Mobilitätstag bei Kurzers Fahrradwelt in Burghaun - Fotos: Felix Weigl

BURGHAUN "Radfahren für alle!"

Mobilitätstag bei Kurzers Fahrradwelt zeigt Therapieräder

15.09.26 - Radfahren zu können, ist für die meisten Menschen selbstverständlich, das lernt man ja schließlich schon als Kind. Allerdings können Unfälle, Krankheiten oder andere Ursachen dafür sorgen, dass ein normaler Drahtesel nicht mehr genutzt werden kann. Welche Möglichkeiten es dann gibt, kann man bei Kurzers Fahrradwelt in Burghaun entdecken.

Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen sind normale Fahrräder oft nicht mehr nutzbar. Seien es Gleichgewichtsprobleme, halbseitige Lähmungen oder Amputationen. Neben Fahrrädern und E-Bikes bietet Kurzers Fahrradwelt auch spezielle Dreiräder oder sogenannte Sesselräder an. Diese ermöglichen Menschen mit Handicap die Teilnahme am sozialen Leben sowie eine sportliche Betätigung.

David Risse, Fahrrad-Bereichsleiter bei Kurzers Fahrradwelt

"Geeignet sind die Räder für jeden, egal wie groß oder alt. Alles ist individuell einstellbar, es gibt verschiedene Akkugrößen und Blinker, Anhängerkupplung, Rückspiegel oder Halterungen für Einkäufe sind nachrüstbar", so David Risse, Fahrrad-Bereichsleiter bei Kurzers Fahrradwelt im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Der Bedarf sei recht hoch, Kunden kommen aus Göttingen, Kassel, sogar aus Würzburg.

Rundum-Versorgung und Beratung

Wer sich für ein entsprechendes Rad interessiert, erhält auf Wunsch ein Komplettpaket. Von der ersten Beratung über Probefahrten bis zum Kauf und anschließender Wartung, all das bietet die Fahrradwelt an. Auch spätere Anpassungen sind kein Problem. So konnte einem Kunden nach einer Knie-OP geholfen werden. Eine Verkürzung der Tretkurbel ermöglichte ihm, das Rad nach kurzer Zeit wieder nutzen zu können.

"Wenn man sozial nicht mehr dabei ist, ist das Leben gar nicht mehr lebenswert", so Risse weiter. "Mit anderen zusammen fahren können ist unheimlich wertvoll. Oder auch mal alleine in die Eisdiele, in den Biergarten oder zum Einkaufen". Eine Investition, auch in die eigene Gesundheit. Für Kinder bis 18 wird die Anschaffung von der Krankenkasse unterstützt, danach wird im Einzelfall entschieden.

Endlich wieder mobil

Vor dem Geschäft können Interessierte einige der Räder auch testen. So auch ein Mann, der nach einer Unterschenkelamputation ein normales Fahrrad nicht mehr nutzen konnte. Durch Werbung ist er auf das Geschäft und das Angebot aufmerksam geworden.

"Ich möchte wieder Fahrrad fahren können, das funktioniert mit so einem Dreirad super", verrät er gegenüber O|N. Seit einigen Wochen interessiert er sich für die Mobilitätslösung. Die Möglichkeit, verschiedene Räder testen zu können, hilft ihm enorm bei der Entscheidung. Das Fahrgefühl überzeugt ihn und die Aussicht, wieder mit dem Rad unterwegs sein zu können, gibt ihm ein Stück Freiheit und Lebensqualität zurück"

Radfahren kann jeder - auch mit Handicap. Entsprechend spezielle Räder geben Menschen wieder die Möglichkeit, am sozialen Leben teilzuhaben und sich sportlich zu betätigen. (fw) +++


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