade darin das besondere Potenzial: "Hessen hat 6,5 Millionen Einwohner – aber unsere Unternehmen erreichen über den europäischen Binnenmarkt mehr als 450 Millionen Menschen. Genau diese Erfahrung zeigt, welche wirtschaftliche Kraft entsteht, wenn Märkte sich gegenseitig Zugang eröffnen. Für hessische Unternehmen kann Ostafrika deshalb weit mehr sein als die Summe einzelner nationaler Märkte. Wir wollen das Gateway in den europäischen Markt für Unternehmen aus Ostafrika sein. Deshalb unterstützen wir auch, dass die EU die Verhandlungen über ein Economic Partnership Aggreement wieder aufgenommen hat. Wir haben ein starkes Interesse an einer starken EAC, denn das ist die Grundlage für starke wirtschaftliche und politische Beziehungen."
Begleitet wird der Minister deshalb von einer 33-köpfigen Wirtschaftsdelegation. Dass gleich 33 Vertreter aus Wirtschaft und Institutionen mitreisen, zeigt: Das Interesse der hessischen Wirtschaft an Ostafrika ist groß und sehr konkret. Mit dabei sind beispielsweise Vertreter mehrerer Industrie- und Handelskammern, Banken, Unternehmen der Luftverkehrs-, Pharma- und Biotechnologiebranche.
Für Manfred Pentz, den hessischen Minister für Internationales, ist klar: "Afrikanische Innovationskraft und deutsche Technologie können sich hervorragend ergänzen. Daraus können neue Produkte, neue Geschäftsmodelle und neue Investitionen entstehen. Deshalb lautet ein Motto unserer Reise: Technology made in Germany meets Innovation made in Africa." (Christian P. Stadtfeld) +++